003.07.09|Wirtschaft|2 Kommentare
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Erst Opel, dann Quelle – und bald Schaeffler? Der Streit um Staatshilfen beschäftigt Politik und Bevölkerung. Wir sprachen mit beiden Wirtschaftsministern: Heute ein Interview mit Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil ( FDP ), morgen mit Bundeswirtschaftsminister
Karl-

© dpa
Medienwirksame Rettung: Ministerpräsident Horst Seehofer vergangene Woche vor Quelle-
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Ich sehe es als ständige Mahnung, den richtigen Kompass in der Wirtschaftspolitik zu beachten.
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Keineswegs. Das Thema Quelle wurde in der Partei intensiv diskutiert. Es gab auch kritische Stimmen. Wir haben aber vielleicht einen anderen Stil der Auseinandersetzung als andere Parteien. Für uns war wichtig, dass wir keine Entscheidung mittragen, die von unserer bisherigen restriktiven Linie abweicht. Wir haben daher auch manche Überlegung klar abgelehnt.
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Genau. Eine solche Bürgschaft hätte aus Sicht der
FDP ein nicht vertretbares Risiko für den Steuerzahler bedeutet. Der jetzt genehmigte Massekredit ist dagegen erstrangig abgesichert. Ich sehe darin keine Abweichung von unserem ordnungspolitischen Kurs.
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Nein. Die FDP vertritt seit über 60 Jahren die soziale Marktwirtschaft. Natürlich haben wir bei Quelle auch kritische Fragen gestellt. Irgendwann ging es in Berlin aber nicht mehr um inhaltliche Fragen. Stattdessen haben auf dem Rücken der Betroffenen politische Ränkespiele stattgefunden. Dafür habe ich absolut kein Verständnis.
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Seehofer hat in
Nürnberg keinesfalls behauptet, alles sei in trockenen Tüchern.
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Jeder hat seinen eigenen Stil und seine eigene Ausdrucksweise.
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Ich arbeite lieber an Lösungen als vorschnell Erwartungen zu wecken.
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Weit über 50 Prozent, wenn die Restrukturierung vernünftig umgesetzt wird. Quelle ist immerhin Nummer 3 beim Internethandel in
Deutschland . Für exakte Prognosen ist es aber zu früh.
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Mögliche Wettbewerbsverzerrungen werden sehr genau geprüft. Natürlich ist jede Intervention des Staats problematisch für den Wettbewerb. Zur sozialen Marktwirtschaft gehört aber auch, dass man im Notfall zu üblichen Maßnahmen wie dem abgesicherten Massekredit bei Quelle greift.
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Westerwelle wettert im Bund gegen Staatshilfen, aber seine Landesverbände ziehen still und leise mit. Die Fälle Opel und Quelle sind nicht vergleichbar. Ich will mich nicht in Entscheidungen in
Hessen einmischen. Ich sehe die Opel-
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Da bin ich mir nicht sicher. Ich erwarte auf jeden Fall, dass er Fehlentscheidungen verhindert und für die richtigen Lösungen kämpft.
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Ich habe mit ihm gesprochen. Er hatte großes Verständnis für unsere Linie: Chance ja, aber keine zu großen Risiken für die Steuerzahler.
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Ich bleibe dabei: Bevor die Gesellschafter und die Banken ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden sind, gibt es kein Steuergeld.
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Bisher liegt keine konkrete Anfrage vor.
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Ich kenne diese Gerüchte. Sie entbehren jeder Grundlage. Ich kann nur an alle Politiker appellieren, keine vorschnellen Zusagen zu machen. Wir dürfen nicht den Eindruck erwecken, dass sich die Unternehmen aus der Verantwortung stehlen können.
Interview: Georg Anastasiadis und Steffen Habit

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