Königliche Aussichten in den Ammergauer Alpen

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    • 17.10.11
    • Spritztouren
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Wunderliche Felsenwelt

Steigt man gegen den Uhrzeigersinn dem Teufelstättkopf aufs Haupt, erwartet einen eine abwechslungsreiche und eher ruhige Route. Gleich hinterm Parkplatz in Unterammergau entdeckt man eine pittoreske Kapelle.

© Neumayer

Auf dem schmalen Gipfel des 1758 Meter hohen Teufelstättkopf genießt man eine grandiose Rundschau.

Sie wurde um 1700 von den Wetzsteinmachern erbaut. In der nahen Schleifmühlenklamm erzählen Schautafeln von dem gefährlichen Handwerk im Steinbruch. Wir heben uns den interessanten Weg durch die Klamm für den Schluss der Tour auf und halten uns zunächst an die Forststraße. Später öffnet sich der Wald und am Horizont prangen bizarre Felsspitzen und Türmchen. Schelmisch gaukeln sie einem vor, das Tagesziel bereits vor Augen zu haben.

Gegenüber der Kuhalm erklimmt man einen Wiesenrücken und erhält einen ersten Vorgeschmack der herrlichen Rundschau, die hier ihren Anfang nimmt.

Mysteriöse Drachen in luftiger Höhe

Die Ammergauer Alpen, das Wettersteingebirge mit der Zugspitze und das Alpenvorland spendieren traumhafte Ansichten. Bald nähert man sich wunderlichen Felsformationen. Am auffälligsten erscheint ein schnabelartiger Sporn mit goldener Kugel und Gipfelkreuz. Wer es draufhat, erkraxelt den kecken Gipfel mit dem schönen Namen „Auf dem Stein“.

Unsere Route schlängelt sich derweil über einen von Latschen gesäumten Kamm. Zackengrate wachsen aus grünen Rücken und ähneln mysteriösen Drachen. Sie ziehen die Blicke magisch auf sich, obwohl der schmale Weg in der letzten luftigen Etappe keine Unachtsamkeit erlaubt. Ein kurzes Stück klettert man an einem dicken Drahtseil entlang bis zum Gipfelkreuz hinauf.

Hernach geht’s einen schmalen Waldrücken hinab zu den Almwiesen des Pürschling- Hauses (August-Schuster- Haus). Seit 1919 gehört die Hütte dem Alpenverein. Der Doppelname ist auf das Gründungsmitglied der Sektion Bergland, August Schuster, zurückzuführen. Der Mann interessierte sich nicht nur für Berge, sondern auch für diverse Ausrüstungsgegenstände. Schließlich gründete er eines der heute größten Sporthäuser Europas. Doch es war König Max II, Vater von Ludwig II, der als Erster den sagenhaften Ausblick am Pürschling zu schätzen wusste und eine Jagdhütte baute. Den kleinen Ludwig nahm er oft mit herauf. Für die Jagd allerdings war dieser nicht zu begeistern...

Wer im Abstieg einen stillen Wald- und Wiesenweg der bequemeren Forststraße vorzieht, folgt beim Pürschling- Haus den unauffälligen Weg zum Plattenberggrat. Allerdings nur die Forststraßenroute passiert später die malerische Josefi-Kapelle, ein prachtvoller Bau im Barockstil. Im flachen Langenthal führt ein steiniger Weg bergab in ein enges Flusstal hinein. Auf einmal hält man inne, denn es zeigt sich in einer Felswand das Gesicht Christi. Man erzählt sich, ein Bildhauer aus Unterammergau habe nach dem 2. Weltkrieg ein Gelübde erfüllt und das Gesicht mit der Dornenkrone in den Felsblock gemeißelt (Jesu in der Rast).

Den Abzweig zur Schleifmühlenklamm sollte man hernach nicht verpassen. Ein schmaler, meist gesicherter Weg windet sich am tosenden Bach entlang. Von Stahlbrücken aus schaut man auf Wasserfälle und in Gumpen. Und wer seine heiß gelaufenen Wanderfüße kühlen möchte: Am Ende der Klamm wartet ein Barfußpfad.

VON DORIS NEUMAYR

TEUFELSTÄTTKOPF (1758 M)

ANFAHRT – Auto: A 95 München – GAP bis Autobahnende. B 2 bis Oberau. Rechts auf B 23 Richtung Augsburg. Über Ettal, O’gau nach Unterammergau. Nach Ortsschild links, Schild: Parkplatz Pürschling. Bahn: Bhf. Unterammergau.

TOUR – 900 Höhenmeter, gesamt 11 km; Aufstieg ca. 2,5 Std., Abstieg ca. 2 Std.; schmale Pfade, mittelschwer, Trittsicherheit nötig, Gipfel mit Drahtseilsicherung. Aufstieg: Vom Parkplatz auf Forststraße im Wald bergan (Schild: Teufelstättkopf, Weg Nr. 18). Auf Lichtung an eine Forststraßen-Verzweigung. Hier rechts Forstweg (Schild: Kuhalm, n. bew.) durch lichten Wald.

Auf Höhe der Kuhalm verlässt man den Forstweg nach links. Ein unbeschilderter Steig leitet einen Wiesenrücken hinauf. Dort über einen mit Baumgruppen und Latschen bestandenen Graskamm bergauf. Vorbei am Felsgipfel „Auf dem Stein“. Der Steig verläuft auf einem von Latschen gesäumten Grat. Dann ein paar Meter abwärts zum Fuß des Teufelstättkopf. Ein Seil führt über marmorglatte Steinblöcke zum Gipfel. Abstieg: Vom Gipfel am Seil entlang zurück. Weg nach Süden abwärts folgen. Auf Wiesensattel an Verzweigung. Hier links (Osten) über waldigen Kamm bergab und zum Pürschling- Haus (1566 m). Weiter abwärts auf breiter Forststraße um Plattenberggraben herum. Vorbei an Josefi-Kapelle. Über Wiesen der Langenthalalm (1197 m) zu Weidegatter. Nach dem Gatter steht man vor dreiarmiger (unbeschilderter) Verzweigung. Man wählt den mittleren Weg, zieht bergab am Fluss entlang. Vorbei an Gedenkstätte „Jesu Rast“. Nach Gittertor kreuzt man bald die Forststraße, auf dieser bergab. An Abzweig links (Schild: Schleifmühlenklamm, 20 Min). Durch Klamm zum Ausgangspunkt. Alternativ-Abstieg: Beim Pürschling-Haus links (Schild: grünes Quadrat). Pfad zum Plattenberggrat folgen (Nord, Nordosten). Über Wald- und Wiesenkamm hinab zu den Wiesen der Langenthalalm (1197 m). Weiterweg siehe Abstieg. Einkehr: Pürschling-Haus (August-Schuster-Haus). Nur April u. Nov. zu; T.: 08822/3567; www.august-schuster-haus.de

TIPP – Wetzsteinmuseum, Schleifmühle, 10-22 Uhr (Mo Ruhetag); Tel.: 0 88 22 / 13 23; www.schleifmuehle.net

KARTE – Kompass-Karte 5, Wettersteingebirge.

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