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Redaktions-Assistentin Claudia Roth hat sich gründlich durchchecken lassen.

Claudias Weg zum Stadtlauf

München - Der Frühling kommt – und die Jogger machen sich auf die Socken. Wie 2011 präsentiert der Münchner Merkur auch heuer den Stadtlauf von Sport Scheck. Eine will am 24. Juni dabei sein: Redaktions-Assistentin Claudia Roth.

Ein bisschen aufgeregt ist Claudia an diesem Morgen schon. „Ich will mich ja nicht blamieren“, sagt sie und nimmt einen großen Schluck aus der Wasserflasche. Deshalb habe sie auch alles so gemacht, wie es auf der „Checkliste zur optimalen Vorbereitung auf die Leistungsdiagnostik“ steht. Sie hat am Vorabend kohlehydratreich gegessen („Schinkennudeln“), keinen Alkohol getrunken („seit Sonntagmorgen um halb vier“), und früh sei sie im Bett gewesen („Nicht mal das Ende von ,Germany’s next Topmodel‘ hab ich gesehen“). Claudia lässt keinen Zweifel: Sie meint es ernst. Sie will beim Stadtlauf am 24. Juni mit dabei sein. Die 10-Kilometer-Strecke hat sie sich vorgenommen, aber in letzter Zeit nicht viel trainiert. Deshalb will sie wissen, wie fit sie ist.

Alle Bilder und Infos zum Stadtlauf 2011 finden Sie hier.

Ein Satz nimmt Claudia die Angst – zumindest ein bisschen. „Wir machen keine Ausbelastung“, sagt Sportwissenschaftlerin Heike Deichmann von der Firma Medius mit Sitz am Tegernsee und Schliersee, die den Test in den Häusern von Sport Scheck anbietet und unter anderem auch die Spitzensportler des Deutschen Skiverbands berät. Soll heißen: Unsere Redaktions-Assistentin muss nicht rennen, bis sie vom Laufband fällt. Die Analyse der Fitness erfolgt per Atemgas. Der zentrale Wert dabei heißt sperrig „Respiratorischer Quotient“. Er beschreibt das Verhältnis zwischen ausgeatmetem Kohlendioxid und eingeatmetem Sauerstoff. Die Analyse ist vergleichweise einfach: Je länger der Wert unter 1 liegt, desto fitter ist der Läufer.

Die Redaktion im Fitness-Test: Claudias Weg zum Stadtlauf

Die Redaktion im Fitness-Test: Claudias Weg zum Stadtlauf

Claudia – 41 Jahre, 1,67 Meter groß und Frau eines Marathonläufers – macht zuerst gar keine schlechte Figur: Bei sechs Stundenkilometern Lauftempo liegt der „RQ“ noch bei 0,73, klettert bei Tempo 7 aber schon verdächtig nah an die 1, bei acht Stundenkilometern ist der Grenzwert überschritten. Sie läuft im anaeroben Bereich.

Zudem klettert der Puls der Kollegin zügig nach oben. Schnell ist er jenseits von 140 Schlägen pro Minute. Die Analyse ist klar: „Die Grundlagenausdauer muss etwas aufgebaut werden“, sagt Sportwissenschaftlerin Deichmann und ergänzt ohne Umschweife: „Wir werden den Fettstoffwechsel trainieren.“ Für Läufer ist das ein guter Anhaltspunkt. Mit einer solchen Analyse werden schnell Defizite der Fitness aufgedeckt. Umfang und Intensität des Trainings kann danach ausgerichtet werden. Binnen 15 Minuten ist bei der Atemgasanalyse die Fitness geklärt – ohne dass der Läufer wie beim Lactattest an seine Grenzen gehen muss. Und Blut fließt auch keines.

Zur sportlichen Leistungsfähigkeit gehört aber noch mehr. Mit der sogenannten MediMouse, einem etwa handgroßen Apparat, vermisst Deichmann die Wirbelsäule unserer Redaktions-Assistentin. Fazit: Der Bürojob hat Spuren hinterlassen. „Ein bisschen musst du an der Beweglichkeit arbeiten“, meint Deichmann und macht ihr ein paar Übungen vor. Zuvor hatte sie schon das Verhältnis von Muskel- zu Fettmasse in Claudias Körper bestimmt. Nur soviel: Der Wert passt. Ein paar Muskeln mehr täten aber nicht schaden.

In den nächsten Wochen wird unsere Redaktions-Assistentin die Laufschuhe schnüren, um beim Stadtlauf die 10-Kilometer-Strecke zu bewältigen. „Das ist gut zu schaffen“, resümiert Deichmann, packt Claudia den Trainingsplan für die nächsten zehn Wochen ein und verrät ihr nebenbei, dass sie pro Tag 1981 Kalorien essen darf, ohne zuzunehmen. „Ehrlich?“, fragt Claudia und strahlt.

Wird es unsere Claudia packen? Die Redaktion ist gespannt und wird sie die nächsten Wochen bis zum Stadtlauf beobachten. Claudia jedenfalls ist guter Dinge: „Ich hab mir schon den Pulsmesser von meinem Mann organisiert. Morgen um 8.30 Uhr geh’ ich zum Laufen.“

Matthias Kristlbauer

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