Im Mittelalter ist Goslar durch den Silberbergbau reich geworden. Der Kaiser ließ sich eine Pfalz bauen, und viele reiche Bürger schöne Fachwerkhäuser. Davon ist immer noch viel zu sehen.

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Winterweiße Dächer in Goslar - im Mittelalter hieß die Stadt das "nordische Rom". Auf kleinem Raum standen dort fast vier Dutzend Kirchen, Klöster und Kapellen.
Wände, Decke, selbst die Fensternischen sind vollständig mit Tafelbildern ausgekleidet. Rankenschnitzwerk gibt den farbenfrohen Bildern Tiefe: ein Gemisch aus biblischen Motiven, jeder Menge schöner Sybillen und stolzer Honoratioren der freien Reichsstadt. Das Kleinod mittelalterlicher Raumkunst wurde 1520 als Ratssitzungssaal eingerichtet.
Dem Rathaus schräg gegenüber leuchtet rot am Marktplatz das Haus Kaiserworth mit den Kaiserfiguren an der Fassade. Das einstige Gildehaus der Fernkaufleute, die ihre Waren über die Salzstraße und den Hellweg schickten, ist mittlerweile ein Hotel, an dessen Ecke noch heute eine Figur dem Betrachter ganz frech den nackten Allerwertesten zeigt. Es ist das Dukatenmännlein, von dem man sagt, es solle daran erinnern, dass säumige Schuldner einst mit nacktem Gesäß auf einem Stein gestumpt wurden. Andere sehen darin aber den Traum vom Geld im Überfluss in Stein gemeißelt.
Deutlich mehr beachtet wird das Paar von Fernando Botero vor der romanischen Neuwerkskirche und der alten Stadtmauer. Eine Brust der Bronzefrau ist schon ganz blank - von den vielen touristischen Busengrapschern. An prominenter Stelle steht einer der letzten Erz-Förderwagen im Bergbaumuseum, den Christo und Jeanne-Claude anlässlich der Schließung des Bergwerkes Rammelsberg 1988 verhüllt haben. Er ist eine Leihgabe des Mönchehaus Museums, das mit seiner Sammlung zahlreicher Werke international bekannter Künstler selbst einen Besuch lohnt.
dpa
MEHR INFOS unter www.goslar.de und www.moenchehaus.de
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