Der Versuch: Eine Gruppe Journalisten sitzt, im Halbkreis angeordnet, auf Hochleistungs-Ergometern. Und in der Mitte, mit Blick auf die Hobby-Radler, wartet ein ehemaliger Profi auf das Startsignal: Marcel Wüst (45), der im Jahr 2000 bei einem Sturz in Frankreich das rechte Augenlicht verlor und deshalb seine Karriere beenden musste.
Upside East, Level 10. Kein Schwierigkeitsgrad, sondern – wie es im Deutsch der PR-Strategen heißt – eine Location. Und zwar eine ziemlich exklusive: in der Medienbrücke München, hoch über den Dächern der Landeshauptstadt. Eine Etage tiefer kickt gerade Bayern-Star Bastian Schweinsteiger für einen Werbespot, ganz oben präsentiert Marcel Wüst das neue Hightech-Gerät „Racer S“ der Firma Kettler, an dessen Herstellung der Kölner mit Ideen und Verbesserungsvorschlägen mitgewirkt hat.
Doch der „Racer S“ (1800 Euro) kann noch mehr. Der Grundgedanke ist es, Sport und Technik sinnvoll miteinander zu verbinden. Die Bedienung des Glas-Displays ist dem älteren iPod touch nachempfunden, hier lassen sich Pulsfrequenz oder Watt-Zahl (also der Kraftaufwand beim Radeln) mit einem Finger steuern. Dazu kommt ein Smartphone, das per App die S-Fit-Technologie ergänzt: In intuitiv simpler Handhabung kann der Ergometer-Radler Trainingsprogramme fahren und dabei seine individuellen Daten analysieren oder virtuelle Rennen gegen andere fahren. Dass wir gegen Marcel Wüst keine Chance haben würden, war klar. Aber eine interessante Erfahrung vermittelte er uns: „Wir erhöhen die Wattzahl auf 450 und halten diesen Level eine Minute lang.“ Puh, ganz schön heftig. Das sei, sagt Wüst, die Trittfrequenz, mit der Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin zu seinen Erfolgen rast. „Allerdings hält der das eine Stunde lang durch.“ Uns reicht eine Minute. Und die macht schon wieder Appetit auf einen Hamburger. Einen echten. Martin Becker
Weitere Infos www.racer-s.com


© Kettler324 Kalorien - Ex-Radprofi Marcel Wüst macht vor, wie sich Kalorien blitzschnell wegstrampeln lassen.









