Zum markanten Gebirgsstock im Zwei-Länder-Eck bei Berchtesgaden

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    • 06.08.12
    • Spritztouren
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Teufelslöcher am Thron

Nomen est omen, Namen sind Schicksal: Wenn ein Berg „Salzburger Hochthron“ heißt, muss er was Besonderes sein. Das ist dieser markante Gebirgsstock im Zwei- Länder-Eck bei Berchtesgaden:

© O. Freia

Die Aussicht oben auf dem Hochthron ist einmalig – ein Weg hinunter führt über den Thomas-Eder-Steig mit dem Ausflugsziel Toni-Lenz-Hütte.

Egal, ob die Tour ambitioniert oder gemütlich sein soll, hier gibt’s die volle Freizeit- Dosis, flexibel und unterwegs abänderbar. Spaß, Spannung, Hüttengaudi, Panoramawege und fulminante Steige, Naturwunder und Kultur sind auf Lang- und Kurzvarianten rund um den Aussichtsgipfel zu finden. Der Salzburger Hochthron ist nach dem Berchtesgadener Pendant der zweithöchste Gipfel des rund 70 Quadratkilometer großen Untersberg- Massivs. Spätestens da klingelt es bei allen Heimatkundlern: Schließlich kennt man seit 1558 die Lazarusgeschichten aus dem Reichenhaller Stift St. Zeno. Das ist eine Mischung aus Sagen, biblischen Anleihen und Apokalypse sowie Herrschermythen. Hier warten die Adeligen auf ihre Auferstehung. Karl der Große wird derzeit von den „Untersberger Mandln“, den kaisertreuen Zwergen, umsorgt – die auch zugleich den Untersberger Schatz bewachen. Konkurrenz haben die von Friedrich Barbarossa bekommen: Wenn der Bart des Entschlafenen drei Mal um den Untersberg gewachsen ist, kommt das Weltende. Da sollte man schnell noch die Bergtour einplanen. Doch hier lauern nicht nur des Kaisers Zwerge, sondern es soll die Wilde Jagd unterwegs sein: Die Perchten, Raben, Moosweiberl und Hexen sind aber nur in den Raunächten bis 6. Januar zugange. Viel eher kann man da im Sommer in eines der Drachen- oder Teufelslöcher stolpern, die man im Karst findet.

Die einzige Eishöhle Deutschlands

Da sind wir schon beim nächsten touristischen Anziehungspunkt auf der Tour: dem Naturwunder Schellenberger Eishöhle, vermutlich 3000 Jahre alt. Die einzige Eisschauhöhle Deutschlands ist weniger bekannt als ihre österreichischen Nachbarn, enthält aber mehr Eis. Allerdings sind von dem gut dreieinhalb Kilometer langen Eiskeller nur 500 Meter zugänglich mit den Führern des Vereins für Höhlenkunde Schellenberg. Höhepunkt der Glitzerwelt sind die Stalagmiten- Eismännchen. Wieder draußen, nimmt einem zunächst die Warmluft-Wand fast den Atem. Den Zugang zur Höhle kann man direkt vom Tal aus nehmen: Satte Höhenmeter ohne Schwierigkeiten, aber mit der aussichtsreichen Toni- Lenz-Hütte auf dem Weg. Sie hat sich von der Schutzhütte der Höhlenforscher zu einem schmucken Ausflugsziel gemausert.

Von hier aus kann man eine Rundtour über den Gipfel und den Thomas-Eder-Steig angehen. Imposant mit Tunnel und mächtigen Leitern in die Felsflanke gehauen sollte man sicher unterwegs sein. Dafür garantiert die Tour einen einmaligen Rundblick: Nach Norden über Salzburg, nach Westen hinein ins Kaisergebirge, nach Süden hinaus über Österreich. Wer sich Höhenmeter sparen will, kann den Auf- oder Abstieg per Bahn verkürzen. In jedem Fall genießt man 360 Grad Panorama auf dem breiten Gipfel-Sammler-Rücken. In diesen Genuss kommen sogar die, die nur einen Spaziergang vom Lift aus machen. Die Krönung des Aussichtsthrones ist eine knackige Acht, die man rund um und über den Gipfel legt. Der Anstieg von Norden über den Dopplersteig ist ein Erlebnis. Zwischen Klamm und Klettersteig ziehen sich Stufen und hölzerne Leitern zielstrebig hinauf. Nach einer Zwischensenke – Knotenpunkt Richtung Toni-Lenz- Hütte – folgt ein Felsaufschwung mit kühn gezimmerten Holzplanken. Belohnung für die Mühe bergauf: das Zeppezauerhaus. 1891 hat hier auf dem Weg der „Untersberg- Gemütlichkeitsverein“ ein erstes Gipfelkreuz errichtet. Zum Ausblick laden heute große Tische auf der Hüttenwiese, gutes Essen und der herbe Charme der Wirtin ein. Wer hier übernachtet, kann am nächsten Tag vor allen anderen auf dem Gipfel stehen und seine Runde samt Höhlentour drehen. Der Abstieg über den nicht minder markanten Reitsteig macht die Acht komplett.

Von Freia Oliv

SALZBURGER HOCHTHRON (1853 M)

ANFAHRT – A 8 bis Ausfahrt Salzburg-Süd (Anif/Grödig). Zur Rosittenstraße rechts über Grödig und Glanegg, 200 Meter in Richtung Fürstenbrunn bis zum Wanderparkplatz. Zum Wanderparkplatz Schellenberghöhle ab Salzburg- Süd gerade auf der B 160 Richtung Marktschellenberg, kurz davor der Wanderparkplatz beim Zollturm. Zur Bahn die B 160 nur bis St. Leonhard.

TOUREN – 1. Lange Tour: Anspruchsvolle Bergwanderung mit seilgesicherten Stufen und Leitersteigen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig. Gehzeit insgesamt 9,5 Stunden. Aufstieg zum Zeppezauerhaus (1664 Meter) ab Rosittenstraße über Dopplersteig: 3,5 Stunden, 1200 Höhenmeter. Am besten hier übernachten. Gipfelrunde: Zeppezauerhaus, Salzburger Hochthron (1853 Meter), Toni- Lenz-Hütte, Schellenbergsattel, Dopplersteig (Gegenanstieg!), Zeppezauerhaus: gut 3,5 Stunden. Abstieg über Reitsteig zur Rosittenstraße: 2,5 Stunden.

Verkürzung dieser Langvariante ab Zeppezauerhaus: a) Über Geiereck zum Salzburger Hochthron (45 Minuten) und per Bahn nach St. Leonhard und zurück per Bus. b) Zum Salzburger Hochthron und über Toni-Eder-Hütte nach Marktschellenberg und per Bus zurück: 4,15 Stunden.

2. Mittlere Variante: Aufstieg zum Toni-Lenz-Haus (1450 Meter) ab Marktschellenberg: 2,5-3 Std., knapp 1000 Hm. Abstieg gleich, knapp 2 Std. Leichte Bergwanderung. a) Ab dort die gleiche Gipfelrunde in gut 3,5 Std.: Toni-Lenz-Hütte, Schellenbergsattel, Dopplersteig, Zeppezauerhaus, Hochthron, Toni-Eder-Hütte. Anspruchsvolle Bergwanderung mit seilgesicherten Stufen und Leitersteigen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig.

Verkürzung: ebenfalls per Bahn ab/bis Geiereck möglich. b) Ab Hütte in 20 Min. zur Schellenberger Eishöhle. Abstieg 10 Min. 3. Kürzeste Tour: Ab St. Leonhard per Bahn zum Geiereck, Panoramaweg zum Salzburger Hochthron: eine Stunde, leichte Wanderung.

EINKEHR – Zeppezauerhaus: www.zeppezauerhaus.at. Toni-Lenz-Hütte: www.toni-lenz-huette.de.

TIPP – Eishöhle Schellenberg: Zugang nur mit Führung bis Ende Oktober, täglich zu jeder vollen Stunde zwischen zehn und 16 Uhr, www.eishoehle.net.

KARTE – Kompass-Karte 14, Berchtesgadener Land

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