Superbanner

Die Kolumne von Reisemediziner Dr. Nikolaus Frühwein

Malaria-Prophylaxe – ja oder nein?

Tansania ist ein beliebtes Reiseziel der Deutschen. Safari, manchmal mit Besteigung des Kilimandscharo. Im August kommt Michael S. mit hohem Fieber kurz nach einem Aufenthalt dort in meine Praxis.

Malaria Verbreitungsgebiet

© WHO

Malaria Verbreitungsgebiet

Im Mikroskop finden wir die kleinen Ringchen: Malaria tropica, die gefährlichste und häufigste Form der Malaria: Einweisung ins Krankenhaus, vollständige Erholung nach wenigen Tagen.

Schlaglichtartig beleuchtet dieser Fall die Problematik der Malaria. Gerade die häufig bereisten Länder im mittleren Afrika sind „Hotspots“ der Malaria. Hier ist unbedingt eine Vorbeugung mit Medikamenten zu empfehlen.

Es gibt verschiedene Varianten der Vorbeugung mit Tabletten, die ganz auf die Bedürfnisse des einzelnen Reisenden abgestimmt werden müssen. Die Impfung gegen Malaria lässt noch auf sich warten.

Die meisten Länder Südostasiens und insbesondere Südamerikas kann man unter Mitnahme eines Notfallmittels, sogenannter Stand-by-Medikation, bereisen. Stand-by bedeutet aber auch: Man muss wissen, wann und wie man das Mittel einsetzen soll.

Malaria© Marcus SchlafDr. Nikolaus Frühwein ist Tropenmediziner und hat seine Praxis in München.

Wie erkenne ich auf Reisen eine Malaria? Jede fieberhafte Erkrankung in den entsprechenden Regionen ist so lange auf Malaria verdächtig, bis das Gegenteil bewiesen ist. Das gilt übrigens auch für die ersten Wochen nach der Rückkehr aus einem Reiseland. Natürlich wird man auch vor Ort zunächst einen Arzt aufsuchen, um die Diagnose zu klären. Ist kein Arzt da oder kommt einem dieser gefährlicher als das Fieber vor, kann man zum Notfallmittel greifen.

Ist das Fieber dann nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen vergangen, muss dringend ein Krankenhaus aufgesucht werden, da Malaria ab etwa sechs Tagen tödlich enden kann.

Aber: Jede Malaria ist heilbar und ausheilbar, wenn sie rechtzeitig und richtig behandelt wird. Der beste Schutz vor Malaria ist jedoch immer noch die Vermeidung von Mückenstichen, z.B. durch Mückenschutzmittel und Moskitonetze.

Die gute Nachricht zum Schluss: Insgesamt ist die Gefahr durch Malaria weltweit eher rückläufig. Dies wurde durch intensive Programme der Weltgesundheitsorganisation erreicht. Auch die Einschleppungen nach Deutschland haben sich in den letzten Jahren etwa halbiert.

Trotzdem unser Rat: Vor jeder Fernreise einen Arzt aufsuchen, der individuell über die bestmögliche Malariavorbeugung berät. Derartige Ärzte finden Sie z.B. im Internet unter www-frm.de. Und bei Erkrankung nach Rückkehr sollte Ihr Arzt auf die zurückliegende Reise aufmerksam gemacht werden, damit eine Behandlung durch Tropenmediziner erfolgen kann.

Dr. med. Nikolaus Frühwein

Facharzt für Allgemeinmedizin/Tropenmedizin, Gelbfieberimpfstelle, München, www.drfruehwein.de

zurück zur Übersicht: Gesundheit

Kommentare

Ort des Geschehens

48.1391265,11.5801863

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

ReiseNachrichten

Badegewässer in Deutschland sind sauber

EU-Bericht: Badequaliät europaweit gut

Ob Meer oder Baggersee - plantschen macht Spaß, doch ist das Wasser sauber? Die Europäischen Umweltagentur (EEA) hat einen Bericht veröffentlicht, wie es um die Qualität der Gewässer steht.Mehr...

Gardens by the Bay: Botanischer Garten in Singapur eröffnet

Singapurs neuer Super-Garten

Singapur ist im Juni um eine spektakuläre Attraktion reicher: Im Juni eröffnet eine neuen Gartenanlage in der Löwenstadt.Mehr...

Nach Erdbeben in Italien: Kaum Einschränkungen für Touristen

Italien-Erdbeben: Kaum Einschränkungen für Touristen

Rom/Ferrara/Modena - Nach dem Erdbeben im Norden Italiens müssen Touristen in der Region nicht mit größeren Einschränkungen rechnen.Mehr...

Länderinfo A bis Z

Länderinfo

Hier gibt's die wichtigsten Infos zu den jeweiligen Ländern aus unseren Reiseberichten auf einen Blick.Mehr...

Reise Psychologie

Tollwutgefahr auf Reisen und durch Haustiere aus dem Ausland

Touristen sollten sich vor Tollwut schützen

Deutschland gilt seit Jahren als tollwutfrei. Doch es sterben jährlich weltweit 55.000 Menschen an der Tollwut, die meisten in Afrika und Asien.Mehr...

Impfpass im Urlaub immer dabeihaben

Impfpass im Urlaub immer dabeihaben

Wiesbaden - Polio, Tetanus oder Gelbfieber: Für den Notfall sollten Urlauber ihren Impfpass auf Reisen immer im Handgepäck bei sich tragen.Mehr...

Chronisch Kranke sollten sich auf Kreuzfahrt gut vorbereiten

Kreuzfahrten belasten chronisch Kranke

Baierbrunn - Viele Passagiere unterschätzen die Belastungen, die mit einer Kreuzfahrt verbunden sind. Gerade chronisch Kranke sollten sich darauf vorbereiten.Mehr...

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper