Die Liftbetreiber im Spitzingseegebiet haben es in der vergangenen Saison bereits mit Verbotsschildern für Skitourengeher probiert. Ein stumpfes Schwert, wie sich herausgestellt hat. Auch entsprechende mündliche Hinweise des Liftpersonals „haben noch nie dazu geführt, dass jemand nicht hinaufgestiegen ist“, wie Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer nun im Gemeinderat sagte. Jetzt sollen die Tourengeher per Anordnung von ihrem gefährlichen Tun abgehalten werden.
Wie berichtet, war es in anderen Skigebieten zu schweren Unfällen mit Pistenraupen mit Seilwinden gekommen. „Wir hatten auch den einen oder anderen, der uns ins Seil gefahren ist. Verletzt hat sich bisher aber niemand“, sagt Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee. Er bestätigt auch, dass die Problematik mit Tourengehern, die auf präparierten Pisten mit den alpinen Fahrern ins Gehege kommen, überhand genommen habe. Der Großteil ist vernünftig, aber die Zahl der Uneinsichtigen steigt an.
Deshalb, so Alkofer, hätten sich die Liftbetreiber vor Weihnachten an die Gemeinde gewandt, mit der Bitte ihnen eine schärfere Waffe zu reichen. Dies soll nun mit der Anordnung geschehen. Bei einem Verstoß droht eine Geldbuße, die Alkofer zufolge bis zu 1000 Euro betragen kann. Das Problem dabei ist die Kontrolle. Angepeilt sei deshalb ein Gespräch mit der Polizei bezüglich stichprobenartiger Kontrollen, erklärt der Geschäftsleiter. Läuft alles glatt, könnte der Entwurf, der im Gemeinderat vorgestellt wurde, nächste Woche in Kraft treten. Bis dahin möchte die Gemeinde noch an Details feilen, zum Beispiel die Öffnungszeiten der Berghütten berücksichtigen und sich auch mit Rottach-Egern in Verbindung setzen, in deren Zuständigkeit die Suttenabfahrt fällt. Auf die Liftbetreiber kommt dann die Aufgabe zu, mittels gut sichtbarer Schilder auf die gemeindliche Anordnung hinzuweisen.
Ziel der Maßnahmen ist es, einen sicheren Skibetrieb zu gewährleisten. Hierzu ist Alkofer zufolge bereits mit den Wirten der Berghütten gesprochen worden, die die Skifahrer dazu anhalten, vor der Präparierung ins Tal zu fahren. Obendrein wurden spezielle Angebote für Tourengeher geschaffen. Der Deutsche Alpenverein hat eine Karte mit Aufstiegsmöglichkeiten abseits der Pisten im Stümpflinggebiet erstellt, und am Taubenstein fährt die Bergbahn außerhalb der Ferien nur von Freitag bis Sonntag. Hier heißt es: freier Zugang für alle Skitourengeher. (dak)

















