Traumstrände, Sandwüsten und afrikanischer Flair - im Winter gibt es im Atlantik eine Alternative zu den Kanarischen Inseln: die Kapverdischen Inseln Boavista und Sal.

© dpa/ Manuel Meyer
Die Kapverdische Insel Sal bietet Urlaubern einsame Traumstrände wie hier nahe Ponta Preta.
Sonne tanken, lange Strandspaziergänge unternehmen und unterm Sonnenschirm faulenzen - genau das wollten Uli und Heike tun, bevor die kalten Wintermonate beginnen. Doch auf die Kanarischen Inseln hatte das Pärchen aus Münster keine Lust mehr. „Da ist es im Winter recht voll, ganz anders als hier auf den Kapverden“, sagt Heike. Auf Sal und der Nachbarinsel Boavista geht es dagegen selbst zur winterlichen Hauptsaison ruhig zu - dabei sind sie die am meist besuchten Inseln des gesamten Archipels.
Eigentlich hat Sal im Vergleich zu den anderen acht bewohnten Inseln der Kapverden kulturell wie landschaftlich am wenigsten zu bieten. Santo Antãos schroffe Bergwelt ist ein Wanderparadies. Santiago ist Afrika pur. Fogo lockt mit riesigen Vulkankratern und seiner malerischen Kolonialstadt São Filipe. Sal hat nur eines: endlose, einsame Sandstrände.
Das stimmt auf anderen Inseln, auf Sal aber nur zum Teil. Die internationale Reisebranche entdeckt die Kapverden langsam, aber sicher. Auf Sal wachsen erste Bettenburgen aus dem Boden.
Doch selbst der touristische Hauptort Santa Maria ist kaum mit Urlaubsorten in Spanien oder Italien zu vergleichen. Die farbenfrohen Häuserfassaden in Orange, Gelb und Türkis spiegeln den bunten Mix zwischen Afrika und Europa, der die ehemalige portugiesische Kolonie heute noch ausmacht.
Vor allem am alten Hafenkai kommt man mit Einheimischen in Kontakt. Es ist ein heilloses Durcheinander: Fischer kommen mit ihren kleinen Holzbooten an den Kai und werfen ihren frischen Fang mit Wucht auf den Holzsteg.
Das hat seinen Grund: Die Wege zu den meisten Dünenstränden sind ein Abenteuer für sich und fordern Fahrtalent und gute Orientierung. Auch die Praia de Santa Mónica, für viele der schönste Strand der Kapverden, ist nur mit dem Geländewagen zu erreichen. Die Deserto de Viana mit ihren riesigen Wanderdünen brachte Boavista den Beinamen Sahara im Atlantik ein.
Von Manuel Meyer, dpa
REISEZIEL: Die Kapverdischen Inseln liegen vor der Westküste Afrikas. 15 Inseln, von denen neun bewohnt sind. Boa Vista ist die östlichste und drittgrößte Insel der Kapverden. Es geht hier noch etwas ursprünglicher zu. Auf der Nachbarinsel Sal ist der Massentourismus schon angekommen.
ANREISE: Mit der portugiesischen TAP oder per Charter mit Tuifly oder Condor nach Sal oder Boavista. Innerhalb der Kapverden können Urlauber mit der Fluggesellschaft TACV von Insel zu Insel hüpfen.
REISEZEIT: Ganzjährig. Beste Reisezeit ist der Winter, zwischen Juni und September kann es sehr heiß werden.
MEHR INFOS: www.kapverden.de
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