Winterliche Genießertour durch Wasserburg am Inn

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    • 27.02.12
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Das Eis lockt in den Süden

über Wasserburg-Ost anreist, wird reichlich belohnt: Hier kommt man am Parkplatz „Schöne Aussicht“ vorbei. Bei einem kurzen Stopp blickt man auf eine rundliche Halbinsel mit der Altstadt, die der Inn schleifenförmig umarmt.

© Neumayr

Nach dem Altstadt-Rundgang genießt man während eines Spazierganges am Inn die kalte Februarsonne und die winterliche Natur.

© Kompass 181Auss. Kompass 181, Rosenheim; Lizenz: 17-0906- LVB.

Nicht nur Romantiker geraten hier ins Schwärmen und vergleichen diesen Anblick mit Venedig und dem Canal Grande. Die Vorfreude auf Stadt-Rundgang und Spaziergang am Fluss steigt schlagartig an. Es hat schon etwas Würdevolles, nähert man sich dem Brucktor von 1338 über die glutrote Innbrücke. Ein Wandgemälde mit zwei grimmigen Wächtern, dem Himmelsgott Jupiter mit Zepter und Blitz sowie dem Stadtwappen, spannt sich übers Tor. Jenseits der dicken Stadtmauer passiert man das historische Spitalgebäude mit integrierter Kirche und dem Imaginären Museum. Ein paar Schritte weiter und man steht auf dem Marienplatz. Blickfang ist jetzt die elegante Frauenkirche von 1324. In ihrem Inneren beherbergt sie das Gnadenbild der Muttergottes. Genauso wie das spätgotische Rathaus gleich nebenan, wurde die Kirche 1339 von einem fürchterlichen Brand schwer beschädigt und später wieder aufgebaut. Frischer Brotduft zieht aus einem Seitenflügel des Rathauses. Hier war früher das Brothaus der Stadt und heute findet man dort ein Café mit eigener Bäckerei. Einige Tische und Stühle stehen sogar im Winter im Freien. Auch gegenüber unter den Bogengängen des Kernhauses, das eine prunkvolle Rokoko- Fassade präsentiert, entdeckt man vor kleinen Läden Waren und Sitzmobiliar. „Heißer Cappuccino bei Minusgraden“, die Wasserburger sind hart im Nehmen und pflegen selbst im Februar das mediterrane Ambiente. Doch spätestens wenn man Richtung „Roter Turm“ schlendert, umgeben von Fassaden in Fliederblau, Lachsrot, Vanillegelb und Lindgrün, ist man selbst vom südlichen Charme verzaubert.

In der schmalen Schustergasse kommt man zur wuchtigen Pfarrkirche St. Jakob. An ihren Gemäuern bestaunt man ein Bildnis des Heilgeschehens, den „Lebensbaum“. Bevor es dann bergauf geht in Richtung Burg, stößt man auf das „Neue Mauthaus“ mit dem auffallenden Polygonalerker. Hier und im „Alten Mauthaus“ kassierten die ehemaligen Stadtherren von den Handelsreisenden Zölle. Als „Wazzerburch“ wurde die alte Burg bereits 1085 in einem Traditionsbuch erwähnt. Umgeben von tiefen Gräben und steilen Flanken hoch über dem Inn thronend, galt sie als fast uneinnehmbar. Die Wasserburger Hallgrafen, Ludwig der Gebartete von Bayern-Ingolstadt und Herzog Wilhelm IV. zählten zu den stolzen Burgbesitzern. Heute beherbergt das Gebäude ein Altenheim.

Wer nach dem kleinen Stadtrundgang nun ein bisschen Sonne und Natur genießen möchte, zieht noch weiter stadtauswärts und wandert dann auf einem guten Fußweg zum Inn hinunter. Träge fließt er dahin und momentan glitzern sogar dicke Eisschollen auf seiner Oberfläche. Bei einem riesigen Dreiecksschild und einem Bankerl geht’s retour und später abermals über die glutrote Innbrücke aus der Altstadt hinaus. Der letzte Blick fällt auf ein Passagierschiff, das im Winter faul am Ufer lehnt. „Nahui in Gott’s Nam!“, das ist der Gruß der Inn-Schifffahrer und heißt: „Packen wir es an!“ Ja, im Frühling kommen wir vielleicht wieder, um diesmal Wasserburg vom Schiff aus zu erkunden...

Von Doris Neumayr

RUND UM WASSERBURG

ANFAHRT – Auto: A 99 Ausfahrt Haar. B 304 Richtung Wasserburg bis „Wasserburg-Ost“. Vor Innbrücke rechts in Kellerstraße, „Parkhaus Kellerstraße“ (kostenlos). Bahn: von München über Grafing oder Rosenheim nach Wasserburg (Bahnhof Reitmehring) mit Stadtbus Linie 9418 in die Altstadt; Informationen: www.bahn.de

TOUR – Altstadt Rundtour: ca. 2 km, Gehzeit je nach Besichtigungen ca. 1 – 4 Std.; Inn-Spaziergang: Hin und zurück: 4,8 km, Gehzeit ca. 1,5 Std. (der Weg wird ständig begangen, aber nicht geräumt, bei Hochwasser gefährlich). Vom Parkhaus über Innbrücke in die Altstadt (Brucktor, Imaginäres Museum, Spitalkirche, Altes Mauthaus). Rechts zum Marienplatz (Rathaus, Kernhaus, Frauenkirche). Links in Salzsenderzeile und geradeaus bis zum Platz Hofstatt (Roter Turm). Links in Ledererzeile und bald links in Schustergasse (Pfarrkirche St. Jakob). Geradeaus bis Kreuzung Schmidzeile (Neues Mauthaus). Hier rechts bergauf (Ganserhaus, Doppelstockkirche St. Michael, Burg). Jetzt über Schmidzeile zurück zum Parkhaus oder weiter zum Inn-Spaziergang: An der Burg vorbei bergab, entlang Münchner Straße bis kurz vor dem Ortsendeschild. Hier links auf Fußweg bergab zum Inn (Schild: „Fußweg nach Attel“). Am Inn entlang bis zur Wegverzweigung mit großem dreieckigen Schild und Bank. Auf gleichem Weg retour.

INFORMATIONEN – Stadtführungen, Öffnungszeiten von Museen, Kirchen: Gäste-Information, Marienplatz 2, Tel.: 0 80 71 / 10 522; www.wasserburg.de

PANORAMA – Parkplatz „Schöne Aussicht“ vor Huberwirt am Kellerberg. Anfahrt über „Wasserburg-Ost“.

KARTE – Kompass-Karte 181, Rosenheim, Wasserburg.

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