Neue Technik revolutioniert das Rennrad

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    • 20.08.13
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Rennrad-Revolution

Besser als die Profis

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Als vor einem Monat in Paris die 100. Tour de France mit dem Sieg des Briten Chris Froome zu Ende ging, fühlte sich manch einer vielleicht inspiriert: Warum nicht selbst mal aufs Rennrad steigen?

„Mares CX 1.0“ von Focus mit hydraulischen Scheibenbremsen.

© Martin Becker

Die neuesten Rennrad-Trends präsentiert Model und Moderatorin Tina Kaiser in München: das „Mares CX 1.0“ von Focus mit hydraulischen Scheibenbremsen.

Ein City- oder Trekkingrad für die Stadt, ein Mountainbike fürs Gelände. Ja, so ist das meistens heutzutage. Ein Rennrad? Hmm, vielen erscheint das zu technisch, zu speziell, zu sportlich.

Mit dem E-Bike oder Cityrad zur Arbeit, mit dem Trekkingrad oder Mountainbike über Stock und Stein: So halten es viele in der Praxis. Und doch, immer mehr Pedaleure legen sich als Ergänzung ein Rennrad zu. Faszination üben die hohe Geschwindigkeit, der rasante Antritt und das lautlose Dahingleiten aus, so der Tenor. Dreckig wie ein Mountainbike wird’s in der Regel auch nicht, und schon in relativ kurzer Zeit lassen sich ordentliche Distanzen erradeln. Es muss ja nicht gleich ein Transalp-Abenteuer sein mit steilen Pässen und fünfstelligen Höhenmeterzahlen. Einsame Landstraßen vor der Haustür tun’s für Feierabend-Sportler auch.

Hydraulische Scheibenbremsen besser dosierbar

Vor allem, und da sind die Hobby-Radler den Profi-Fahrern ein Stück voraus: Für den ambitionierten Freizeitfahrer gibt es Innovationen, von denen die Teilnehmer der Tour de France nur träumen können – weil sie per Reglement verboten sind. „Für Hobby-Rennradfahrer sind goldene Zeiten angebrochen“, sagt Gerolf Meyer vom Pressedienst Fahrrad – mit dessen Leiter Gunnar Fehlau hat er im Vorfeld der Messe „EuroBike“ (28. bis 31. August in Friedrichshafen) in München die wichtigsten Radl-Trends vorgestellt.

Grundsätzlich wird zwischen drei Kategorien unterschieden: den vielseitigen „klassischen“ Rennrädern, den Komfort-Rennrädern für lange Strecken und Aero-Rennrädern, die auf maximale Geschwindigkeit ausgelegt sind. Insofern muss jeder sich erst mal überlegen, was er will – rollen oder rasen.

„BeachRacer“ mit breiten Reifen von Koga.© Martin Becker„BeachRacer“ mit breiten Reifen von Koga.

Eine absolute Neuerung, im Profi-Radsport wegen des strengen Regelwerks undenkbar: Als Alternative zu den (bei Rennen ausschließlich erlaubten) Felgenbremsen stellen mehrere Hersteller jetzt Rennräder mit hydraulischen Scheibenbremsen vor (zum Beispiel die neue Schaltgruppe „Red 22 HRD“ vom US-Hersteller Sram). Bei Mountainbikes haben sich Scheibenbremsen längst etabliert – in diesen Genuss sollen nun auch (Hobby-)Rennradfahrer kommen. Die Marke Focus zum Beispiel bietet ihr Modell „Mares CX 1.0“ mit hydraulischen Scheibenbremsen an, Firmensprecher Andreas Krajewski sagt dazu: „Im Gegensatz zu Felgenbremsen verzögern diese auch in Cross-typischen Bedingungen: Schlamm und Nässe. Die Hydraulik sorgt für zuverlässige Funktion und exzellente Dosierbarkeit.“ Die (bei Regen) dauerhaft gezogene Felgenbremse dagegen verschleißt – bei langer Bergabfahrt kann sie sogar die Felge überhitzen, was schlimmstenfalls zum Platzen des Schlauchs führt. Warum bei der Tour de France trotzdem nur Felgenbremsen zugelassen sind? Gerolf Meyer erklärt es so: „Ein Radprofi bremst ganz anders wie ein Formel-1-Rennfahrer – erst kurz vor der Kurve. Ansonsten lässt er sein Rad laufen.“

Noch ein Unterschied zur Tour de France: Dort gilt ein Gewichts-Limit, die Untergrenze liegt bei 6,8 Kilo. „Je nach Rahmen lässt sich dieser Wert unterschreiten“, weiß Gerolf Meyer. Zumal: „Scheibenbremsen und Tubeless-Reifen machen das Radler-Leben leichter.“ Apropos Tubeless: Die schlauchlosen Reifen gelten, wenn man sie mit Pannenmilch bestückt, als sicherer, außerdem kann man sie mit etwas weniger Luftdruck fahren, was das Fahrgefühl verbessert.

Auch bei den Reifen an sich gibt es eine innovative Konstruktion: Reifenspezialist Schwalbe präsentiert mit dem „One“ den „schnellsten und zuverlässigsten Wettkampfreifen, den wir je hergestellt haben“, so Produktmanager Peter Krischio. Die Kombination dreier unterschiedlicher Gummimischungen schaffe den Spagat zwischen niedrigem Rollwiderstand, sehr guter Nasshaftung und langer Laufleistung.

Tour de France© dpaBei der Tour de France sind hydraulische Scheibenbremsen per Reglement verboten, Hobbyfahrer indes profitieren schon bald von der technischen Neuerung – beim Rennrad hält Einzug, was bei Mountainbikes längst Standard ist.

Wem das alles zu sportlich ist, der findet mit dem „BeachRacer“ von Koga eine interessante Kreuzung aus Cyclocrosser und Mountainbike. „Inspiriert von den Strandrennen in unserer Heimat Holland bringen wir die sportliche Sitzhaltung des Querfeldeinrads und die Geländegängigkeit von Mountainbikes auf einen Nenner“, sagt Firmensprecherin Anke Namendorf. Der „BeachRacer“ taugt aber nicht bloß für den Strand, denn die dicken Reifen sorgen auch im leichten Gelände und auf Feldwegen für Grip und Vortrieb. Interessant ist der Rennlenker: oben (an den Bremsen) klassische Breite, unten nach außen gedreht – eine Griffposition für mehr Kontrolle im Gelände.

„Generell sind Radrennen und Hobbyfahren voneinander entkoppelt, doch beide Spielarten befruchten sich auch“, glaubt Gerolf Meyer. Der Experte vom Pressedienst Fahrrad rechnet sogar damit, dass eine ähnliche Entwicklung wie bei den anderen Rad-Segmenten ihren Lauf nehme „und die letzte Bastion fallen wird“: E-Bikes als Rennräder! Bis dato ist die Zusatzunterstützung bei eingefleischten Rennradfahrern verpönt, „aber Prototypen existieren schon seit einer Weile, und die ersten Serienmodelle werden wohl bei der EuroBike-Messe gezeigt“, schätzt Meyer. Er glaubt: „Mich würde es nicht wundern, wenn es einen ähnlichen Effekt gäbe wie bei den Mountainbikes – allerdings nicht in der Stärke, denn Rennradfahrer sind doch sehr konservativ.“ Und von Haus aus schnell. Mit E-Bike-Antrieb würden Geschwindigkeiten erreicht, von denen mancher Tour-de-France-Fahrer nur träumen könnte.

Von Martin Becker

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