Ja, es gibt sie: Münchnerinnen und Münchner, die auch bei Kälte radeln. Eine ganze Reihe unverfrorener Pedalritter stand am Dienstag am Odeonsplatz – für einen kostenlosen Radl-Sicherheitscheck.

© Westermann
Peter Remm nimmt sich das Fahrrad von tz-Reporter Ingo Wilhelm vor: Die Bremsen greifen, die Reifen haben Profil – aber die Batterielampe ist nicht legal.
In der Pole Position: tz-Reporter Ingo Wilhelm plus Fahrrad. Ihm zu Diensten: Peter Remm, der Radlchecker.
Remm ist dabei, wenn die Organisation „Radlhauptstadt München“ ihre Drahtesel-Inspektionen anbietet. 38 solcher Gratis-Checks gab es schon, an verschiedenen öffentlichen Plätzen.
„Aha“, sagt Remm beim ersten Blick auf das zum Stadtrad umgebaute Mountainbike des tz-Reporters. Remms erster Handgriff gilt stets den Bremsen. „Der Druckpunkt ist in Ordnung“, meint der 54-Jährige, der auch bei der Arbeitsgruppe Technik des
ADFC München mitmacht. Remm geht in die Knie und nimmt die Bremsgummis in Augenschein. „Bei vielen Radlern sind die total runtergefahren. Das führt dann zum häufigsten Mangel: 90 Prozent haben zu viel Spiel in der Bremse.“
Ist ein Birndl kaputt oder die Klingel verstummt, wechseln Remm und seine zwei Kollegen sie auf der Stelle aus. Größere Reperaturen nehmen sie aber nicht vor. „Wir flicken auch keinen Plattfuß“, stellt Remm klar. Ihm geht es vor allem darum, dass die Münchner ihre Räder mal von einem Profi inspizieren lassen. Durchschnittlich 60 bis 80 Menschen kommen zu den Checks, vom Studenten bis zur Oma. „Manche Räder sind in einem allgemeingefährlichen Zustand“, berichtet Remm. „Einmal kam einer, der hatte am Vorderrad keine Achsmuttern mehr!“
Nach einer Reihe weiterer Checks (Reifendruck, Rückstrahler, Sattelhöhe …) entlässt Remm den tz-Reporter in den Fahrrad-Winter – und legt ihm zum Abschied Spikereifen ans Herz: „Damit kann man sogar bei Blitzeis radeln!“
IW.
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