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Übernachten in der Haftzelle: Polizeiwache in Regensburg wird zum Hotel umgebaut.

Hinter Gittern übernachten

Bayerische Polizeiwache wird Hotel 

Wo jahrzehntelang Kriminelle verhört, Anzeigen aufgenommen und Betrunkene in Zellen ausgenüchtert wurden, können Reisende in Regensburg bald logieren.

Ein ehemaliger Möbelspediteur baut derzeit eine alte Polizeiwache zu einem Hotel um. „Die Umbaukosten betragen etwa 1,5 bis 2 Millionen Euro“, sagte Investor Oswald Zitzelsberger. Ende des Jahres sollen die ersten Gäste in das denkmalgeschützte Gebäude von 1781 am westlichen Rand der mit dem Prädikat Weltkulturerbe ausgezeichneten Altstadt einziehen. 38 Zimmer und drei Suiten sind geplant. Gefrühstückt wird in der ehemaligen Leitstelle der Polizei.

Derzeit werden die alten hölzernen Zwischenwände und Böden herausgerissen, Leitungen verlegt sowie neue Fenster und ein Fahrstuhl eingebaut. „Jede Baumaßnahme muss mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden. Der Charakter des alten Gebäudes darf schließlich nicht verändert werden“, sagte Zitzelsberger. So muss der 65-Jährige die alten Gitterfenster und eine robuste Holztreppe ausbauen und lagern. Bis auf den unausgebauten Dachraum und den Keller wird jeder der 1400 Quadratmeter genutzt. Auch eine der beiden Zellen, die zuletzt von den Beamten als Raucherzimmer genutzt wurde, wird zu einem Gästezimmer ausgebaut.

Bayerische Polizeiwache öffnet für Reisende

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Seit 1937 wurde das barocke Gebäude als Polizeiwache genutzt. Nach mehr als 70 Jahren im Staatsdienst hatte das historische Haus ausgedient - im Sommer 2011 zogen die Beamten aus. Einen Namen für das neue Hotel hat Investor Zitzelsberger bereits im Kopf. „Es sollte "Hotel Jakob" heißen, wegen des angrenzenden historischen Jakobstores und der gleichnamigen Kirche gleich gegenüber.“

dpa

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