Es gibt Orte an dem man die Vergangenheit spürt: Der Kaiserpalast ist wohl einer der letzten in Peking. Nun soll der vernachlässigte Palast wieder in altem Glanz erstrahlen.

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Die Anlage mit dem ehemaligen Kaiserpalast mitten in Peking erstreckt sich über 72 Hektar, vom Süd- bis zum Nordtor läuft man fast einen Kilometer.
Ein Wunder ist auch, dass die Verbotene Stadt überhaupt noch existiert. Dass die Maoisten beim großen Aufräumen in der Nachkriegszeit und während der Kulturrevolution ausgerechnet den alten Kaisersitz verschonten, ist in der Nachbetrachtung genauso erstaunlich wie die Toleranz der heutigen Machthaber. Denn auch die gegenwärtigen Regenten neigen dazu, gnadenlos abzureißen, was der Modernisierung der Elf-Millionen-Stadt im Weg steht.
Die Verbotene Stadt konnte dem Modernisierungswahn bislang jedoch widerstehen. Tatsächlich befindet sie sich nach Jahren der Vernachlässigung gerade in einem millionenteuren Restaurierungsprozess durch das Palastmuseum und den privaten gemeinnützigen World Monuments Fund in New York. Es ist das erste Mal, dass das Palastmuseum mit einer ausländischen Einrichtung zusammenarbeitet. Bis 2020 soll das Projekt abgeschlossen sein. Die ersten Erfolge im Nordostquadranten der Anlage sind schon zu sehen.
Diesem Prunk als Regent ausgeliefert zu sein, war noch weniger als in anderen Königshäusern ein Spaß. Im Gegensatz zu den Hofbeamten, die oft in eigenen Residenzen in Saus und Braus lebten, besaß der Kaiser kaum Rückzugsmöglichkeiten, sein Tagesablauf war streng geregelt. Wer die formale Möblierung der Thronsäle und kaiserlichen Schlafgemächer sieht, bekommt schon vom Hingucken Rückenschmerzen.
Frank Rumpf, dpa
ÖFFNUNGSZEITEN: Von November bis März täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr, von April bis Oktober von 8.30 bis 17.00 Uhr. Man sollte mindestens zwei Stunden einplanen. Eintritt: 40 Yuan im Winterhalbjahr und 60 Yuan im Sommer. Audiotouren auf Deutsch sind am Mittagstor (Wu men) neben dem Ticketverkauf erhältlich.
REISEZEIT: Beste Reisezeit für Peking sind Frühjahr und Herbst. Die Sommermonate sind drückend heiß, die Wintermonate ab November oft sehr kalt. Die Luftqualität (Smog) hat sich in den vergangenen Jahren etwas verbessert, ist an windstillen Tagen aber immer noch schlecht.
UNTERKUNFT: Zahlreiche internationale Hotelketten mit westlichem Standard haben sich seit den Olympischen Spielen niedergelassen. Ein Doppelzimmer kostet im Viersterne-Bereich pro Nacht ab 90 Euro.
GELD: Ein Euro entspricht rund 8,70 Renminbi Yuan (Stand Dezember/2010).
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