Die Zukunfts-Debatte am Sudelfeld

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    • 13.12.12
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Steuergeld für Pulverschnee

Die Zukunfts-Debatte am Sudelfeld

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Bayrischzell – Am Sudelfeld wird über die Zukunft gestritten. Skiliftbetreiber wollen mehr Schneekanonen, Umweltschützer neue Tourismuskonzepte. Der Ausgang ist ungewiss.

Umweltschützer protestieren im März 2012 am Sudelfeld gegen den Bau des Speichersees. foto: Marc Müller/dpa

Umweltschützer protestieren im März 2012 am Sudelfeld gegen den Bau des Speichersees. foto: Marc Müller/dpa

Am 18. Dezember wird es im Landratsamt Miesbach heiß hergehen. Dann stoßen Umweltschützer und Liftbetreiber des Sudelfelds aufeinander – und diskutieren die Zukunft des dortigen Skigebiets. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines jahrelangen Streits um die Frage, ob das Sudelfeld ein zwei Fußballfelder großes Wasserreservoir für Kunstschnee braucht – oder eben nicht.

Aus Sicht der Gemeinde Bayrischzell (Kreis Miesbach) und der Bergbahnen Sudelfeld GmbH – ein Zusammenschluss mehrerer Skiliftbetreiber – ist der Fall klar. Der weltweite Klimawandel macht auch vor den bayerischen Bergen keinen Halt – mildere Temperaturen könnten ihnen in den nächsten Jahren die Bilanzen verhageln. Um das zu verhindern, wollen sie massiv aufrüsten. Nach dem Willen der Bergbahnen Sudelfeld GmbH soll das Skigebiet für 25 Millionen Euro modernisiert werden. Das heißt, es sollen mehr Beschneiungsanlagen gebaut werden, um die Wintersportler nicht irgendwann an die österreichische Konkurrenz zu verlieren. Bis zu 250 neue Schneekanonen sind im Gespräch, mit denen 71 Hektar Piste beschneit werden könnten. Das Herzstück ist ein 1, 5 Hektar großer Speichersee, um daraus Wasser für den Kunstschnee abzupumpen. Er wäre damit einer der größten, den es in den bayerischen Alpen gibt.

Der Bund Naturschutz (BN) lehnt den Bau vehement ab und verweist darauf, dass es sich bei der geplanten Stelle um ein Landschaftsschutzgebiet handelt. Ob das tatsächlich so ist, ist allerdings unklar. Das für die Baugenehmigung zuständige Landratsamt Miesbach erklärte, dass das vorliegende Kartenmaterial „eine abschließende Klärung dieses Punkts“ derzeit leider nicht zulasse. Die Prüfung laufe noch.

Am 18. Dezember nun findet dazu ein Erörterungstermin statt. Laut einer Behördensprecherin soll an diesem Tag aber keine Entscheidung fallen – jedoch in den Wochen danach. Für die Betreiber des Skigebiets ist eine schnelle Genehmigung wichtig; eine der möglichen Fördermaßnahmen läuft 2013 aus. Das Bauvorhaben könnte mit bis zu 35 Prozent aus Steuergeldern bezuschusst werden – also rund neun Millionen Euro. Für einen entsprechenden Antrag aber braucht die Bergbahnen GmbH erst einmal die Genehmigung des Landratsamts.

Das Sudelfeld ist jedoch nicht das einzige Skigebiet, das sich dem Klimawandel mit massivem Technikeinsatz entgegenstemmt. Auch an diesen Orten wird fleißig gebaut:

-Skigebiet Brauneck: Dort gibt es seit kurzem zwei Speicherseen. Der letzte wurde im Oktober fertiggestellt ist 250 Meter lang, 85 Meter breit und 15 Meter tief. Er fasst 100 Millionen Liter Wasser, mit dem 70 Propeller-Schneekanonen gefüttert werden.

-Skigebiet Schwärzenliften (Oberallgäu): An den Schwärzenliften soll ein neuer Speicherteich mit einem Volumen von 7000 Kubikmetern gebaut werden. Nach Angaben von Naturschützern wäre ein Gebiet betroffen, das unter die EU-Naturschutzrichtlinie Fauna-Flora-Habitat fällt.

-Oberstaufen (Oberallgäu): Im Bereich der Hündlebahn ist auf vier Abfahrtsflächen der Bau und Betrieb einer Beschneiungsanlage mit 3,6 Kilometern Schneileitungen, 37 Schneeerzeugern mit Wasser aus einer Fernwasserleitung und einem Kühlturm geplant.

Kritik an Maßnahmen dieser Art kommt jedoch nicht nur vom BN. An der Sitzung in Miesbach wird auch der Deutschen Alpenverein (DAV) teilnehmen. Der DAV lehnt den Bau des Speichersees ebenfalls ab. Der Verein hat vor kurzem Teile einer Studie veröffentlicht, die den Nutzen des Wasserreservoirs anzweifeln. Auch die Grünen halten den Ausbau für falsch. „Ob deklariertes Landschaftsschutzgebiet oder nicht, auf Schneekanonen im Sudelfeld zu setzen, ist aus Umwelt- und Klimaschutzgründen vollkommener Nonsens“, sagt Claudia Stamm, deren haushaltspolitische Sprecherin im Landtag. Die Grünen fordern stattdessen neue Tourismuskonzepte.

Patrick Wehner

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Kommentare

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Tegspezial17.12.2012, 08:22Antwort
(0)(0)

Tja lies mal deine älteren Kommentare durch und dann treff ma uns hier wieder!Der Großteil davon ist nämlich polemisches dahergerede ohne Aussage.

Florian15.12.2012, 10:23
(4)(0)

Die sollen doch einfach Sudelfeld dicht machen ! Deutschland ist ja in punkto Urlauber eh Job killer ... und jedem Dav Mitglied ,grünen , Naturschützer in Austria in sämtlichen Skigebieten mit künstlichen Seen HAUSVERBOT geben und alle sind glücklich !! und man muss sich nicht jedes Jahr den gleichen misst anhören ! wird ja eh nie was Gebaut , weil ihrgend ein Einzeller oder Pfurz einer Kuh sonst in seiner Existenz bedroht ist !
sollen doch alle in die Skiwelt fahren ist nicht viel weiter und hat Seen die künstlich sind und trotzdem sich in die Natur einpflegen als waren sie schon immer da !!

Lektor13.12.2012, 18:25Antwort
(1)(0)

Der kann halt nur Simsen ...

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