Spritztouren: Geschichtenreicher Spaziergang im Tal der Glonn

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    • 03.02.13
    • Spritztouren
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Spaziergang im Tal der Glonn

Heimat der „Überflüssigen“

Zum Spazierengehen hatte ’s Lenei nie Zeit. Obwohl die Alpenkette hinter dem Glonner Land damals sicher schon genauso faszinierend war wie heute. Die Schriftstellerin, Lena Christ...

© Neumayr

Hinter dem Dorf Adling im Glonntal ragt die Bergkette in den Himmel...

...alias Magdalena Pichler, ist 1881 in Glonn geboren und verbrachte ihre Kindheit auf dem kleinen Bauernhof ihrer Großeltern. Schwerst gedemütigt von der eigenen Mutter und ihrem ersten Ehemann, schrieb sie in ihrem kurzen, sorgenreichen Leben die schonungslos offene Autobiografie „Erzählungen einer Überflüssigen“ und einige bäuerliche Dichtungen. Unverwechselbare Werke, wie „Rumplhanni“ oder „Madam Bäurin“ wurden auch verfilmt. Im Glonner Heimatmuseum hat man ihr einen Raum gewidmet. Doch die Gegend um die Marktgemeinde hat noch mehr zu bieten: eigenwillige Galerien, ein Schloss, gemütliche Wirtshäuser, mehrere Seen, zwei Mini-Skilifte und eine herrliche Landschaft.

© NeumayrAn kalten Wintertagen, wenn Eis den Steinsee bedeckt, drehen hier Schlittschuhläufer ihre Runden.

Eine abwechslungsreiche Route führt nach Norden über Adling und Doblberg zum Steinsee. Ziemlich am Anfang der Tour wandert man ein kurzes Stück neben dem glasklaren Fluss Glonn, der im Ortsteil Ursprung entspringt. Die Region war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Dann kamen die Kelten, von denen der Ortsname, abgeleitet vom Fluss „Glana“, die Klare, stammt. Wen wundert’s, dass sich in dem weiten schönen Tal später auch die Römer und die Bajuwaren niederließen. Schließlich wurde Glonn 1632 von den Schweden niedergebrannt und erholte sich nur langsam von den Kriegsgräueln. Sobald man über die freien Wiesen hinter Glonn schlendert, entdeckt man im Nordosten auf einer Anhöhe das Schloss Zinneberg. Dessen geschichtliche Spuren reichen bis ins 11. Jh. zurück. Wie der Ort Glonn wurde auch das Schloss in der Schlacht gegen die Schweden vernichtet. Doch bereits 1640 ließ es der Fuggergraf Johannes Friedrich wieder aufbauen. Heute steht es unter der Trägerschaft der Schwestern vom Guten Hirten. Bei einer Tasse Kaffee kann man im hiesigen Klosterladen selbstgemachte Leckereien genießen. Während des Spaziergangs fällt der Blick auch nach Nordwesten hinauf zur Finkenhöhe. Dort laufen bei Schnee zwei kleine Lifte für die Zwergerl. Die Route zieht weiter über winterliche Wiesen nach Adling. Hinter dem Dorf wird’s richtig abgelegen, die Teerstraße verengt sich und hört in Doblberg auf. Eine Handvoll Bauernhöfe kuschelt sich in sensationeller Lage an einen sonnigen Wiesenhang. Bei Föhn schweift das Auge von hier aus über das Glonntal zum Wendelstein, zur Zugspitze und über unzählige Gipfel Richtung Allgäuer Alpen.

Mit derartigen Postkartenmotiven im Kopf packt man das Waldstück bis zum Südufer des Steinsees im Nu. Beim Wasserwachthäuschen kann man ans Ufer und an kalten Tagen vielleicht einige Eisläufer beobachten. Hernach erklimmt man einen Wiesenmuggl und gelangt zum exponierten Weiler Oberkirchseeon. Im Moor gegenüber versteckt sich, für Spaziergänger unsichtbar, der kleine Kitzelsee. Nochmals geht’s durch ein Wäldchen, bevor man in die bekannte Teerstraße vor Doblberg mündet. Das Alpenpanorama vor Augen, wo verschneite Gipfel wie Diamanten in der Sonne funkeln, ist der Rückweg nach Glonn dann purer Genuss.

Von Doris Neumayr

GLONN - ADLING - STEINSEE

ANFAHRT – Auto: A 8 München – Salzburg, Ausfahrt Ottobrunn. Weiter Richtung Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Über Egmating, Kastenseeon bis Glonn. Am Bahnhofplatz (Busbahnhof) parken. Bahn: S 7 Kreuzstraße bis Bhf. Höhenkirchen- Siegertsbrunn, weiter Bus Linie 413 bis Glonn.

TOUR – Geräumte, asphaltierte Nebenstraßen, Forst- u. Feldwege werden nicht geräumt (siehe Kurzvariante). Länge: 9 km, 150 Höhenmeter. Gehzeit rund drei Stunden.
Verlauf: Vom Parkplatz in der Bahnhofstraße Richtung Norden an T-Kreuzung. Rechts in die Straße „Am Seestall“. Ein schmaler Abzweig dieser Straße mündet in einen Rad/Fußweg. Auf diesem vorbei an einem Spielplatz (gegenüber fließt die Glonn), bergab zur „Lena-Christ-Straße“. Links bergan aus dem Ort hinaus. Man mündet in die „Adlinger Straße“. Auf dieser Straße über Wiesen bis Adling (oder: über einen Feldweg, der vor einer Linkskurve mit Wasserentnahmestelle rechts abzweigt). In Adling geradeaus über Wiesen, bergab an Kreuzung mit Schilderbaum und Infotafel (von links her mündet später der Rückweg). Jetzt auf schmaler Teerstraße hinauf bis Doblberg.

In Doblberg folgt man dem Schild „Steinsee“ bergauf, mündet in eine markierte Forststraße (gelber Wegweiser Nr. 3). Auf dieser Forststraße leicht bergab in den Wald (Abzweiger ignorieren). Unmittelbar vor dem Steinsee ist linker Hand ein Haus. Hier nach links auf einen Forstweg am Seeufer entlang. Der Weg führt hinauf nach Oberseeon. Man mündet in ein Teersträßchen. Auf diesem bergab an T-Kreuzung. Jetzt links zum Waldrand an Forstweg-Kreuzung. Im Wald geradeaus (Osten) bergab an Verzweigung. Nun rechts zur schon bekannten Kreuzung mit Infotafel (kurz vor Doblberg). Auf bekannter Route zurück zum Ausgangspunkt. Kurzvariante: Von Glonn über das Teersträßchen bis Doblberg und retour, insges. 5,6 km (auch nach Schneefall machbar).

HEIMATMUSEUM – Klosterweg 7, geöffnet jeden 1. Sonntag im Monat von 14-16 Uhr (außer Ferienzeit), Führungen nach Vereinbarung zu anderen Zeiten, T.: 0 80 93/ 90 97 40 o. -4498; www.kulturverein-markt-glonn.de

SCHLOSS ZINNEBERG – (östlich von Glonn), Zinneberg 3, Klosterladen geöffnet Di bis Fr 9 – 17 Uhr, Sa 9 – 11 Uhr, T.: 0 80 93 / 90 87 61; www.schloss-zinneberg.de

SKILIFTE GLONN – Weigl-Lift (Finkenhöhe), Ursprung, Sa/So/Ferien 10-17 Uhr, an Schultagen 14.30-17 Uhr. Info: T. 0151 / 54 85 72 14; www.skilift-glonn.de

KARTE – Kompass-Karte 181, Rosenheim.

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