Stadtlauf: Laufkleidung und -zubehör

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    • 30.05.12
    • Stadtlauf
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Lauf-Equipment: Das brauchen Sie wirklich

München - Wer joggen geht, um sich fit zu halten, muss für die Lauf-Ausrüstung nicht viel Geld ausgeben. Aber er kann. Vor allem wenn er viel Wert auf funktionelle Kleidung und die neueste Technik legt. Doch was ist wirklich sinnvoll und was kann man sich sparen?

© Marcus Schlaf

Funktionskleidung sollte eng sitzen, sagt Laufexperte Manuel Heidelberg.

Fast jede Saison überlegt sich die Lauf-Industrie neue Dinge, die sie an den Mann oder die Frau bringen kann. Neue Materialien, neue Accessoires, neue Formen. Die gute Nachricht vorneweg: Laufeinsteiger können sich auch für wenig Geld ausstatten.

Funktionelle Fasern

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Im Baumwollshirt auf die Strecke zu gehen, macht wenig Freude, vor allem im Sommer. Der nasse Stoff klebt am Körper, man verkühlt sich schnell. „Funktions-Shirts aus Polyester, die den Schweiß nach außen leiten und die Haut trocken halten, sind schon für 20 Euro zu haben“, sagt Manuel Heidelberg, Laufexperte bei Sport Scheck. Und auch Hosen gibt es schon ab 30 Euro. Warum also mehr ausgeben? „Die teureren Marken-Shirts sind meist besser geschnitten“, sagt Heidelberg. „Eine gute Passform ist sehr wichtig“, sagt Sportwissenschaftler Volker Haußmann, der seit elf Jahren die „lauf-bar“ in München-Schwabing führt. „Da bringt das beste Material nichts, wenn T-Shirt oder Hose scheuern.“

Gut belüftet

Grundsätzlich gilt: Je näher am Körper, umso enger sollte die Funktionskleidung sitzen – „nur so entfaltet sie ihre Wirkung“, sagt Heidelberg. Vor allem bei längeren Läufen schützt Funktionsunterwäsche vor unangenehmen Scheuerstellen. Bei Laufjacken für kühlere Temperaturen rät Heidelberg dazu, auf eine gute Belüftung zu achten. Vorne ein Windstopper, hinten ein breites Lüftungsnetz – „am schnellsten verkühlt man sich, wenn man nassgeschwitzt die Jacke aufreißt“, so der Experte. Etwas ganz Besonderes gibt es für Läufer, die gerne nachts oder in der Dämmerung unterwegs sind: eine Jacke ganz aus Reflektionsmaterial. Die gute Sichtbarkeit hat allerdings ihren Preis: 300 Euro.

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Silber gegen Gerüche

Richtige Socken sind eine gute Investition: Polsterungen an Zehen und Ferse sorgen für einen guten Sitz der Socke und verhindern die Blasenbildung. Spezielle Materialien transportieren die Feuchtigkeit nach außen. „Auf Baumwollsocken sollte man verzichten“, sagt Volker Haußmann. „Im nassen Zustand sind sie fast doppelt so groß, dann passt der Schuh auch nicht mehr richtig.“ Um unangenehme Gerüche zu vermeiden, arbeiten manche Hersteller sogar Silberfäden ein, die antibakteriell wirken.

Kompression bringt´s

Zugeben: die Kniestrümpfe sehen gerade zu kurzen Hosen recht gewöhnungsbedürftig aus. Doch laut Manuel Heidelberg sind die Kompressionssocken wirklich sinnvoll. Vom Knöchel bis unterhalb des Knies sind sie aus engem, elastischen Materialien gefertigt, die einen leichten Druck auf die Wade ausüben. „Sie helfen, die Muskeln besser mit Sauerstoff zu versorgen, fördern den venösen Rückfluss des Blutes zum Herzen.“ Der Lauf-Experte empfiehlt, die Socken auch nach dem Training noch etwas anzubehalten. „Der Muskel regeneriert schneller.“ Ganz billig sind die Wadenkleider nicht: rund 50 Euro muss man für die führenden Marken anlegen.

Unnötig eingeengt

Natürlich gibt es die Kompressionswäsche auch für andere Körperteile: lang- und kurzärmlige Oberteile, kurze und lange Hose bis hin zu Ganzkörperanzügen. Im Gegensatz zu den Socken sieht Volker Haußmann hier keine besonders positiven Effekte. „Obenherum kann durch die Kompression ja auch die Atemmuskulatur eingeschränkt werden.“ Eine Leistungssteigerung dank Kompression? „Sehe ich nicht“, sagt Haußmann.

Funktion kostet

Die Pulsuhr am Handgelenk empfiehlt Haußmann vor allem Laufanfängern, „die ihren Körper nicht so gut einschätzen können“. Über einen Brustgurt wird die Herzfrequenz gemessen und auf die Uhr übertragen. „Da bei jedem der Puls anders ist, sollte man sich vorher bei einem Sportmediziner untersuchen lassen“, emphielt Haußmann. Dabei erfahre man die Werte, innerhalb derer man trainieren sollte.

„Ab etwa 100 Euro bekommt man eine vernünftige Laufuhr“, sagt Manuel Heidelberg von Sport Scheck. Sinnvolle Funktionen: Herzfrequenzmessung, Anzeige der Puls-Ober- und Untergrenzen, Zeit, Geschwindigkeit und Distanz. „Je mehr Funktion, umso teurer.“ Und es gibt einiges: Höhenmesser, Streckenprofilanzeige, GPS bis zur dazugehörenden Computersoftware, die eine optimale Auswertung des Trainings ermöglicht.

Getränke am Gürtel

Getränke mitzunehmen lohnt sich nach Aussage von Manuel Heidelberg erst bei längeren Läufen, etwa ab einer Stunde. „Darunter ist es auch ohne zu schaffen.“ Er empfiehlt Trinkgürtel, an denen mehrere kleinere Behälter befestigt sind – „so verteilt sich das Gewicht besser“. Alternativ gibt es auch Trinkrucksäcke.

Gut behütet

I-Pod-Taschen, die am Oberarm befestigt werden, kleine Handytaschen, Täschchen fürs Handgelenk, um den Schlüssel zu verstauen – was Läufer an Accessoires brauchen, bekommen sie auch. Erlaubt ist, was Spaß macht. „Für wichtig und sinnvoll halte ich den Sonnenschutz“, sagt Volker Haußmann. Er empfiehlt seinen Kunden Sonnenkappen aus leichtem Material, „die die Hitze gut rauslassen“. Ansonsten lautet Haußmans genereller Rat: „Loslaufen und Spaß haben.“

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