Outdoor Tipp vom Profi: Mit Kinder am Klettersteig

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    • 07.07.11
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Mit Kindern am Klettersteig - 9 Tipps vom Profi

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Kinder kraxeln gerne. Und auf Klettersteigen kann man die Kleinen bei überschaubarem Risiko in große Höhen führen – allerdings nur, wenn man einige Sicherheitsmaßnahmen beherzigt.

© Salewa

Kinder lieben Klettersteige. Für ihre Sicherheit müssen nicht zuletzt die erwachsenen Begleiter sorgen.

Patrick Jost (38) leitet das Hindelanger Bergführerbüro, hat selbst zwei Kinder (6 und 9 Jahre alt) und erklärt, was erwachsene Begleiter beherrschen und beachten müssen.

Einstiegsalter

© privatBergführer Patrick Jost

Patrick Jost empfiehlt: „Grundschulkinder kann man mit kleinen Klettereien an das Thema heranführen, aber noch nicht auf einen kompletten Klettersteig mitnehmen.“ Das gehe erst ab einem Alter von zwölf bis 14 Jahren. Allerdings sollten Eltern die individuellen Fähigkeiten ihrer Sprösslinge berücksichtigen: „Je kleiner etwa die Kinder gewachsen sind, desto schwerer fällt es ihnen im Klettersteig, mit den ­Händen und Füßen die eingebauten Kletterhilfen zu erreichen.“

Klettervorkenntnisse

Kinder, die bereits in der Halle oder am Fels klettern gelernt haben, tun sich in einem Klettersteig leichter. „Sie wissen, wie man am Fels antritt oder Griffe findet“, sagt Patrick Jost. „Außerdem haben Kletterkinder in der Regel weniger Angst vor Höhe.“ 

Tourenplanung

Grundsätzlich sollten Eltern die Planung einer Klettersteigtour an den Fähigkeiten und Wünschen des Kindes ausrichten, nicht an den eigenen. Zum Beispiel bevorzugen Kinder Klettersteige mit kurzem Zustieg, weil sie nicht gerne wandern. Informationen über Schwierigkeit, Länge, Umfang der Sicherung und so weiter findet man in Klettersteigführern, im Internet (zum Beispiel www.via-ferrata.de) oder erhält sie von Tourismus- und Bergführerbüros.

Vorsicht vor vermeintlich leichten Steigen!

Die gängigste Kategorisierung für die Schwierigkeit von Eisenwegen reicht von A (wenig schwierig) bis E (extrem schwierig). „A-Klettersteige sind manchmal nicht durchgängig mit einem Stahlseil zum Einhängen gesichert“, hat Patrick Jost beobachtet. Die ungesicherten Passagen stellen dann zwar keine klettertechnischen Ansprüche, sie können aber durch Absturzgelände verlaufen und für Kinder eine Gefahr darstellen. „Also lieber einen durchgängig gesicherten B-Klettersteig wählen“, rät Patrick Jost.

Nicht zu lange!

„Der häufigste Fehler bei der Tourenplanung ist, dass Eltern zu lange Klettersteige auswählen“, weiß Patrick Jost. „Wenn die Kraft oder die Konzentration bei Kindern nachlässt, kann es gefährlich werden.“ Ein bis anderthalb Stunden genügen den meisten Kindern. Ideal sind Klettersteige mit Ausstiegsmöglichkeiten, um die Tour abkürzen zu können.

Die Ausrüstung

© dpaKlettersteige ähneln oft Abenteuerspielplätzen, wie hier an der Kanzelwand

Die Standardausrüstung in einer Via Ferrata besteht auch für Kinder aus einem Kletterhelm (kein Fahrradhelm!), einem Klettergurt (bei Kindern möglichst eine Kombi aus Sitz- und Brustgurt) sowie einem Klettersteigset. „Keinesfalls dürfen Kinder einfach nur mit einer Bandschlinge oder einer Repschnur angebunden werden!“, warnt Patrick Jost. Das Problem bei Klettersteigsets ist jedoch: Sie nehmen bei leichtgewichtigen Personen die Sturzenergie nicht in ausreichendem Maße auf, weil sich der Bandfalldämpfer nicht genug entfaltet oder das Bremsseil nicht weit genug durchrutscht. Besonders Kindern drohen Verletzungen, wenn sie ins Klettersteigset fallen und am nächsten Fixpunkt des Stahlseils allzu ruckartig gebremst werden.

Nachsichern

Weil Klettersteigsets bei Kindern nur eingeschränkt funktionieren, müssen Erwachsene ihre kleinen Begleiter an schwierigen Stellen nachsichern. Dazu bindet man das Kind wie beim Klettern per Achterknoten in ein etwa 20 Meter langes Kletterseil. Nun steigt der Erwachsene voraus, fixiert sich an einem zuverlässigen Fixpunkt und sichert das Kind per Halbmastwurf nach.

 „Wer diese Technik nicht bereits vom Klettern beherrscht, sollte sie unbedingt in einem speziellen Eltern-Kind-­Klettersteigkurs erlernen“, empfiehlt Patrick Jost. An Stellen mit geringer Sturzhöhe wie an Quergängen oder in flacheren Passagen dürfen Kinder auch ohne Nachsicherung kraxeln.

Ein Erwachsener pro Kind!

Aus der ­Notwendigkeit des Nachsicherns ergibt sich auch, dass ein Erwachsener keinesfalls mit mehreren Kindern einen Klettersteig begehen darf. „Pro Kind ein Erwachsener“, gibt Patrick Jost als Faust­regel aus. „Idealerweise sogar zwei Erwachsene pro Kind: Der eine steigt vor und sichert bei Bedarf, der andere klettert hinterher und gibt dem Kind Anleitung und Hilfestellung.“

Motivation

Ein Klettersteig stellt auch für Kinder eine Ausnahmesituation dar. „Es ist daher wichtig, sie keinesfalls unter Druck zu setzen“, empfiehlt Patrick Jost. „Dazu gehört, dass man mit Kindern nicht unter Zeitdruck klettern darf; sobald es hektisch wird, bekommen sie Angst. Wenn man mit Kindern Geduld hat, ihnen das Gefühl von Sicherheit vermittelt und schwierige Stellen gemeinsam meistert, dann haben sie uneingeschränkt Spaß am Klettersteig.“

KLETTERSTEIGKURSE FÜR FAMILIEN

Das Hindelanger Bergführerbüro und die Salewa- Klettersteigschule Berchtesgaden bieten neuerdings 4,5-stündige Familien-Klettersteigkurse an. Bei „Click and Climb with kids“ lernen Kinder (ab 7 Jahre) sowie Jugendliche, wie man sich im Klettersteig bewegt, und die Erwachsenen unter anderem die nötige Sicherungstechnik. Preis: 33 € pro Erwachsenen und 27 € pro Kind (inkl. Ausrüstung). www.

bergschulen.de

, www.

klettersteigschule.de

.

Quelle: tz

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Ort des Geschehens

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