Herrliche Panoramarunde über Garmisch-Partenkirchen

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    • 07.05.12
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Auf der Sehnsuchtstour

Reich an Sonne, reich an Aussicht, reich an Einkehrmöglichkeiten: Der Höhenweg von der Gamshütte zum Gschwandtnerbauer bietet die perfekte „Eingehtour“ für den langsam anbrechenden Bergsommer.

© Rauch

Ein herrliches Fleckerl: Postkarten-Idylle am Gschwandtnerbauer.

Der kurze Kreuzweg hinauf zum Kloster St. Anton bildet den stimmungsvollen Einstieg. Heute betreuen nur mehr zwei Franziskaner die kleine Anlage, die 1738-40 errichtet wurde. Zuvor schon stand hier eine Kapelle, die vier Partenkirchner 1704 aus Dank an den Heiligen Antonius erbaut hatten. Kurz zuvor hatten die Tiroler die Bayern im Spanischen Erbfolgekrieg bei Oberau besiegt, bei ihrer Rückkehr Partenkirchen aber verschont. Ein wenig meditative Ruhe begleitet den, der Stufen zum lichtdurchfluteten Arkadengang hinaufsteigt und im Inneren das Deckenfresko des Tirolers Johann Evangelist Holzer bewundert – Holzer war gerade 26 Jahre alt, als er das Kunstwerk schuf.

Wetterstein und Karwendel im Blick

Weiter geht’s im Auf und Ab, hoch über Garmisch-Partenkirchen. Alp- und Zugspitze ziehen die Blicke magisch an. Besonders schön zeigt sich das Panorama vom Josefibichl, einer freien Anhöhe mit Kreuz, an dem zu Pfingstmontag eine Bergmesse gefeiert wird. Dann durchquert der Weg die Faukenschlucht. Immer wieder musste die Steiganlage hier saniert werden, da Schmelzwasser im Frühjahr und sommerlicher Starkregen die Hänge gern abrutschen lässt. Nach einem Wasserfall führen Stufen steil aus dem Tälchen hinaus. Beim ersten Etappenziel, der Gamshütte, ist die 1000-Meter- Marke erreicht. Wer will, kann hier bereits eine sonnige Einkehr einlegen.

Doch der Hauptteil der Tour steht noch bevor. Richtung Gschwandtnerbauer werden die Wege ruhiger. Hinterm Steinbichl wird’s schattig und die letzten Reste des schneereichen Winters entdeckt man – trotz nur 1100 Meter Höhe – noch bis in den Mai. Nach einer Weile steigt man ab zum Gschwandtnerbauer. War es zuvor das Wettersteingebirge, baut sich nun das Karwendel hinter den Bäumen auf – von der Soierngruppe bis zur Karwendelspitze über Mittenwald.

Ein wenig an Mittenwald erinnern auch die Hochweiden am Gschwandtnerbauer. Ein Ausläufer der Buckelwiesen erstreckt sich quer durch das Weidegebiet. Gerodet wird dieses seit Jahrhunderten – ein altes Wort dafür ist „geschwendet“, im Bayerischen „gschwandt“. So entstand der Name des Hofs. Heute beherbergt er Rinder, Schafe und Hühner – und zahlreiche Gäste auf der sonnigen Terrasse. Die Hofkapelle des Gschwandtnerbauer mit Rosenstock und Glockenturm ist wohl schönstes Fotomotiv der Wanderung – dahinter saftig grüne Wiesen und weiße Gipfel. Doch an Ausblicken geizt auch der Rest der Tour nicht. Auf einem bequemen Sträßchen geht es nun bergab, zunächst ein wenig durch Wald. Doch bei der Pfeiffer Alm, der dritten Einkehr mit Terrasse, erreicht der Weg wieder freie Wiesen. Von der anderen Talseite grüßt das verschlafene Bergdorf Wamberg herüber, später dann die große Skisprungschanze am Gudiberg.

Sanft senkt sich der Weg hinab nach Partenkirchen und in seinen ruhigen Ortsteil am Fuße des Wank. An den sonst gewohnten Trubel im Markt erinnert hier nichts. Noch einmal grüßen Zugspitze und Alpspitze im Winterkleid – doch langsam wird’s Zeit, dass auch hoch oben der Sommer einkehrt. Denn nach dem heutigen „Eingehen“ sehnt man sich nach großen Touren...

Von Christian Rauch

GAMSHÜTTE / GSCHWANDTNERBAUER

ANFAHRT – A 95 München – Garmisch-Partenkirchen bis Autobahnende. B 2 bis GAP. In der Ortsmitte links nach Partenkirchen. An der Sebastianskirche rechts über die Ludwigstr. und links in die Sonnenbergstr. Links in die St.- Anton-Str. und oben im Brunnhäuslweg parken. Bahn: Vom Bhf. GAP den Bus 3/5 zur Sebastianskirche, von dort wie oben über Ludwig- und Sonnenbergstr. weiter.

TOUR – Gehzeit: 3 bis 3,5 Stunden, Höhenunterschied ca. 400 Meter. Anforderungen: Gute Bergwege, zum Teil etwas steiler. Streckenweise nass und morastig, am Steinbichl evtl. noch Restschnee. Verlauf: Von der Wandertafel zwischen St.-Anton-Str. und Brunnhäuslweg den geteerten Kreuzweg hinauf nach St. Anton (WW Partenkirchen). Oberhalb der Kirche rechts Richtung Gamshütte. Im Folgenden weiter der Beschilderung folgend, über Josefibichl und Faukenschlucht, bis zur Gamshütte. Von dort zunächst weiter aufwärts, dann rechts abzweigend Richtung Gschwandtnerbauer. Auf einer Forststraße links weiter, später wieder einem Schild Gschwandtnerbauer folgend, links bergauf. Am Steinbichl entlang, später durch Wald (sollte hier noch Restschnee den Weg streckenweise verdecken, immer rechts im tiefsten Einschnitt zwischen der Bergflanke links und den Hügeln rechts halten).

Schließlich rechts hinab zum Gschwandtnerbauer. Über das Sträßchen weiter bergab, und bei der Teerstraße rechts ab zur Pfeifferalm. Vor dem Gasthaus links ab auf Fußweg Richtung Partenkirchen. An der nächsten Verzweigung geradeaus halten Richtung Partenkirchen, bei einer weiteren Verzweigung geradeaus bergab auf einem Hohlweg. Dann rechts abwärts halten (kein Schild) und vor den ersten Häusern links zur Teerstraße. Dem Schild „Wankbahn Talstation“ folgend bergab, über die Hasentalstraße in die Prof-Michael-Sachs-Straße und zurück zum Brunnhäuslweg.

INFORMATIONEN – Gamshütte, Montag Ruhetag, Tel.: 0 88 21 / 34 57; Gschwandtnerbauer, tägl. geöffnet außer Montag und Donnerstag. Tel.: 0 88 21 / 21 39; Pfeiffer Alm, Tel.: 0 88 21 / 27 20; www.pfeiffer-almgarmisch- partenkirchen.de,

KARTE – Kompass-Karte 5, Wettersteingebirge.

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