Ab November: Neues EU-Ökolabel für Reifen
Die beiden ausgewählten EU-Kategorien (nämlich Rollwiderstand und Nassbremsen) sagen zwar nicht alles über den Reifen aus, geben aber doch einen groben Hinweis. Das gilt vor allem deshalb, weil die beiden Werte normalerweise gegeneinander arbeiten. Will meinen: Wer einen Reifen mit guten Nassbrems-Eigenschaften baut, wird als Ergebnis hohen Rollwiderstand bekommen. Außer, man tüftelt und tüftelt und tüftelt… Juha Pirhonen aus der Nokian-Entwicklungsabteilung sagt: „Dazu waren völlig neue Struktur-Entscheidungen notwendig.“
Der zweite wesentliche Wert betrifft direkt den Geldbeutel und die Umwelt. Rollwiderstand ist Spritverbrauch. Und da, so sagen die Hersteller, ließen sich bis zu 0,6 Liter auf 100 Kilometer sparen, wenn man einen A-Reifen mit einem der schwächsten Kategorie vergleicht.
Fertig entwickelt ist der Nokian eLine bisher in einer Größe: 205/55R16, das passt für die Golf-Klasse. Verkaufsstart ist im Frühjahr. Fünf weitere gebräuchliche Größen sollen folgen. Und an der Kasse? Konkrete Zahlen gibt’s noch nicht. Marketing-Manager Antti-Jussi Tähtinen sagt uns auf Nachfrage aber: „Die Preise für den eLine werden rund zehn bis 15 Prozent über denen für unsere herkömmlichen Reifen liegen.“ Damit dürfte ein Satz der Größe 205/55R16 wohl knapp über 300 Euro liegen.
Was das alles jetzt für uns als Autofahrer (und damit Reifenkäufer) heißt? Das Doppel-A ist wohl am besten als eine Art erster Hinweis zur Einordnung zu verstehen. Hoch entwickelt, spritsparend, gut beim Nassbremsen. Ob dieser Reifen dann aber tatsächlich nicht nur in den zwei EU-Kriterien, sondern über die komplette Bandbreite der richtige für mich ist? Um das rauszufinden, empfiehlt sich immer noch ein Gespräch mit dem Reifenhändler.
Uli Heichele


Profil im Blick: Uli Heichele (l.) mit Antti-Jussi Tähtinen




© NokianDoppelte Bestnote: Der eLine-Reifen des finnischen Herstellers Nokian erreicht Doppel-A




















