Wallberg: Rodel-Tipps von Weltmeisterin Natalie Geisenberger

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    • 04.02.13
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Rodel-Tipps von Weltmeisterin Natalie Geisenberger

Lieber frühzeitig den Abflug machen

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Auf vier Kufen ins Tal flitzen: Das Rodeln erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Weil es ein Wintersport ist, der sich – im Gegensatz zu Ski oder Snowboard fahren – ohne sonderliche Vorkenntnisse ausüben lässt.

© Alpenplus

Blick auf den Tegernsee: Natalie Geisenberger (25) ist privat auch gern auf der Rodelbahn am Wallberg unterwegs.

Ganz so einfach ist das Rodeln aber auch nicht, wie unseren Lesern die frisch gekürte Weltmeisterin Natalie Geisenberger (25) aus Miesbach, erklärt.

© APSie ist die schnellste Frau der Welt, jedenfalls auf der Rodelbahn: In Whistler (USA) wurde Natalie Geisenberger am Wochenende erstmals Weltmeisterin!

Im hautengen Rennanzug hat sich Natalie Geisenberger am Wochenende in den Eiskanal von Whistler (USA) gestürzt – dort gewann die Olympia-Dritte von 2010 gleich zwei WM-Titel: im Einzel und mit der Staffel. Privat rodelt die Weltklasse-Athletin am liebsten auf der 6,5 Kilometer langen Strecke vom Wallberg nach Rottach-Egern. Ob dort oder anderswo, im Gespräch mit unserer Zeitung gibt die Miesbacherin Tipps für ein sicheres Rodel-Vergnügen.

Sie sitzen meist im schnittigen Rennanzug auf Ihrem Rodel. Welche Ausrüstung und Bekleidung empfehlen Sie dem Freizeit-Rodler?

Neben der üblichen Winterbekleidung sind dies in erster Linie feste Schuhe mit einer Profilsohle sowie ein Helm und eine Skibrille.

Warum Helm und Skibrille?

Die Brille schützt die Augen zum Beispiel vor Eisbrocken und Steinen, die beim Bremsen hochgeschleudert werden. Nicht nur selbstverschuldete Stürze, sondern auch Fahrfehler von anderen Rodlern können zu plötzlichen Unfällen führen. Mein Kopf ist es mir wert, dass ich ihn schütze! Skifahren und Rodeln nie ohne Helm!

Die einen fahren im Sitzen mit den Händen vorn, die anderen mit den Händen hinten, wieder andere legen sich bäuchlings mit dem Kopf nach vorn auf den Schlitten. Zu welcher Fahrposition raten Sie?

Nur im Sitzen lässt sich der Schlitten gut kontrollieren. Die Beine zum Lenken und Bremsen nach vorne, eine Hand ans Lenkseil, die andere hinten an den Schlitten. Den Oberkörper kann man gerne etwas nach hinten nehmen. Nur so ist man schnell und sicher unterwegs.

Wie bremst und wie lenkt man richtig?

Zum Lenken stemmt man den kurveninneren Fuß mit dem Absatz in den Boden, den Oberkörper legt man in die Kurve. Zum Bremsen stellt man beide Füße seitlich neben den Schlitten, so dass die ganze Sohle Bodenkontakt hat. Den Schlitten vorne mit beiden Händen anheben und sitzen bleiben.

Wie sieht eine vernünftige, vorausschauende Fahrstrategie aus?

Es gilt immer, die Geschwindigkeit an die Strecke anzupassen, denn man weiß nie, ob hinter einer Kurve nicht gestürzte Rodler oder Kinder liegen.

Wie verhalte ich mich nach einem Sturz?

Zuerst gilt es, den Schlitten festzuhalten. Wenn man zur Ruhe gekommen ist, sollte man schnellstmöglich die Bahn verlassen oder einen sicheren Punkt aufsuchen.

Was mache ich bei Vereisung oder wenn ich die Kontrolle verliere?

In erster Linie gilt es von Haus aus, die Geschwindigkeit anzupassen. Sollte es dann doch einmal schiefgehen, ist es oft ein durchaus legitimes Mittel, sich freiwillig frühzeitig vom Schlitten zu rollen. So schützt man oft sowohl sich selbst als auch andere vor größeren Schäden.

Was ist beim Überholen bzw. bei Fußgänger-Gegenverkehr zu beachten?

Zuerst sollte man sicherstellen, dass einen der andere bemerkt hat. Durch nette Zurufe kann man auch auf sich aufmerksam machen. Beim Vorbeifahren gilt es, genügend seitlichen Abstand zu halten.

Viele fahren zu zweit oder gar zu dritt auf einem Schlitten. Was ist dabei zu beachten? Sollte man Kinder lieber allein fahren lassen oder sie vorn zwischen die Beine nehmen?

Ob und wann man Kinder allein fahren lässt, müssen die Eltern selbst einschätzen, da sie am besten beurteilen können, was sie ihren Kindern zutrauen können. Grundsätzlich hängt es natürlich auch von den örtlichen Gegebenheiten ab. Am kleinen Rodelhang würde ich Kinder sicher weit eher eigene Erfahrungen sammeln lassen als beispielsweise auf der Naturrodelbahn am Wallberg, die durch ihre Länge und die Neigung eher zu den sportlicheren und anspruchsvollen Bahnen gehört und daher nicht für Kleinkinder geeignet ist.

Was halten Sie von Kettenrodeln – also wenn mehrere Schlitten als „Zug“ miteinander verknüpft sind?

Kettenrodeln birgt aus meiner Sicht schon ein Gefahrenpotenzial, weshalb ich gerade bei anspruchsvolleren Bahnen davon abrate.

Welche Rodelbahnen würden Sie empfehlen? Was taugt eher für sportliche Fahrer, was eher für Kinder und Familien?

Dazu drei Tipps von mir. Erstens Berchtesgaden-Hochschwarzeck: Der bayerische Olympiastützpunkt ist in Berchtesgaden und somit wurde der Ort zu meiner zweiten Heimat. Eine familienfreundliche Strecke führt über eine Länge von 3,6 km ins Tal. Zweitens Thiersee – Kala-Alm in der Nähe von Kufstein: Zu Fuß geht’s auf die Kala-Alm am Pendling. Doch der knapp einstündige Aufstieg lohnt sich! Insbesondere wenn man einen Aufenthalt in der gemütlichen Hütte einplant. Für größere Gruppen unbedingt Schweinsbraten und Kaiserschmarrn beim Hüttenwirt Tom vorbestellen! Drittens Zahmer Kaiser – Aschinger Alm bei Durholzen: Die neu angelegte Rodelbahn am Zahmen Kaiser ist gut ausgebaut und entspricht den aktuellen Sicherheitskriterien. Mit ihrem moderaten Gefälle ist sie für die ganze Familie gut geeignet.

Haben Sie eine persönliche Lieblingsrodelstrecke in den heimischen Bergen?

Ja, den Wallberg bei Rottach-Egern. Der Wallberg liegt nicht nur in meiner Nachbarschaft, sondern ist auch einer der schönsten Ausflugsberge im Münchner Umland. Dort befindet sich die wohl längste Naturrodelbahn Deutschlands. Mit der Wallbergbahn nach oben und am berühmten Wallberg-Kircherl beginnt die 6,5 Kilometer lange Schlittenpartie. Nach Ende unserer Wettkampfsaison waren wir auch schon mit der ganzen Nationalmannschaft dort. Eine Mordsgaudi, als selbst der eine oder andere Weltmeister abseits der Bahn landete!

Webseite der Weltklasse-Rodlerin www.geisenberger.de

Von Martin Becker

Mehr zum Thema:

Die schönsten Hütten auf Münchens Hausbergen

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