Ski Tourengänger abseits der Piste: Tipps, Regeln, Risiken

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    • 22.01.13
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So klappt das Abenteuer

Abseits der Piste: Tipps, Regeln & Risiken

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Weg von der Piste, aber doch nicht so richtig rein ins mit Lawinenrisiko behaftete Abenteuer von Ski- oder Freeridetouren: Ausgewiesene Skirouten bieten einen Mittelweg. Wir haben Tipps und Infos:

© Martin Becker

Checkpoint: Ski-Guide Simon Walch prüft, ob sein LVS-Gerät ordnungsgemäß funktioniert.

„Feel free“: Das neue Angebot im Tiroler Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis sagt in zwei Worten, worum es geht. Unabhängig zu sein davon, ob man nun gerade über einen frisch gewalzten Pistenteppich rast, ob wartende Grüppchen eine freie Fahrt blockieren oder ob diverse Wintersportler den Schnee zur Buckelpiste zusammengeschoben haben. Ganz wichtig, auch das gehört zum Gefühl der Freiheit: Jenseits der Pisten passt keiner mehr auf einen auf. Sturz mit Verletzung, doch ein unerwartetes Schneebrett? Nein, hier zählt die Eigenverantwortung.

Alles rund ums Thema Ski und Schnee

Deshalb überprüft Ski-Guide Simon Walch beim Treffpunkt an der Komperdell-Mittelstation zuerst, ob die selbst mitgebrachte Lawinen-Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel) komplett ist. „Wir sind auf dem Berg“, sagt der 39-Jährige. Zwar suggerieren Skirouten eine hohe Sicherheit vor Lawinen, aber: „Es ist wie beim Autofahren – passieren kann immer etwas.“

Noch eine Etage höher, an der Bergstation der Serfauser Lazidbahn, befindet sich eine große Info-Tafel, auf der die zehn Skirouten mit Namen wie „Powder Nose“ oder „Kamikaze“ skizziert sind. Ebenso der Hinweis aufs Lawinenrisiko, inklusive eines Funktionstests für LVS-Geräte.

In puncto Ausrüstung passt alles, sogar extrabreite Freeride-Latten mit Rocker-Technologie haben wir uns auf Rat des Ski-Guides ausgeliehen („Die schwimmen im Tiefschnee besser auf und zerschneiden regelrecht den Windharschdeckel“). Nun geht’s los, nach ein paar Metern Piste steil links hinunter: windgepresster Pulverschnee, zwischendurch eine Harschkruste – außer uns wagt sich keiner mehr in diesen Hang. Wir tauchen ein in den Tiefschnee, „we feel free“.

Der Föhnsturm hat ganze Arbeit geleistet, den Schnee verfrachtet, Lawinenwarnstufe drei. Sollte auf Skirouten kein Problem sein (sonst würden sie gesperrt), aber sicher ist sicher. Simon springt auf der Schneedecke herum, um die Stabilität auszuloten. „Geht schon“, sagt der Skiguide, verweist aber auf hinderliche Sträucher weiter unten: „Fahr einfach drum herum, als ob sie nicht da wären.“ Slalom im Tiefschnee.

Wir nehmen die obere Schneidbahn (der Lift als Aufstiegshilfe ist einer der Unterschiede zu Skitouren), suchen uns einen Südhang. Hier ist der Harschdeckel aufgefirnt, hier lässt sich der Zauber des Fahrens abseits der Pisten optimal erleben. „Los, wir flechten Achterzöpfl“, ermuntert Simon. Eine Spur so herum, die andere so – von unten betrachten wir zufrieden unser Kunstwerk.

Das Praktische an Skirouten ist: Man gelangt mit Seilbahnhilfe schweißfrei zum Startpunkt; die Routen sind mit viereckigen Symbolen markiert; die Seilbahnbetreiber sichern mit der Freigabe ein hohes Maß an Lawinensicherheit zu. Ein bisschen wie Piste also (weil markiert), ein bisschen wie Freeride (weil nicht präpariert). Und ein bisschen Restrisiko: Kontrollfahrten gibt es auf Skirouten nicht, wem etwas passiert (zum Beispiel bei einem Sturz), der ist auf sich allein gestellt.

In Serfaus purzeln wir ein paar Mal in den nicht immer einfach zu fahrenden Schnee, selbst der Ski-Guide landet einmal im Graben. Kein Problem, wir fallen ja weich – und darin, dass Schneeart und -qualität immer wieder variieren, liegt auch ein Reiz der Skirouten.

„Zum Abschluss“, ermuntert Simon, „machen wir einen Klippensprung.“ Von der Wechte in die Tiefe. Durchatmen, abstoßen, eintauchen. Feel free! Nach dreieinhalb knackigen Stunden werden die Beine müde, die Serfaus-Runde geht zu Ende. Der finale, fürsorgliche Rat vom Ski-Guide: „Immer aufpassen!“ Denn Skirouten sind keine Spazierfahrten.

Die schönsten Skirouten in Oberbayern

Die längste Skiroute Deutschlands ist die sieben Kilometer lange Dammkar-Abfahrt in Mittenwald (www.karwendelbahn.de/ bergwinter-erleben/skiroute). Am Tegernsee lockt die 3,2 Kilometer lange Abfahrt vom Wallberg (www.wallbergbahn.de).

Von Martin Becker

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