Golfplatz Riedhof
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Die Eiskristalle glitzern im Gegenlicht: Weit und aussichtsreich zeigt sich die Landschaft auf der Wanderung im Eglinger Land, hier am Golfplatz Riedhof.

Winterwanderung bei Wolfratshausen

Elfenhaar im Schnee

Es gibt Spaziergänge, die man gerne immer wieder macht. Dabei findet man unterwegs gar nichts Spektakuläres, nicht mal eine Wirtschaft.

Den Zauber liefern allein die Weite der Landschaft und die kleinen Dinge am Wegesrand. Eine dieser Touren beginnt in Riedhof östlich der Pupplinger Au bei Wolfratshausen.

Zunächst streift man am Rande einer verflachten Keltenschanze über den verschneiten Golfplatz Riedhof. Wie mit Milch übergossen glänzt das wellige Gelände in der Sonne. In einigen Mulden haben sich kleine Eisflächen gebildet. Kinder kurven mit Schlittschuhen kreuz und quer über die Tümpel oder jagen beim Eishockey-Spiel dem Puck hinterher. Ein geschottertes Sträßchen führt einen breiten Wiesenhang hinauf. Dort, wo das Gelände am steilsten ist, saust die Dorfjugend mit dem Schlitten einen Hügel runter. Eine Etage höher am Ortseingang von Ergertshausen trifft man auf eine Bank und ein schmuckes Holzkreuz. Doch bevor man jetzt auf der ausgedehnten Hochebene nach Norden wandert, sollte man sich noch mal umdrehen: bei klarer Sicht erhebt sich die großartige „Skyline“ der weiß gekrönten Alpenkette am Horizont. Hoch über dem langgezogenen Becken der Pupplinger Au erblickt man die spielzeugkleinen Häuser der Gemeinde Icking mit dem Aussichtspunkt „Walchstadter Höh“ (703 m).

Eiskristalle flirren

Der Weiterweg wird zwar ab und zu geräumt, kann aber auch mal eingeschneit sein. Leichter hätte man es dann mit Schneeschuhen. Schon in der Steinzeit schnallten sich die Menschen breite Holzrahmen an die Füße, um während der Jagd nicht im Schnee zu versinken. Heutzutage stapft man zum Vergnügen durchs freie Gelände. Eiskristalle flirren im Wind über die Schneefelder. Die Landschaft zeigt sich im strahlend weißen Mantel. Halme spitzen aus der Schneedecke heraus und schimmern im Gegenlicht silbrig wie Elfenhaare. Immer wieder sieht man Tierspuren im Schnee. War es ein Fuchs oder bloß eine Katze...?

Bald entdeckt man in der Ferne die kleine Häuserschar Sachsenhausen. In einem Garten tapsen in dicke Wolle gehüllt ein paar Schafe herum. Ansonsten ist nichts los. Nur rauchende Kamine zeugen davon, dass in den Häusern Menschen wohnen. Eine schmale Straße zieht aus dem Dorf hinaus Richtung Ergertshausen. Der Ort gehört wie Sachsenhausen zur Gemeinde Egling. Im Jahre 804 wird Egling erstmals urkundlich erwähnt. Das einst mächtige Adelsgeschlecht der Eglinger war im 11. Jahrhundert eng mit der Geschichte des Klosters Tegernsee verwoben. Doch in den Jahren um 1511 verstarben die letzten Nachkommen der Adelsfamilie.

Es geht vorbei an der Kirche Mariä Himmelfahrt, wo sich die Ringeltauben auf dem Dach ein Sonnenbad gönnen. Der Kreis schließt sich, sobald man das hölzerne Kreuz am Ortsrand von Ergertshausen erreicht hat. Ein letztes Mal genießt man den sagenhaften Weitblick und schwört sich, im Frühjahr wiederzukommen. Denn nichts ist interessanter, als einen bekannten Weg noch einmal zu gehen – in einer anderen Jahreszeit.

Von Doris Neumayr

IM EGLINGER LAND

ANFAHRT – Autobahn A 95 München – Garmisch-Partenkirchen bis Ausfahrt Wolfratshausen. Auf B 11a bis zum Linksabzweig Gewerbegebiet Wolfratshausen. Nach dem Kreisverkehr auf „Pfaffenrieder Straße“ / „Schießstättstraße“ bis zur großen Kreuzung (Kirche). Hier rechts über Puppling Richtung Sauerlach. 200 m nach dem Weiler Riedhof rechts auf den Parkplatz. Bahn: S 7 bis Wolfratshausen (www.s-bahn-muenchen.de), Weiterfahrt mit dem Bus (Linie 377 oder 375) bis Haltestelle Riedhof (MVV-Infotelefon: 089 / 41 42 43 44; Internet: www.mvv-muenchen.de)

TOUR – Gehstrecke insgesamt: 5,2 km, 80 Höhenmeter, Gehzeit insgesamt: 1,5 – 2 Stunden; Die Route verläuft größtenteils auf ungeteerten Sträßchen, die in der Wintersaison mehrmals geräumt werden oder zumindest eine Traktorspur aufweisen. Die restliche Strecke führt über geräumte schmale Nebenstraßen (asphaltiert). Verlauf: Vom Parkplatz aus 100 m am Straßenrand abwärts gehen. Dann die Straße überqueren und auf dem Gehsteig bis Riedhof. Hier hält man sich rechts (Schild „Ergertshausen 1,6 km“).

Ein Sträßchen führt zum Golfgelände Riedhof. An der ersten Abzweigung (schwarz-orangefarbene Stangen) rechts und auf der geschotterten Straße einen Wiesenhang hinauf bis Ergertshausen (Holzkreuz, Bank). Nun nach links (Schild: „Sachsenhausen 1 km“). Auf dem „Hochleitenweg“ über freie Wiesen nach Sachsenhausen. Man mündet in eine Teerstraße und folgt dieser. An einer T-Kreuzung (Bushäuschen) geht’s nach rechts (Schild: „Ergertshausen 1 km“). Jetzt auf der schmalen Teerstraße über Wiesengelände südostwärts. Kurz vor Ergertshausen trifft man auf eine Landstraße und zieht auf dieser nach rechts in den Ort hinein (kurz ohne Gehsteig). Dann auf dem rechten Gehsteig durch den Ort. Wenige Meter nach dem Feuerwehrhaus hält man sich rechts „Riedhofweg“. Am Holzkreuz mit Bank geht’s auf bekannter Route retour.

HUSKY-FAHRTEN – Hunde-Schlittenfahrt mit absolut menschenfreundlichen Huskys, Einzelfahrten oder Gruppen: HuskyTours, Thomas Prestle, Riedhof 4, 82544 Egling. Tel.: 0177 / 4515587; www.huskytours.de

BAUERNTHEATER – „Da Zeitbscheißer“ Gasthaus Oberhauser, 82544 Egling, Hauptstraße 11. Termine: Fr., 15.3. und Sa., 16.3. ab 18 Uhr. Weitere Aufführtermine unter Tel.: 0 81 76 / 93 030; Internet: www.egling.de

KARTE – Kompass-Karte 180, Starnberger See.

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