Hirschberg - Spritztouren: Ein Gipfel für alle Fälle

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    • 14.01.13
    • Spritztouren
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Winter am Hirschberg

Ein Gipfel für alle Fälle

Einsamkeitsfanatiker haben es rund um den Hirschberg bei Kreuth am Tegernsee nicht leicht, punktet die Wintersportregion doch durch ihre Vielfalt.

© Neumayr

Eine tolle Schau: Bei den malerischen Rauheck-Almen zeigt sich für Skiwanderer der Aufstiegsverlauf bis zum Vorgipfel des Hirschberg.  neumayr

Doch anders als in den hochtechnisierten Skidorados z.B. in Österreich läuft hier alles noch etwas gemütlicher und übersichtlicher ab. Zudem gilt das Tegernseer Tal als ziemlich schneesicher. Langläufer jeglicher Couleur schätzen das 100 Kilometer lange Loipennetz mit den vielen Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand. Rodelfans starten in Scharling kurz nach Rott-ach-Egern. Ziel ist die Hirschberg-Rodelbahn, ein echtes Zuckerl in den bayerischen Alpen. Schon vor 100 Jahren wurden hier Rodelrennen veranstaltet. Und bis heute findet jedes Jahr im Februar das traditionelle Hirschbergrennen statt. Schlittenfahrerherzen schlagen höher auf der langen, kurvigen Abfahrt über den breiten Forstweg. Da die Strecke oft vereist ist, sollte der Lenker eher routiniert als unkundig sein.

Nur für standhafte Abfahrer geeignet

An der Talstation der Materialseilbahn-Hirschberghaus endet der Aufstieg mit dem Schlitten. Wer gut zu Fuß ist, kann das Gefährt zurücklassen und über den steilen Winterweg zum Hirschberghaus hinaufstapfen. Dort warten ein wunderschöner Bergblick und eine Brotzeit. Vielleicht packt man nach der Stärkung dann noch den etwa halbstündigen Anstieg zum Hirschberggipfel. Der aussichtsreiche Punkt lockt auch viele Skitourengeher. Für Familien mit Kindern ist der Ausgangspunkt bei den Hirschbergliften ideal. So unternimmt ein Elternteil eine kleine Skitour, während der andere die ersten „Brettlversuche“ der Zwergerl an den Bügelliften und auf dem Zauberteppich unterstützt. Fortgeschrittenere Skifahrer lassen sich mit dem längsten Schlepplift im Tegernseer Tal ganze 1100 Meter hinaufziehen. Die Abfahrt über die recht steile Piste erfordert aber einen durchaus standhaften Abfahrer. Am Rand dieser Piste kämpfen sich die Skitourengeher empor. Eine gute Felltechnik ist auf der oft harten Piste nötig, um nach einem Abrutschen nicht gleich noch ein zweites Mal aufsteigen zu müssen. Falls zeitliche oder körperliche Problemchen auftauchen, könnte man die Tour aber auch mit dem Schlepplift um 400 Höhenmeter abkürzen. Die Piste mündet in ein flaches Wiesenstück kurz vor der unbewirtschafteten Gründ-Hütte. In wunderbarer Winterlandschaft spurt man über eine lange Lichtung durch glänzenden Tiefschnee, vorbei an überzuckerten Nadelbäumen. In der Ferne erahnt man bereits den Vorgipfel, der in eine steile Ostflanke abfällt. In Abstand zur häufig lawinengefährdeten Ostflanke dreht die Route nach rechts und führt über einen Wiesenhang hinauf. Oben thronen die malerischen Hütten der Rauheck-Alm. Goldrichtig für eine Rast erweisen sich die verschneiten Almhütten. Und so mancher erklärt die von der Sonne gewärmte Bank an der Hütte zum Tagesziel. Der Weiterweg an einem Latschenkamm entlang ist landschaftlich reizvoll. Gerade nach Neuschnee präsentiert sich eine märchenhafte Winterwelt. Vom Vorgipfel aus ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Gipfelkreuz. Und dort verzaubert einen bei klarem Wetter eine strahlend weiße Alpenrundschau...

Von Doris Neumayr

HIRSCHBERG (1668 METER)

ANFAHRT – Auto: A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen. Weiter Richtung Tegernsee. In Rottach-Egern Richtung Achenpass bis Point. Bei Schildern zu den Hirschbergliften rechts zum Parkplatz (geb.-pflichtig, kostenlos für Liftbenutzer). Bahn/Bus: BOB bis Bhf. Tegernsee, RVO 9556 bis „Scharling-Hirschbergstraße“; www.bahn.de

SKITOUR (rot) – Höhenmeter: 900 m, Aufstieg: ca. 2,5 Std., Hangrichtung Ost, Süd, leichte Skitour, bei richtiger Spurwahl geringe Lawinengefahr, lawinenkundliches Beurteilungsvermögen und Lawinensicherheitsausrüstung nötig. Die Piste ist für Tourengeher von 17 – 8 Uhr gesperrt. Aufstieg: Neben den „Zwergerlliften“ bergan und am Rande der steilen Piste empor, bis diese in ein Flachstück mündet. Jetzt auf flachem Weg Richtung Südwest und über eine Lichtung an der „Gründ-Hütte“ (1195 m) vorbei. Über einen schmalen Wiesenstreifen sanft bergan. Das Tal endet vor der steilen Ostflanke, die vom Hirschberg herabzieht. In Abstand zur Ostflanke nach rechts über einen mittelsteilen freien Südhang zu den „Rauheck-Almen“ (ca. 1480 m) hinauf. Von dort zu einem breiten Kamm hin, der oberhalb der Ostflanke verläuft. Über den Kamm zum flachen Vorgipfel. Das Gipfelkreuz ist sichtbar. Am Schluss kurz bergab und über eine Kuppe zum Gipfel hinauf (die Route führt nicht zum Hirschberghaus). Abfahrt: wie Aufstieg.

SKIGEBIET HIRSCHBERG – Ab 16. Dez. Liftbetrieb, tägl. 9-16 Uhr, auch Familien- u. Stundenkarten, Liftinfo: Tel.: 0 80 29 / 343; www.hirschberglifte.de

RODELN (blau) – Rodelstrecke: 4,5 km, 460 Hm, Aufstieg ca. 1,5 Std. (mittelschwer). Anfahrt wie Skitour bis Rottach-Egern, in Scharling abbiegen zum Wanderparkplatz Hirschberghaus. Vom Parkplatz (Ww. Hirschberghaus) zur geräumten Forststraße, bergauf zur Talstation, Materialseilbahn- Hirschberghaus. Die Abfahrt ab der Materialseilbahn in Serpentinen teils gemütlich, teils rasante Abschnitte (Vorsicht bei Vereisung!). Weiter zum Hirschberghaus auf meist gespurtem, steilen Winterweg ca. 45 Min., weiter zum Hirschberggipfel ca. 30 Min., meist gespurt.

LOIPE – 100 km Loipennetz Tegernsee, www.loipenportal. de/tegernsee-schliersee; 11./12. Jan. Langlauf-Festival Kreuth; Internet: www.langlauffestival.de

EINKEHR – 1. Hirschberg-Liftstüberl, Gaststube, Sonnenterrasse, Brotzeit, Kaffee und Kuchen, Rodel-Verleih, Tel.: 0 80 29 / 1204; 0175 / 340 28 78. 2. Hirschberghaus (1511 m), ganzjährig 9 bis 17 Uhr, Dienstag Ruhetag, Übernachtung nur mit Voranmeldung, Tel.: 0 80 29 / 465, www.hirschberghaus.de.

KARTE – Kompass 8; Tegernsee, Schliersee.

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