München - Geld auf die hohe Kante legen ist keine Frage des Alters. Wir erklären, in welcher Lebensphase was beim Sparen zu beachten ist. Heute geht es um die ganz Kleinen und mit welcher Anlage man dem Nachwuchs hilft.

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Klein anfangen und später groß durchstarten. Auch niedrige Sparraten gewinnen mit den Jahren an Fahrt – ein Vorteil beim Kinder-Sparplan.
Doch bevor Eltern, Großeltern oder Paten Geld für die Kleinen zurücklegen, müssen die eigenen Finanzen sowie die eigene Altersvorsorge stimmen. „Die eigene Absicherung geht immer vor“, sagt Kühn. Es dürfe nicht sein, dass man wegen monatlicher Extra-Sparraten fürs Kind ins Minus rutscht oder auf die Berufsunfähigkeitsversicherung des Hauptverdieners in der Familie verzichtet. „Das gefährdet die Existenz der Familie und bringt letztlich auch den Kindern nichts“, so Kühn.
Nicht zu unterschätzen ist auch das psychologische Konfliktpotenzial beim Thema Geld, sagt Susanne Götz, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern - besonders wenn Versprechungen nicht eingehalten werden (können). „Was, wenn sich die Familienverhältnisse verschlechtern, der Job gekündigt wird, die Großeltern an das Ersparte ran müssen, das eigentlich fürs Enkelkind bestimmt war? Das kann Ärger geben“, verdeutlicht Götz. Unkomplizierter sei es, im Stillen Geld zu sparen und es dem Enkel dann zu geben, wenn er es braucht - etwa für den Führerschein oder das Studium.
Das Ersparte kann auch zum Bumerang werden. Nämlich dann, wenn der Nachwuchs studieren und Bafög beantragen möchte. Hier gilt: Wer mehr als 5200 Euro eigenes Vermögen hat, muss erst dieses Geld aufbrauchen, bevor er Zuschüsse vom Staat bekommt.
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, für den Nachwuchs Geld anzulegen: Eine Patentante etwa kann dies unter ihrem Namen oder dem des Kindes tun. Letzteres führt dazu, dass das Kind automatisch mit 18 Jahren frei über das Ersparte verfügen kann, erklärt Kühn.
Zuvor haben die Eltern des Kindes als Vertretungsberechtigte in aller Regel vollen Zugriff darauf. Dies zu unterbinden ist nur mir erheblichen Rechtsaufwand möglich, sagt Finanzplanerin Kühn.
Finanzvermittler umwerben das Geschäft mit dem Nachwuchs stark. Sie werfen Produkte mit niedlichen Namen auf den Markt, die viel versprechen, aber wenig halten. Vor diesen Ausbildungs-Policen warnen Verbraucherschützer seit Jahren. Meist handelt es sich um ein Kombi-Angebot aus Versicherung und Sparplan - „keine gute Mischung“, sagt Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern. „Finger weg“, rät auch seine Kollegin Susanne Götz.
Einen Bausparvertrag für kleine Kinder abzuschließen, darin sieht Kühn keinen Sinn. Die Rendite steigt nur durch staatliche Fördermittel - doch die gibt es erst, wenn das Kind eigenes Geld verdient. Wird das Ersparte dann ausbezahlt, muss es auch für wohnungswirtschaftliche Zwecke verwendet werden - und nicht etwa fürs erste eigene Auto. Sonst müssen die Fördermittel zurückgezahlt werden, erklärt Götz. „Ein Bausparvertrag hat nur Sinn als Vorlauf zu einem Baudarlehen“, erklärt sie. Aber wer weiß schon, ob der Bub in 18 Jahren wirklichen Bauen möchte?
Ein Sparbuch bei der Hausbank hat dagegen laut Kühn durchaus einen Nutzen: „Damit können Kinder den Umgang mit Geld lernen und ihr Taschengeld sparen.“ Allerdings fallen die Zinsen äußerst mager aus. Kapital aufbauen ist mit diesem Klassiker also kaum möglich.
Etwas mehr Zinsen gibt es auf Festgeldkonten. Diese Form bietet sich vor allem für Einmalzahlungen an, sagt Götz. Wenn zu einem bestimmten Termin - etwa in drei Jahren - eine bestimmte Summe vorhanden sein muss, um zum Beispiel den Führerschein zu bezahlen.
Vom Bund herausgegebene Wertpapiere genießen einen sehr guten Ruf. „Bundesschatzbriefe sind eine sichere Sache“, sagt Götz. Aber sie werden derzeit mit 1 bis 2 Prozent nur mager verzinst. Doch wer das Risiko scheut, liegt hier richtig. Ebenso sicher mit etwas mehr Rendite um die 2,5 Prozent sind Bundesanleihen.
Wer nach Banksparplänen sucht, muss sich mehrere Angebote einholen und vergleichen, betont Finanzexpertin Götz. Denn für die Banken sei diese gebührenfreie Art des Sparens kein besonders lukratives Geschäft, was die Anfrage etwas erschwere. Realistisch hält Götz derzeit 3 bis 3,5 Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Anleger müssen hier die Konditionen ganz genau prüfen, betont Götz. Denn wer vorzeitig kündigt, müsse große finanzielle Einbußen hinnehmen. In der Regel werde dann seitens der Bank „abgezinst“ - statt der versprochenen drei gibt es dann bis zum Kündigungstermin zurückgerechnet nur mehr ein Prozent.
Mit einem gewissen Risiko behaftet sind monatliche Zahlungen in Fonds oder Aktien. „Mit den Schwankungen muss man leben können“, sagt Götz. Finanzplanerin Kühn schlägt einen Sparplan ab Geburt bis zum Alter von 13 oder 14 Jahren vor. „Dann muss man sehen, wie steht der Fonds da und wofür wird das Geld gebraucht“, erklärt sie. Je nachdem lässt man den Plan dann weiterlaufen oder schichtet in Tages- oder Festgelder um, um zum Beispiel den Führerschein sicher bezahlen zu können. „Ratsam ist, den Sparplan bei einer Direktbank abzuschließen, die keine Ausgabeaufschläge verlangt“, sagt Kühn. Zudem würde sie für den Nachwuchs keine Spezial-Fonds fürs Depot empfehlen, sondern auf weltweit investierende Basis-Fonds setzen.
Stefanie Backs



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