Adventlicher Streifzug durch Bad Aibling

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    • 28.11.11
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Klein-Venedig mit Bergblick

Ein gewisser Dr. Desiderius Beck – seines Zeichens Landgerichtsarzt – war es, der 1845 die Aiblinger „Soolen- und Moorschlamm-Badeanstalt“ eröffnete.

© Rauch

Herbstliches Panorama: Vom Pavillon unweit des Ortszentrums aus sieht man nicht nur Wendelstein und Kampenwand...

Seither ist das Städtchen, das Prinzregent Luitpold zum „Bad“ machte, Bayerns ältestes Moorbad. Das „schwarze Gold“ hat Bad Aibling reich gemacht. Bei einem ausgiebigen Stadtspaziergang wird man jedoch auch die viel ältere Geschichte des Ortes kennenlernen, der einst Sitz von Herzögen und Königen war. Wie das? Schon die Kelten und Römer hatten auf dem Aiblinger Hofberg, einem Moränenhügel, eine Befestigungsanlage erbaut. Als die Bajuwaren das Land zwischen Donau und Alpen im 5. Jh. übernahmen, nutzten die Herzöge aus der Dynastie der Agilolfinger den Hofberg als Wanderresidenz, ehe er unter den Karolingern königliche Pfalz wurde.

Wohnstube des Malers Leibl

Heute prägen den Hofberg die Überreste des Schlosses, das im 18. Jh. zum Landgericht umgebaut wurde, sowie die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Mit ihrem alles überragenden Zwiebelturm ist sie Bad Aiblings Wahrzeichen. Wer auf den Hofberg zuwandert, durchquert die sog. Kirchzeile: Vom fast 400 Jahre alten „Bäcker in der Zeil“ (heute Bäckerei Winhart) über die Lüftlmalereien am Marktschreiberhaus (heute Ratskeller) bis zur schmucken spitztürmigen „Nebenkirche“ St. Sebastian begegnen einem bereits hier sehenswerte Bauten.

Neben dem Kirchlein steht das sagenumwobene ehemalige Schloss Prantshausen. Seine Grundmauern sollen bereits um das Jahr 600 entstanden sein. Der mehrfach umgestaltete Bau mit seinem geschweiften Giebeldach ist heute Romantikhotel. Schauen kann man in Bad Aibling auf Schritt und Tritt. Wenn es nicht historische Merkmale der Häuser sind, dann sind es die zwei Arme der Glonn, die Bad Aibling durchfließen, ehe sie in die Mangfall münden. „Glonn“ kommt vom keltischen „Glana“ („die Klare“) und manch einer hat für das Bild der direkt am Fluss gebauten Häuser den Namen „Klein-Venedig“ geprägt. Nur: In Bad Aibling erblickt man auch noch die Alpen. Wenige Höhenmeter reichen, schon liegen einem am Aussichtspavillon kurz außerhalb des Ortes Kampenwand, Wendelstein und Wilder Kaiser zu Füßen!

Klein-Venedig mit Bergblick

Was könnte es zum Abschluss einer geschichtsträchtigen Wanderung Besseres geben als einen Blick ins Museum? Und wie viele Heimatmuseen ist auch das in Bad Aibling ein Schmuckkästchen. Das mehr als 200 Jahre alte Walmdachhaus zeigt in 16 Zimmern neben handwerklichen Sammlungen prächtige alte Möbel, u. a. bunt bemalte Truhen aus dem späten 16. Jahrhundert. Prominentester Raum ist die ehemalige Wohnstube des Malers Wilhelm Leibl.

Der wohl bedeutendste Vertreter des deutschen Realismus kehrte 1873 dem Münchner Kunstbetrieb den Rücken und gelangte über Berbling nach Bad Aibling, wo er mehr als zehn Jahre seines Lebens verbrachte. Anschließend zog er nach Kutterling im nahe gelegenen Bad Feilnbach und erlebte dort seine künstlerische Blüte beim Malen von Porträts. Die Menschen des Dorfes und brave Bauernmädchen hielt er in ungeschönter Authentizität fest. Wer sich in der Museumsstube vor den Kachelofen setzt und auf die Leinwand und Leibls Pfeife auf dem Holztisch blickt, kann sich die Stimmung, die hier wie vor gut 100 Jahren herrschte, gut vorstellen.

Auch Leibls Biograph und Bergkamerad Dr. Julius Mayr zeigte sich begeistert: „Unvergesslich sind die Stunden für jeden, der in dieser Künstlerklause einkehren durfte. Dort waltete ... der Geist schönster Gastfreundschaft und wahren künstlerischen Schaffens.“

VON CHRISTIAN RAUCH

RUND UM BAD AIBLING

ANFAHRT – Auto: A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Bad Aibling. Im Ort links Richtung Therme (Ganghoferstr.), dann vor den Bahngleisen links zum Parkplatz Bahnhof Süd. Bahn: Regelmäßige Zugverbindung München – Rosenheim mit Halt am Bahnhof Bad Aibling.

TOUR – Gehzeit: 2 bis 2,5 Stunden / 7,5 km. Straßen und Fußwege, kaum Steigungen.

© Kompass 181Auss.: Kompass 181, Rosenheim; Lizenz: 17-0906-LVB.

Verlauf: Vom Parkplatz Bahnhof Süd zurück zur Zufahrtsstraße und links über die Gleise. Rechts über die Dr.-Beck- Str. dann links in die Meggendorfer Straße (Jugendstilvillen). Den Fußweg rechts hinab und über eine Brücke zum Kurhaus (daneben das Heimatmuseum). Rechts am Maibaum vorbei, später links zur Bahnhofstr. Auf dieser rechts zur Münchner Str., auf ihr rechts über die Brücken der Glonn und links in die Kirchzeile (rechts Sebastianskirche und Schloss Prantshausen/Hotel Lindner). Durch die Kirchzeile zum Hofberg und hinauf zur Pfarrkirche. Hinter ihr links Abstecher zum alten Schulhaus und dahinter zu einem großen gelben Gebäude (Landgericht und einstiger Herzogssitz mit Infotafel).

Zurück und rechts haltend in die Durchgangsstraße (Ellmosener Str.). An ihr 500 Meter weit aus dem Ort und nach dem Friedhof und Getränkemarkt rechts in die Dieselstr (Sackstr.). Auf ihr und dem Feldweg weiter zum Aussichtspavillon. Danach auf der nächsten Querstraße rechts nach Zell (linker Hand Aussichtscafé Heiss) und weiter nach Harthausen. Links Ri. Waschbrunn und beim Zebrastreifen rechts in den Kapellenweg. Auf ihm und der Birkenallee zurück nach Bad Aibling. Links über die Durchgangsstraße und jenseits auf Fußweg an der ev. Kirche vorbei. An der nächsten Straße rechts zur nächst größeren Straße, kurz rechts, dann links in den Kurpark. Richtung „Kurpark Eingang“ zum Irlachweiher, sowie Duft- und Tastgärten. Dann links haltend zum Hinweg, rechts zur Bahnschranke und jenseits rechts zum Parkplatz.

TIPPS – 1. Weihnachtsmarkt Bad Aibling: Jedes Adventswochenende am Klafferer (von der Kirchzeile rechts über die Straße „Am Graben“). Do/Fr 16-20, Sa/So 11- 20 Uhr.

2. Heimatmuseum: Fr 15-17 Uhr, So 14-17 Uhr. Gruppenführung jederzeit nach Vereinbarung, Wilhelm-Leibl-Platz 2, 83043 Bad Aibling, Tel.: 0 80 61/46 14; www.aib-kur.de/ kultur-lebensart/heimatmuseum.html

INFORMATIONEN – Tourismus-Information Bad Aibling, Wilhelm-Leibl-Platz 3, 83043 Bad Aibling. T.: 0 80 61/ 90 800; Internet: www.bad-aibling.de

KARTE – Kompass-Karte 181, Rosenheim, Bad Aibling.

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