108.02.10|Asien|Asien|
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Ein Arzt aus Manila will mit dem Hoteldorf Sitio Remedios in Currimao im Norden der philippinischen Hauptinsel Luzon Geschichte und Tradition bewahren sowie Einheimischen eine berufliche Perspektive bieten.

© IWP-PRESS
Dorfcharakter: Die Häuser in Sitio Remedios wurden komplett neu errichtet – aus altem Baumaterial.
Touristen freuen sich über eine authentische Unterkunft und ein Dorf, in dem man wunderbar träumen kann, wie Reiseredakteur Volker Pfau festgestellt hat.
Vorsichtig fegt der junge Mann ein paar trockene Blätter von den Steinplatten vor der dem heiligen Michael geweihten Kapelle. Behutsam schiebt er ein paar weiße Metallstühle zur Seite und fegt weiter. Ganz ruhig, ohne Lärm zu machen. Es ist kurz vor sieben Uhr, die meisten Gäste schlafen noch. Nur auf der niedrigen Mauer, die das Hotelgelände vom Strand trennt, sitzt ein schlafloser Jet-Lag-Geplagter und schaut ein paar herumtollenden Hunden zu, die sich durchs Wasser des südchinesischen Meers jagen.
Joven R. Cuanang wuchs in Batac auf, einer Stadt im Hinterland der Küste. „Nach Currimao sind wir immer zum Baden gegangen und haben Picknick am Strand gemacht“, erinnert er sich. Also kaufte er dort ein 1,8 Hektar großes Stück Land direkt am südchinesischen Meer und ließ die Anlage von einem befreundeten Architekten planen. Wer durch das aus Ziegelsteinen gemauerte Eingangstor tritt, geht erst einmal entlang eines Wasserbassins auf einer Art Kreuzweg auf die zentral gelegene Kapelle zu und erst dann in eines der am Dorfplatz gelegenen Häuser, in denen die Zimmer sind.
Die Bauten entsprechen den historischen Vorbildern aus der Region, sie wurden von einheimischen Handwerkern errichtet mit der Auflage, möglichst viel Original- Material, zum Teil aus Abbruchhäusern, zu verwenden. „Die junge Generation schätzt die alten traditionellen Häuser nicht mehr“, klagt der Mediziner. Darum will er wenigstens hier die architektonischen Schätze der Kolonialzeit retten. Und so betritt man als Gast die nach Orten in der Provinz Ilocos Norte benannten Häuser, die so aussehen, als seien die Spanier gerade erstausgezogen.
REISEZIEL Das Hoteldorf Sitio Remedios liegt direkt am Strand in Currimao in der philippinischen Provinz Ilocos Norte auf der Hauptinsel Luzon.
ANREISE von Manila aus fliegt Philippine Airways täglich nach Laoag, vom dortigen Flughafen fährt man mit dem Auto etwa eine halbe Stunde bis zum Hoteldorf.
ANGEBOTE Ab zwei Teilnehmern können über Dertour und Meier’s Weltreisen individuelle Reisepakete für Ilocos Norte organisiert werden. Anfragen über das Reisebüro. In Sitio Remedios kostet eine Übernachtung mit Frühstück ab rund 60 Euro (pro Doppelzimmer). Info im Internet unter www.sitioremedios. com, Buchung über Dertour.
SEHENSWERT VIGAN Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe der Unesco und gilt als „spanischste“ Stadt der Philippinen, am besten zu sehen in der Calle Crisologo. Dort gibt’s in den Souvenirshops Gewebtes in guter Qualität zu günstigen Preisen.
KIRCHEN In der Region gibt es jede Menge gut erhaltener Kirchen, zwei sind Unesco-Weltkulturerbe (San Agustin in Paoay, Nuestra Senra in Santa Maria). Auffallend: Die Türme stehen in einiger Entfernung zum Hauptbau – Schutz bei Erdbeben.
BATAC Der 1989 gestorbene Ex-Diktator Ferdinand Marcos wird seit 18 Jahren in einem gekühlten Glassarg aufgebahrt, der in einem Mausoleum auf dem Marcos-Familiengrund-stück in Batac für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
HIDDEN GARDEN In einem kleinen Dorf außerhalb von Vigan hat ein Landschaftsarchitekt eine kleine grüne Oase mit seltenen Pflanzen, kunstvollen Gewächsen und zwitschernden exotischen Vögeln geschaffen.
REISEZEIT Die Temperatur beträgt fast das ganze Jahr über knapp 30 Grad. Von November bis Februar ist die Luftfeuchtigkeit am geringsten, von Mai bis November fällt der meiste Regen, dann ist es auch sehr schwül und es besteht die Gefahr von Taifunen.
REISETYP Sie lieben individuellen Urlaub abseits von Touristenmassen? Sie sind ein Entdeckertyp? Sie akzeptieren das einfache, aber haben auch nichts gegen etwas Luxus? Dann könnte ein Aufenthalt im Hoteldorf Sitio Remedios eine unvergessliche Erfahrung werden.
GELD Bezahlt wird mit dem Philippinischen Peso (PHP). Ein Euro entspricht knapp 65 Peso.
SICHERHEIT Die Philippinen sind ein vergleichsweise armes Land, trotzdem sind Gebiete, die Touristen besuchen, relativ sicher. Es ist aber angebracht, den gesunden Menschenverstand zu benutzen und als Urlauber seinen Reichtum nicht zu offen zur Schau zu stellen.
INFO Philippinisches Fremdenverkehrsamt, Kaiserhofstraße 7, 60313 Frankfurt am Main; Tel. 069/91 39 90 61, Internet: www.wowphilippines.de.

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