Kloster Reutberg: Wo die Burg versunken ist

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    • 22.10.12
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Vom Koglweiher zum Kloster Reutberg

Wo die Burg versunken ist

Nichts los im Moos? Gut so, denn diese Jahreszeit ist optimal für einen ruhigen Spaziergang zum Kirchsee und vielleicht bis zum Kloster Reutberg. Ausgangspunkt ist der Koglweiher in der Nähe von Kirchbichl.

© Neumayr

Immer wieder findet sich am Ufer des Kirchsees ein schönes Plätzchen zum Verweilen.

Gleich von Anfang an besticht die pittoreske Moorlandschaft des Naturschutzgebietes Ellbach-Kirchseemoor. Immer wieder staunt man über die ockerfarbene bis rostbraune Tönung der Pflanzenwelt. Nuancen, die nur Malermeister Herbst in seiner Farbpalette führt. Es ist der Lebensraum vieler geschützter Pflanzen und Tiere. Doch die Fauna gibt sich meist sehr unauffällig und wird übersehen. Da wäre die Schmale Windelschnecke mit einer Größe von nur knapp zwei Millimeter. Oder die Gelbbauchunke, ein 3,5 bis fünf Zentimeter großer Lurch, der sich derzeit schon sein Winterquartier sucht.

Die Gebirgskette hinter dem See

Kleine Waldstücke und Lichtungen wechseln sich ab und nach etwa 45 Minuten steht man am Westufer. Da stockt einem doch wirklich der Atem, vor allem bei Föhn! Hinter dem Kirchsee mit seinem goldenen Schilfgürtel zeichnet sich messerscharf die Gebirgskette ab und als Blickfang ragt der imposante Turm der Klosterkirche Reutberg in den Horizont. Wen die „Seen-Sucht“ weiter treibt, wandert noch bis ans Nordufer, wo noch andere traumhafte Rastplätze warten. Oder man spaziert bis hinüber zum Kloster Reutberg.

Egal, ob man sich gleich der gemütlichen Einkehr im Bräustüberl widmet, oder der barocken Klosterkirche von 1735 einen Besuch abstattet, für uns Weltliche bleiben die Ordensschwestern meist unsichtbar. Seit 1651 beherbergt das Kloster die Franziskanerinnen. Sie führen ein Leben nach den Regeln strenger Klausur. Doch die fünf hochbetagten Nonnen sorgen sich um die Zukunft ihres Klosters: es fehlt der Nachwuchs. Täglich beten die Ordensfrauen vor der Gruft ihrer 1923 verstorbenen Mitschwester Maria Fidelis Weiß. Die in der ganzen Region verehrte Nonne hatte mystische Visionen und heilte wie durch ein Wunder einen Schwerkranken. Eine Heiligsprechung durch den Papst wäre vermutlich die Rettung des Klosters. Vielleicht ließen sich dann auch einige Novizinnen gewinnen, so hoffen die Ordensschwestern.

Da zeigt sich sogar der Wilde Kaiser

Der Gebirgsblick vom Klosterhügel Reutberg aus ist legendär. Bei klarer Sicht präsentiert sich sogar der Wilde Kaiser. Reutberg gehört zur nahen Gemeinde Sachsenkam, die man hinter hügeligem Weideland entdeckt. Entstanden ist Sachsenkam unter Karl dem Großen im 8./9. Jahrhundert. Nördlich vom Kirchsee liegt der Eglsee, der früher groß gewesen sein muss. Dort besaßen die einstigen Herren von Sachsenkam eine Burg, die wahrscheinlich während des Dreißigjährigen Krieges von den Schweden niedergebrannt wurde. Einer Sage nach gibt es für das Verschwinden der Burg jedoch eine andere Ursache: Böse Herren und drei Fräulein, gräflichen Geschlechts regierten auf der Burg. Ein richtiges Raubgesindel seien sie gewesen und hätten recht lasterhaft gelebt. Deswegen sei als Gottes Strafe das gesamte Bollwerk im Kirchsee versunken. Manchmal, so heißt es, habe schon einer im See Mauertrümmer gesehen....

Mauertrümmer sieht man vom Klosterhügel aus nicht, doch manchmal kann man sich vom Anblick des Gebirgsreigens nicht losreißen. Es bleibt einem nur die Vorfreude auf den Rückweg, dann lässt man all die schönen Eindrücke wie einen Film noch mal „ablaufen“ – nur in umgekehrter Reihenfolge.

Von Doris Neumayr

AM KIRCHSEE

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg bis Ausfahrt Holzkirchen. Auf B 318 nach Holzkirchen. In „Holzkirchen-Ortsmitte“ auf B 13 Richtung Bad Tölz. Abzweigung nach Sachsenkam. Im Ort zunächst weiter Richtung Bad Tölz, dann beim Gasthof Altwirt rechts, Wegweiser „Kirchbichl“. Kurz vor Kirchbichl nach einer Bushaltestelle rechts, Wegweiser „Abrain, Kogl“. Direkt am Koglweiher ist ein größerer Parkplatz.
Bahnhöfe: Holzkirchen und Bad Tölz. Von dort mit dem RVO-Bus, Linie 9568, zur Haltestelle „Abrain, Hintersberg“, Information www.db.de und www.rvo-bus.de (Telefon: 0 80 22 / 18 75 00).

TOUR – Gehstrecke insgesamt: 10 Kilometer, Gehzeit insgesamt: ca. 2,5 – 3 Stunden (kleine Tour bis zum Kirchsee und zurück insgesamt 5 Kilometer, ca. 1,5 Stunden). Der breite Weg ist steinig, aber gut festgetreten, ca. 1/3 Teerstraße (auch mit einem Fahrrad machbar). Die Ausschilderung ist gut. Vom Parkplatz am Koglweiher auf einem für öffentlichen Verkehr gesperrten Teersträßchen Richtung Norden. Beim ersten Abzweig nach rechts, Wegweiser„ Kloster Reutberg, Kirchsee Nordufer“. Am Waldrand mündet man in einen breiten Wanderweg. Man erreicht nach kurzem Auf und Ab durch Wald und über Lichtungen das Kirchseewestufer. Der Weg führt am Kirchsee entlang, mündet am Nordufer in eine Teerstraße. Auf dieser zieht man bis zum Kloster Reutberg. Rückweg über die gleiche Route.

TIPPS – Die Klosterkirche ist täglich geöffnet. Das Klosterbräustüberl Reutberg ist ebenfalls täglich geöffnet von zehn bis 24 Uhr. Betriebsurlaub 7. bis 18. November. Tel.: 0 80 21 / 86 86. Veranstaltungen in der näheren Umgebung, zum Beispiel in Holzkirchen (www.holzkirchen.de): Jahrmarkt „Simon-Judi-Markt“. Sonntag, 28. Oktober, von 8 bis 17 Uhr, Am Marktplatz, Herdergarten. Informationen: Markt Holzkirchen, Tel.: 0 80 24 / 64 20. Bad Tölz (www.bad-toelz.de): Marionettentheater „Der Brandner Kasper und das ewig’ Leben“, Samstag, 3. November, 19.30 Uhr; „Der Mond“, Oper von Carl Orff, Samstag, 10. November, 19.30 Uhr, Am Schlossplatz 1. Spider Murphy Gang – „Skandal im Kurhaus – unplugged“, Samstag, 3. November, 20 Uhr im Kurhaus, Ludwigstr. 25, Kartenvorverkauf über die Touristinformation von Bad Tölz, Telefon: 0 80 41 / 78 67 15.

KARTE – Kompass 8, Tegernsee, Schliersee.

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Kommentare

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Wolperdinger05.11.2012, 12:12
(1)(0)

... das ist schon seit sehr langer Zeit mein liebster Platz. Für mich, zu jeder Jahreszeit, ein absoluter Geheimtip für jeden der Ruhe und Entspannung sucht. Ich hoffe sehr dass das Kloster und alles drum herum erhalten bleibt. Mein Platz zum "auftanken" !!!

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