023.11.07|Wirtschaft|Wirtschaft|
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München - Ob zum Geburtstag, zur Taufe oder zu Weihnachten: Geldgeschenke für Kinder mögen zunächst schnöde wirken. Dafür wachsen sie im Idealfall mit und legen so den Grundstock für späteren finanziellen Spielraum.
Wer für Kinder Geld anlegt, hat einen Trumpf: Zeit. Denn in der Regel kann das Geld viele Jahre lang arbeiten, bis es für Führerschein, Auto oder Möbel in der ersten eigenen Wohnung benötigt wird. Und das zahlt sich aus.
Börse unschlagbar
Für langfristige Anlagen gibt es einen Königsweg - nämlich den zur Börse. Auch wer für Kinder investiert, sollte sich nach Expertenmeinung für einen international anlegenden Aktienfonds entscheiden. "Hier sind die Renditechancen am höchsten", erklärt Karin Baur, Finanzexpertin der Stiftung Warentest. Die Kursschwankungen, die an der Börse vorkommen, verlieren auf lange Sicht an Bedeutung. So besteht ein begrenztes Risiko bei hoher Flexibilität. Denn grundsätzlich kann ein Aktienfonds täglich verkauft werden.
Sparplan vorteilhaft
Als besonders attraktiv gelten Fonds-Sparpläne. Hier wird nicht einmalig in einen Fonds investiert, sondern in regelmäßigen Abständen - meist monatlich - eine kleinere Summe einbezahlt. Das hat den Vorteil, dass der Sparer in schlechten Börsenphasen, wenn die Kurse niedrig sind, automatisch mehr Anteile kauft als in guten, wenn die Kurse hoch und Aktien somit teuer sind. "Bei Direktbanken beginnen Sparpläne teils schon bei 25 Euro pro Monat", erklärt Stefanie Kühn, Finanzberaterin aus Grafing und Autorin des Buches "Finanzratgeber für Eltern" (Redline Verlag, 19,90 Euro).
Beispiel: Werden 25 Euro pro Monat über einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt, kommen bei einer jährlichen Rendite von 6 % 4082 Euro heraus. Hat man 18 Jahre Zeit, sind es - dank Zinseszinseffekt - sogar 9570 Euro.
Geeignete Produkte
Als geeignete Fonds für Einmalanlage oder Sparplan kommen nach Kühns Einschätzung etwa DWS Top Dividende (Kennnummer: DE 000 984 811 9), DJE Dividende & Substanz (LU 015 955 015 0) oder auch M & G Global Leaders (GB 003 093 449 0) in Frage. Stiftung-Warentest-Expertin Baur nennt unter anderem den UniValueFonds Global (LU 012 631 588 5), Lingohr-Systematic-LBB-Invest (DE 000 977 479 4) oder auch den Starplus Starpoint (LU 011 499 708 2).
Eltern reden mit
Wollen Großeltern, Onkel, Tanten oder Paten für das Kind investieren, führt an den Eltern kein Weg vorbei. Zwar kann etwa ein Wertpapier-Depot auf den Namen des Kindes eröffnet werden. Die Eltern müssen aber bei der Eröffnung unterschreiben und können so lange über die Anlage verfügen, bis das Kind volljährig ist.
"Wer das nicht will, kann das Depot auf eigenen Namen eröffnen", rät Karin Baur. Für ältere Menschen sei es dann ratsam, bei der Bank einen sogenannten Vertrag zugunsten Dritter abzuschließen. Verstirbt der Schenker, falle die Anlage nicht in die Erbmasse, sondern komme - wie bei einer Schenkung - dem Kind zu.
Keine Versicherung
In Versicherungen sieht Finanzberaterin Kühn keine Alternative als Geldanlage für Kinder. Auch Stiftung-Warentest-Expertin Baur rät etwa von sogenannten Ausbildungsversicherungen ab. Hierbei wird meist wie bei einer Lebensversicherung eine Verzinsung angeboten. Außerdem ist ein Versicherungsschutz enthalten, der gewährleisten soll, dass zum Beispiel Geld für eine Ausbildung des Kindes zur Verfügung steht, wenn der Hauptverdiener in der Familie stirbt. In der Regel werde dies mit hohen Beiträgen erkauft und biete angesichts vergleichsweise kleiner Summen ohnehin kaum ausreichende finanzielle Absicherung, warnt Baur.
Ebenso wenig sollte man sich auf ein Sparbuch einlassen. Hier liegen die Zinsen in der Regel so niedrig, dass die Inflation das Guthaben schrumpfen lässt.
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