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Auf dem Gipfel des nur 1160 Meter hohen Krepelschrofen kann man sich kaum sattsehen an der Schönheit von Wetterstein und Karwendel.

Kleiner Berg, große Schau

Wallgau ist weiter im Magdalena- Neuner-Fieber! Jetzt wird der berühmtesten Tochter der Gemeinde zum Dank für ihre sportlichen Leistungen auch noch die wunderschöne Route...

...auf den Hausberg Krepelschrofen gewidmet. Viele Infotafeln sollen dann die Stationen der Biathletin auf ihrem „Weg nach oben“ bildlich darstellen. Der Weg ist bequem und führt aussichtsreich durch lichten Kiefernwald empor. Unzählige Bankerl am Wegesrand sorgen dafür, dass jeder bis zum höchsten Punkt hinaufkommt. Der kleine Gipfel ist goldrichtig für einen schönen Ausflug mit Kindern, Freunden und dem Hund. Und vielleicht auch das perfekte Geschenk zum Muttertag... Schon am Start staunt man über die mächtige Gebirgskette rundherum. Direkt gegenüber prangen die Zacken der Soierngruppe in Reih und Glied. Endlich hat sich der Winter mit seinen glänzenden Firnfeldern auf die hohen Bergspitzen zurückgezogen und überlässt frischgrünen Wiesen und einer bunten Blumenpracht die Bühne. Während des Aufstieges dreht sich die Perspektive mehrmals und man entdeckt im Süden den dunkelgrün schimmernden

Barmsee vor den gigantischen Wettersteinwänden. Linker Hand davon spannt sich ein knackig grüner Grasteppich über die Buckelwiesen und komplettiert das reizvolle Ensemble. Auf einmal erblickt man zwischen ein paar Laubbäumen einen steilen schrofigen Graskamm: „Das war’ s dann wohl mit der Gemütlichkeit“,

schießt es einem sogleich durch den Kopf. Doch der gutmütige Weg sucht sich einen flachen Durchschlupf im Mischwald und bringt einen mühelos auf ein breites Aussichtsplateau. Hier gibt’s genug Platz zum Toben für jeden kleinen „Windfang“ und auf die Großen warten Holzbänke, oder falls man eine Decke dabeihat, ein gemütliches Plätzchen auf den welligen Wiesen um das Gipfelkreuz. Ja, man kann sich kaum sattsehen an der Weite und der Schönheit der Berge.

Auss.: Kompass-Karte 5 Wetterstein. Lizenz: 17-0906-LVB.

Aber irgendwann muss man wieder hinabsteigen. Vielleicht haben einige Familienmitglieder noch Lust auf ein kleines Abenteuer? Wenn die Zeit reicht, könnte man eine Runde zu einem Wasserfall und zu einer Bärenhöhle dranhängen. Zuerst geht’s ein Stück auf der Forststraße dahin. Dann folgt man einem stufigen Weg, der mit einem Geländer gesichert ist, zu finsteren Löchern in einer Felswand. Die dunkle Höhle umweht ein Geheimnis. Nachforschungen ergaben, dass nie ein Bär in der Höhle war. Der Name für die witterungsbedingten Felsausschwemmungen ist wohl in den 60er-Jahren entstanden und hat sich aus touristischen Gründen manifestiert. Romantischer ist es hier aber ohne Bär. Der etwas tieferliegende Wasserfall wirbelt wie toll über felsige Mauern und mündet in einer klaren Gumpe. Nach diesem Finale wandert man hinab zum Finzbach und über grüne Matten den Schildern folgend zurück nach Wallgau. Allein vom Augenschmaus wird keiner satt, und so hat sich jetzt ein echter Bärenhunger eingeschlichen. In Wallgau warten diverse Gasthäuser, um den Muttertag ausklingen zu lassen. Denn wie schon Goethe wusste: „Die Freude, die wir geben, kehrt ins eigene Herz zurück.“

Doris Neumayr

KREPELSCHROFEN (1160 METER)

ANFAHRT – A 95 München – GAP bis Autobahnende. Weiter B 2 Richtung Mittenwald. Vor Mittenwald Ausschilderung über Krün nach Wallgau folgen. In Wallgau links in die „Wettersteinstraße“ (kurz vor Tourismusbüro). Nach der Kanalbrücke rechts und auf der „Zugspitzstraße“ bis zum Parkplatz vor „Haus des Gastes“ (gebührenpflichtig).

TOUR – Krepelschrofen (1160 m) Leichte, gut ausgeschilderte Bergwege, 300 Höhenmeter, Streckenlänge: 5 km insgesamt, Gehzeit: Aufstieg ca. 1 Std.; Abstieg ca. 40 Min.; Die Runde über Bärenhöhle und Wasserfall dauert ca. 1,5 Stunden zusätzlich. Aufstieg: Vom Parkplatz auf Teersträßchen nach Südwesten zu einem Heustadel mit Schilderbaum. Hier rechts (Schild: „Krepelschrofen, 418“). Über flache Wiesen an der nächsten Verzweigung links. Kurz darauf kommt man an einen lichten Wald. Hier endet der Asphalt und man folgt einem moderat ansteigenden, teilweise flachen Weg. Bald stößt man auf eine Forststraße mit Wegweisern (hier wäre ein Abstecher zur Bärenhöhle und zum Wasserfall möglich). Jetzt nach rechts und kurz auf der Forststraße leicht bergab. Dann gleich wieder den beschilderten Wanderweg nach links aufwärts folgen. Nun über den guten Wanderweg in einigen langen Kehren bis zum Gipfelkreuz empor. Abstieg: Auf gleichem Weg wieder hinab. Während des Abstiegs könnte man einen Abstecher zur Bärenhöhle und zum Wasserfall einplanen. Die Route verläuft über die in der Aufstiegsbeschreibung erwähnte Forststraße (Weg 415). Auf dieser Forststraße bleiben, bis links ein Weg abzweigt. An der Bärenhöhle und am Wasserfall vorbei und abwärts den Ausschilderungen zurück nach Wallgau folgen.

INFORMATIONEN – Touristinfo Wallgau. Telefon: 0 88 25/ 92 50 50; www.alpenwelt-karwendel.de/wallgau

TIPPS – 1. Konzerte im Haus des Gastes (Zugspitzstr. 11, 82499 Wallgau, Tel.: 0 88 25 / 544; www. hausdesgastes. eu): a) Kurkonzert mit der Musikkapelle Wallgau. Traditionelle bayerische und böhmische Weisen, Musikstücke aller Epochen bis hin zu moderner Blasmusik. Die Musikanten tragen die heimische Tracht. Termin: Freitag, 18. Mai, 20 Uhr bis 21.30 Uhr, Eintritt frei! b) Konzert des Jakobs- Chors aus Walchensee (Gospel und Musical), Sonntag 20. Mai, ab 17 Uhr bis 19 Uhr. 2. Wallgauer Wirtefest. Frühschoppen mit Weißwürstl, Fassbier, verschiedenen Schmankerln und Musik. Am Dorfplatz Wallgau. Termin: Sa., 19. Mai ab 11 Uhr bis 22 Uhr.

KARTE – Kompass-Karte 5, Wetterstein.

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