Skipässe sollen mit Fotos personalisiert werden: Tricksern auf der Spur

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    • 20.02.13
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Durch Fotos personalisiert

Den Skipass-Tricksern auf der Spur

Garmisch-Partenkirchen - Immer mehr Liftbetreiber wollen verhindern, dass Wintersportler ihre Skipässe weiterverkaufen. Deshalb führen sie ein Überwachungssystem ein, das Schummler mit Fotos überführt.

© Thomas Plettenberg

Unsichtbare Kontrolle: Skifahrer werden am Drehkreuz der Suttenbahn überprüft, ohne etwas davon zu merken.

Tagtäglich wird getrickst auf Bayerns Skipisten. Denn Wintersportler, die ihre Tageskarte am frühen Nachmittag zum halben Preis verkaufen, liegen damit in den meisten Skigebieten immer noch deutlich unter dem Kaufpreis für Stundenkarten an der Kasse. Verena Lothes weiß das. Sie ist Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn – und bislang relativ machtlos. „Wir wissen, dass viele Tagesskikarten auf dem Parkplatz weiterverkauft werden“, sagt sie. „Aber uns sind die Hände gebunden.“

Noch. Denn ab kommender Saison wird es für die Betrüger in den Garmischer Skigebieten schwer – dann wird geknipst: Die Zutrittssysteme werden modernisiert und mit Kameras ausgestattet. Wintersportler, die an einem Tag zum ersten Mal den Eingang zum Lift passieren, werden fotografiert, diese Bilder werden per Computer mit der Kartenkennung verknüpft. Jedes Mal, wenn die Karte für ein Drehkreuz im Skigebiet verwendet wird, erscheint das Bild auf einem Monitor – und Mitarbeiter der Liftbetreiber erkennen, ob der Skipass-Nutzer auch der ursprüngliche Käufer ist.

„Die Kontrollen hemmen nicht nur, sie klären auch auf“

Dieses System ist nicht neu, in Österreich arbeiten viele Ski- und Bergbahnbetreiber längst mit Foto-Kontrollen. Die Skiwelt Wilder Kaiser im Brixental war unter den ersten, die das System 2009 eingeführt haben – und hat bislang nur positive Erfahrungen damit gemacht. „Wir haben die Kameras mitgekauft, als wir das Zutrittssystem modernisiert haben“, berichtet Prokurist Andreas Haselsberger. „Und wir haben dadurch erst gemerkt, wie viel mit den Skipässen getrickst wird.“ Etwa fünf bis zehn Prozent der Wintersportler gaben ihre Karten damals weiter, berichtet er. Wesentlich mehr, als die Betreiber erwartet hatten.

Das hat sich in den vergangenen drei Jahren in Österreich deutlich verbessert. „Die Kontrollen hemmen nicht nur, sie klären auch auf“, sagt Haselsberger. Wer erwischt wird, muss sofort seinen Skipass abgeben, bei Uneinsicht drohen sogar Bußgelder bis zu 80 Euro.

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In den bayerischen Skigebieten müssen die Wintersportler bislang noch keine Bußgelder zahlen, wenn sie versuchen zu tricksen. Aber in immer mehr Skigebieten verlieren sie inzwischen ihren Skipass, wenn sie erwischt werden. Nach und nach rüsten die Betreiber ihre Zutrittskontrollen auf. Die oberbayerischen Alpenplus-Partner haben das vergangenen Sommer getan. In den fünf Skigebieten wird seit dieser Saison fotografiert.

Datenschützer haben keine Bedenken

Allein an einem Tag haben die Mitarbeiter der Stümpflingbahn (Kreis Miesbach) mit Stichproben einmal 14 Betrüger ertappt, berichtet die Alpenplus-Sprecherin Antonia Asenstorfer. Der Skipass-Handel auf dem Parkplatz, den die Mitarbeiter immer wieder beobachtet haben, hat deutlich abgenommen, soviel kann sie bereits sagen. Beschwerden gegen das neue System habe es nur in den ersten Wochen gegeben. Die meisten Wintersportler reagieren gelassen auf das Foto-Shooting, von dem sie gar nichts mitbekommen.

© Thomas PlettenbergAm Monitor überführt: Die Mitarbeiter der Liftbetreiber sehen sofort, wenn ein Skipass weitergegeben wurde.

Auch Datenschützer haben keine Bedenken – solange einige Dinge beachtet werden. „Die Skifahrer müssen wissen, dass Fotos von ihnen gemacht werden, die Bilder müssen nach Ablauf des Skipasses wieder gelöscht werden und dürfen nur von einem kleinen Personenkreis genutzt werden“, sagt Peter Meier vom Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht. Kontrollen, ob diese Regeln eingehalten werden, gibt es allerdings erst, wenn Beschwerden kommen. Andreas König, der Sicherheitsexperte des Deutschen Skiverbands, kann die Liftbetreiber verstehen. „Wer ins Freibad geht, kann seine Eintrittskarte danach ja auch nicht einfach weiterverkaufen“, argumentiert er. Er sieht allerdings ein anderes Problem: „Die Frage ist, ob bei den Kontrollen die Richtigen erwischt werden“, sagt er. „Denn wer seine Tageskarte auf dem Parkplatz verkauft hat, ist längst weg, bis der Betrug bemerkt wird.“

Und was halten Sie von personalisierten Skipässen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und diskutieren Sie mit!

Von Katrin Woitsch

 

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