Per Fahrrad rund um den höchsten Berg des Mangfallgebirges

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    • 18.06.12
    • Spritztouren
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Auf dem Weg ins Paradies

Wer sich für diese Tour auf den Sattel schwingt, darf sich auf einiges gefasst machen – natürlich im positivem Sinne. Das Hintere Sonnwendjoch (1986 Meter) ist der höchste Berg des Mangfallgebirges und gehört kartografisch zu Tirol.

© Doris Neumayr

Brillante Tief- und Weitblicke können die Mountainbiker auf den Forststraßen genießen, die sich um das langgestreckte Bergmassiv herumschlängeln.

Aus allen Himmelsrichtungen führen Wanderwege auf seinen aussichtsreichen Gipfel hinauf. Brillante Tiefund Weitblicke genießt man aber auch auf den Forststraßen, die sich auf halber Höhe um das langgestreckte Bergmassiv herumschlängeln. Das sind paradiesische Strecken für Mountainbiker.

Bei einem Start am frühen Morgen im Ursprungtal schlägt man der Mittagssonne an heißen Tagen ein Schnippchen. Über taufrischen, tellerflachen Blumenwiesen macht dann schon das Einrollen richtig Spaß. Man passiert am Waldrand die stattliche Kloo-Ascherhütte und gelangt in ein schluchtartiges Tal. Beidseitig des Weges recken sich jetzt schroffe Felsmauern in den Himmel und ein Bach stürzt tosend über steinige Stufen. Unvermittelt schwingt sich der grobsteinige Weg im Elendgraben jäh auf. Doch immer schön langsam, denn wer hier schon seine Energie verballert, fällt später womöglich vom Gaul.

Zum Glück wechselt sich das steile „Elend“ ab mit moderaten Aufschwüngen und – ehe man sich versieht – saust man über die reizvollen Wiesen bei der Elendalm.

Der Elendsattel ist dann schnell erreicht und während man endlos im schütteren Gehölz hinabrollt, kann man sich gut vorstellen, wie im Jahre 1983 zwei prominente Wanderer, Franz Josef Strauß Tal gewettert haben. Eine gemütliche Tour sollte es werden und als sie sich verlaufen hatten, wurde ein neunstündiger Gewaltmarsch daraus. Weit oberhalb der Valepper Weideflächen und der Ochsenalm dreht die Route südwärts. Bald übertritt man nun die Landesgrenze nach Österreich. Nun pedaliert man entlang wild zerklüfteter Felswände und erfreut sich an schwindelerregenden Tiefblicken in die Schlucht der Brandenberger Ache.

Von den grasigen Hügeln jenseits des Tales winken spielzeugkleine Almhütten herüber. Nach der Reichsteinalm geht’s schottrig abwärts ins Marbachtal. Im lichten Wäldchen kurbelt man in der letzten Etappe aufwärts und das Gestein ächzt unter den Reifen genauso wie der Biker. Weiter oben lugen die Gipfelkämme der Veitsberggruppe auf die kämpfenden Pedalritter herab. Von der Ackernalm aus zieht ein blumenreicher, ruhiger Wanderweg über das Thalerjoch und Frechjoch zum Veitsberg.

Apropos Ackernalm: Schon öffnet sich das Gelände. Die weitläufigen Almwiesen am Fuße des Hinteren Sonnwendjochs rücken ins Blickfeld. Auf der Sonnenterrasse des Berggasthofes heißt es: Beine ausstrecken, Durst löschen und, falls sich der „Kaiser“ nicht in ein Wolkenkleid hüllt, das Panorama bewundern. Wenn man später vor lauter Wonne gar nicht mehr aufstehen möchte, macht auch nichts. Auf der Ackernalm kann man übernachten.

Hernach bei der Abfahrt über die Mautstraße sollte man sich nicht mehr verführen lassen vom Fernblick, sonst könnte man auf der Kühlerhaube eines Autos landen. Wieder im Ursprungtal angelangt, schwebt man die letzten Kilometer förmlich dahin.

Doris Neumayr

HINTERES SONNWENDJOCH (1986 M)

ANFAHRT – Auto: A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Weyarn. Staatsstraße 2073 bis Miesbach. Dann auf B 307 über Schliersee nach Bayrischzell. Dort rechts Richtung Thiersee durch das Ursprungtal. Beim Gasthof Zipflwirt rechts auf den Loipenparkplatz (Ausgangshöhe 830 m).

© ADFCADFC-Regionalkarte München/Alpenvorland, 1 : 75 000.

TOUR – Lange mittelschwierige Tour, größtenteils gut befahrbare, mäßig steile Forstwege mit viel Auf und Ab, kurze steilere Etappen, keine Tragestrecken, etwa ein Drittel Teerstraße, reine Fahrzeit zirka 4 Stunden, 1100 Höhenmeter; 32,5 Kilometer. Start der Mountainbiketour beim Gasthof Zipflwirt auf einem flachen Forstweg über Wiesen ins Kloo-Aschertal (Wegweiser „Kloaschautal W7“). An einer großen Gabelung rechts (Wegweiser „Rund um das Sonnwendjoch 325“). An der Kloo-Ascherhütte (901 m) vorbei in den Wald. Nun durch ein schmales Tal am Bach entlang aufwärts. Im Auf und Ab zu den Wiesen der Elendalm (1120 m). Bergauf zum Elendsattel (1143 m). Dann hinab, den Ausschilderungen „Valepp“ folgend. Der Forstweg dreht nach Süden und führt ins Valeppertal. Auf einem Wiesensattel (946 m) kommt man an eine Kreuzung. Hier nach links (Wegweiser „Rund um das Sonnwendjoch 325“). Im Wald geht’s über die Landesgrenze. Im leichten Auf und Ab dahin mit Tiefblick ins Flusstal. Vorbei an bizarren Felswänden. Unterhalb der Reichsteinalm bergab zu einer beschilderten Kreuzung im Marbachtal (970 m) – Achtung: leicht zu übersehen!!! An dieser Kreuzung links bergan Richtung „Ackernalm“. Nun hoch über dem Marbach durch lichten Wald bergauf und dann in mehreren Kehren zur Ackernalm (1350 m). Dort über die asphaltierte Mautstraße bergab ins Ursprungtal (Wegweiser „Landl“). Nach der Mautstelle bei Wacht (770 m) links. Auf der Staatsstraße zunächst leicht bergan zurück zum Ausgangspunkt Zipflwirt.

EINKEHR – Berggasthof Ackernalm (1350 m) Tel.: 0043/ 664/ 4150580, www.ackernalm.at, täglich von Mai bis November geöffnet, Übernachtung (ca. 30 Betten). Käserei Ackernalm (1400 m), Tel. 0043/ 676/ 4256363, tägl. Mai bis Oktober geöffnet.

WANDERGIPFEL – Hinteres Sonnwendjoch (1986 m) leicht, Aufstieg zirka 1 ¾ Std., Abstieg zirka 1 ½ Std., Rundwanderung: Thalerjoch (1755 m), Frechjoch (1788 m), Veitsberg (1787 m), leicht (etwas Trittsicherheit), Gehzeit: ganze Runde zirka 3 ½ Std.

KARTE – ADFC-Regionalkarte München/Alpenvorland

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