Tagtäglich wird getrickst auf Bayerns Skipisten. Denn Wintersportler, die ihre Tageskarte am frühen Nachmittag zum halben Preis verkaufen, liegen damit in den meisten Skigebieten immer noch deutlich unter dem Kaufpreis für Stundenkarten an der Kasse. Verena Lothes weiß das. Sie ist Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn – und bislang relativ machtlos. „Wir wissen, dass viele Tagesskikarten auf dem Parkplatz weiterverkauft werden“, sagt sie. „Aber uns sind die Hände gebunden.“
„Die Kontrollen hemmen nicht nur, sie klären auch auf“
Dieses System ist nicht neu, in Österreich arbeiten viele Ski- und Bergbahnbetreiber längst mit Foto-Kontrollen. Die Skiwelt Wilder Kaiser im Brixental war unter den ersten, die das System 2009 eingeführt haben – und hat bislang nur positive Erfahrungen damit gemacht. „Wir haben die Kameras mitgekauft, als wir das Zutrittssystem modernisiert haben“, berichtet Prokurist Andreas Haselsberger. „Und wir haben dadurch erst gemerkt, wie viel mit den Skipässen getrickst wird.“ Etwa fünf bis zehn Prozent der Wintersportler gaben ihre Karten damals weiter, berichtet er. Wesentlich mehr, als die Betreiber erwartet hatten.
Das hat sich in den vergangenen drei Jahren in Österreich deutlich verbessert. „Die Kontrollen hemmen nicht nur, sie klären auch auf“, sagt Haselsberger. Wer erwischt wird, muss sofort seinen Skipass abgeben, bei Uneinsicht drohen sogar Bußgelder bis zu 80 Euro.
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In den bayerischen Skigebieten müssen die Wintersportler bislang noch keine Bußgelder zahlen, wenn sie versuchen zu tricksen. Aber in immer mehr Skigebieten verlieren sie inzwischen ihren Skipass, wenn sie erwischt werden. Nach und nach rüsten die Betreiber ihre Zutrittskontrollen auf. Die oberbayerischen Alpenplus-Partner haben das vergangenen Sommer getan. In den fünf Skigebieten wird seit dieser Saison fotografiert.
Datenschützer haben keine Bedenken
Allein an einem Tag haben die Mitarbeiter der Stümpflingbahn (Kreis Miesbach) mit Stichproben einmal 14 Betrüger ertappt, berichtet die Alpenplus-Sprecherin Antonia Asenstorfer. Der Skipass-Handel auf dem Parkplatz, den die Mitarbeiter immer wieder beobachtet haben, hat deutlich abgenommen, soviel kann sie bereits sagen. Beschwerden gegen das neue System habe es nur in den ersten Wochen gegeben. Die meisten Wintersportler reagieren gelassen auf das Foto-Shooting, von dem sie gar nichts mitbekommen.
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Von Katrin Woitsch


© Thomas PlettenbergAm Monitor überführt: Die Mitarbeiter der Liftbetreiber sehen sofort, wenn ein Skipass weitergegeben wurde.














