Die 900 Meilen Route war brutal. Doch der Treck der Cherokee hatte damals keine Wahl. Lange wurde die Tragödie verdrängt, doch heute erinnern mehrere Museen in Tennessee an den “Trail of Tears“.

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Mit dem Bärentanz lassen die Cherokee beim Big Island Festival ihre Kultur wieder aufleben.
Aber im “Sequoyah Birthplace Museum“ nahe der Kleinstadt Vonore am Cherokee National Forest erinnern die Cherokee-Indianer von Tennessee an ihre Vergangenheit. Dieses Fleckchen Erde war einst ihr Stammesland. Heute tanzen sie in traditioneller Jagd-Kleidung, in der sie vor mehr als 175 Jahren durch die Smoky Mountains streiften.
“Normalerweise tragen wir keine Indianer-Tracht“, sagt Sony Ledford, ein Baum von einem Mann. Er ist in Jeans und Lederjacke mit dem Motorrad hierher gefahren, arbeitet als Automechaniker und lebt in einem kleinen Farmhaus. Nur für das Big Island Festival legen er und seine Stammesbrüder die traditionelle Kluft der Vorfahren an.
Schon vor 8000 Jahren besiedelten Einwanderern aus Asien die heutigen Bundesstaaten Georgia, North Carolina und Tennessee. Sie waren die Ahnen der Cherokee und anderer Stämme wie der Creeks, Choctaw und Chicasaw. Im 16. und 17. Jahrhundert kamen Spanier und Franzosen, und mit ihnen kamen Krankheiten wie Masern und Pocken, die die Indianer schnell dahinrafften. Als die Engländer um 1800 von der Atlantikküste ins Landesinnere vordrangen, wurden die dramatisch dezimierten Stämme weiter nach Westen verdrängt.
Soldaten zwangen die Cherokee in Sammellager, rissen Familien auseinander, trieben sie mit Waffengewalt in teils überladene Boote an die Anlegestellen in Chattanooga, Charleston und Blythe's Ferry. Die Cherokee wurden gezwungen, mitten im Winter den 900-Meilen-Treck gen Westen anzutreten. Ausgemergelte Ponys zogen die Planwagen. Viele Menschen, vor allem Frauen und Kinder, starben auf der dreieinhalb Monate dauernden Reise durch unwegsames Gelände nach Oklahoma. Es gab einen Nord- und einen Südweg, dazu eine Wasserroute. Alle waren gleich brutal. Ein Viertel der Vertriebenen habe die Tortur nicht überlebt, steht heute in den Geschichtsbüchern. “Nunna daul Isunyi“ nannten die Cherokee diese Tragödie, “der Weg, auf dem wir weinten“.
Die Reise durch die Vergangenheit der Cherokee führt weiter zum Red Clay State Park in der Nähe von Collegedale. Hier brennt das ewige Feuer als Erinnerung an den Treck. “Die Cherokee nahmen das Feuer, das hier an ihrem Versammlungsort immer brannte, mit auf die Reise“, erklärt Park Rangerin Erin Medley. In einem Eisentopf trugen sie es bis nach Oklahoma.
Tina Eck, dpa
REISEZIEL: Der Südosten von Tennessee ist am besten über einen Direktflug nach Atlanta mit Anschlussflügen nach Chattanooga oder Knoxville zu erreichen. Die Autofahrt ab Atlanta dauert gut zwei Stunden. Mietwagen sind in den Bundesstaaten Georgia und Tennessee preiswert.
ANREISE: Für eine weniger als drei Monate dauernde Reise in die USA brauchen Deutsche kein Visum. Sie müssen aber unter https://esta.cbp.dhs.gov eine elektronische Einreiseerlaubnis einholen (ESTA-Verfahren). Diese kostet 14 US-Dollar (etwa 9,65 Euro) und gilt zwei Jahre lang.
REISEZEIT: Beste Reisezeiten für den Süden der USA sind Frühjahr und Herbst mit Durchschnittstemperaturen um 25 Grad. Im Sommer wird es oft subtropisch heiß und schwül.
WOHNEN: Vom Luxushotel in Chattanooga mit Preisen von 150 Dollar pro Nacht bis zu preiswerten Herbergen in den Orten Etowah und Cleveland mit Zimmern für 40 Dollar ist im Südosten von Tennessee alles vorhanden. Restaurants bieten zum Teil echte US-Südstaatenküche: große Portionen Catfish, Bohnen, Biscuits und Maisbrot zum kleinen Preis.
MEHR INFOS: Der USA-Spezialveranstalter AAR Reisen organisiert Touren in die Region, speziell zu den Attraktionen der Cherokee (www.aartravel.com). Tennessee Tourism, http://de.tnvacation.com// Horstheider Weg 106a, 33613 Bielefeld (Tel.: 0521/986 04 15, E-Mail: info@tennesseetourism.de)
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