Aussichtsreicher Spaziergang im Landkreis Miesbach

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    • 23.04.12
    • Spritztouren
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Frühlingserwachen

Das ist Werbeidylle pur: Weiße Betttücher flattern an einer Wäscheleine. Eine Bäuerin öffnet ein knarrendes Fenster. Drinnen in der Stube sitzt die Familie und löffelt dampfende Suppe.

© Neumayr

Während des Frühlingsspaziergangs rund um Wall genießt man immer wieder einen wunderbaren Blick über weite Wiesen ins Gebirge.

Kirchenglocken tönen hell und klar über weite Wiesen. Samstagmittag in einem der Weiler der Gemeinde Warngau. Stolze Einödhöfe, die seit Generationen allen Wettern trotzen, prägen das Landschaftsbild. Am Wegesrand tauchen immer wieder Marterl, Bildstöcke und kleine Kapellen auf. Viele der Gedenkstätten sind, obwohl oft schon jahrhundertealt, restauriert oder zumindest mit Blumen geschmückt. Wenige schmale Straßen, gerade breit genug für einen Traktor, schlängeln sich durch das leicht gewellte Weideland.

Mitten in diesem Zauberland ist der Ort Wall gelegen. Der Ortsname bildete sich aus den Wörtern „Walda“, „Wahl“ und „Ualda“, was so viel wie „Waldgebiet“ bedeutet. Erstmals erwähnt wird das Gebiet im Jahr 1126. Wann genau man angefangen hat, den einstigen Wald zu roden und zu besiedeln, ist nicht mehr belegbar. Heute findet man nördlich von Wall ein parkähnliches, von Wiesen, einzelnen Baumgruppen und Einödhöfen durchsetztes Plateau. Ein ideales Territorium für genussreiche und entschleunigte Ausflüge. Etwa 3 km nach dem kleinen Ort Gotzing starten wir zu unserem Spaziergang. Das Sträßchen führt bald schon am Weiler Daxer vorbei. Mit rustikalem Blockbau-Obergeschoss, umlaufender Laube und Giebellaube aus dem Jahr 1684 präsentiert sich das schmucke Wohnhaus. Das Dach wurde 1933 aufgestellt. Wie zahlreiche andere Bauernhäuser in dieser Gegend steht der Hof unter Denkmalschutz. Dann folgt man dem Sträßchen südwärts. Nach einem kurzen Waldstück genießt man wieder sonnige Weideflächen und den beinahe allgegenwärtigen Gebirgsblick. Im Kontrast zum zarten Frühlingsgrün der Wiesen zeigen sich die samtigweiß glänzenden Schneeflanken ganz besonders malerisch.

© Kompass-KarteAusschnitt aus Kompass-Karte 8, Tegernsee, Schliersee. Lizenz: 17-0906- LVB.

Der Gipfelreigen spannt sich vom Wendelstein im Osten über das Rotwandgebiet bis zum Hirschberg. Dann bei der kleinen Kapelle im Weiler Meister muss man sich entscheiden, ob man die große Rundtour packt oder erst mal eine kleine Runde wagt. Wer die große Runde unter die Sohlen nimmt, kann sich hernach in Wall gleich auf zwei Gasthäuser und die sehenswerte Kirche St. Margareth freuen. Die Pfarrkirche ist ein spätgotischer Tuffsteinbau und wurde Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet. Eindrucksvoll erweist sich der 1755 barockisierte Innenraum. Ein Deckenfresko zeigt die angekettete Kirchenpatronin, die von einem schauerlichen Drachen bedroht wird. Einer Legende nach wurde die wunderschöne Margareth vom Stadtpräfekten begehrt. Als sie ihn zurückwies, wurde sie gefoltert und schließlich enthauptet...

Als Überbleibsel der näheren Vergangenheit fungieren die Namensschilder an den Gebetsbänken. Dadurch saß früher während der Messe jedes Gemeindemitglied auf seinem angestammten Platz. Heutzutage sitzt natürlich jeder da, wo er gern möchte. Der Rückweg verläuft auf einem verträumten Sträßchen in Richtung Hinterthalham. Mit bunten Blumen am Wegesrand, dem leuchtenden Wald-Gelbstern, den zartweißen Buschwindröschen, Krokussen und den Schlüsselblumen verabschiedet sich eine Landschaft, die viel schöner ist, als sie ein Werbeprospekt je zeigen könnte...

Doris Neumayr

RUND UM WALL

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg bis Ausfahrt Weyarn. Weiter Richtung Miesbach auf St 2073. In Thalham rechts Richtung Gotzing. In Gotzing links Richtung Wall. Drei Kilometer nach Gotzing am Straßenrand parken. Der Weiler Daxer ist bereits sichtbar (beim Parken bitte landwirtschaftlichen Verkehr berücksichtigen).

TOUR – Rundtour 6,5 km (Kleine Runde 4,7 km), 100 Höhenmeter, reine Gehzeit insgesamt ca. 2,5 Stunden. Die Strecke verläuft hauptsächlich auf ruhigen, asphaltierten Nebenstraßen, 400 Meter auf einer Landstraße und 400 Meter auf einem Feldweg. Festes Schuhwerk und eine aktuelle Wanderkarte sind empfehlenswert, etwas Orientierungssinn ist nötig.

Verlauf: Das Sträßchen führt vorbei am Weiler Daxer. Bald danach links (Richtung Wall) und vorbei an den Weilern Hössenthal, Neuhaus, Meister, Kaishof (die kleine Runde dreht im Weiler Meister bei der Kapelle nach links). Man kommt an die Miesbacher Straße vor das Gasthaus Cafè Waldeck (Tel.: 0 80 25 / 85 24). An der Miesbacher Straße links in den Ort Wall (Kirche St. Margareth, tagsüber offen). In Wall direkt nach dem Gasthof Mehringer (Tel.: 0 80 25/ 1551) links. Dem Sträßchen „Kirchbichl“ abwärts folgen. Dann flach geradeaus an Bildstock vorbei bis Kirchweger. Wieder geradeaus (alle Abzweigungen ignorieren) bis Schusterhäusl. In Schusterhäusl auf dem Sträßchen links bergauf an beschilderte Straßenkreuzung (hier mündet die kleine Runde wieder in die Hauptroute). An dieser Kreuzung Richtung Hinterthalham. An der nächsten beschilderten Verzweigung nach Hinterthalham. Dort rechts nahe am Hof vorbei auf einem Feldweg bergab. An Jägerstand vorbei und im Wald bergauf. Kurz darauf ist man wieder zurück am Ausgangspunkt.

KARTE – Kompass-Karte 8, Tegernsee, Schliersee.

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