Schrumpelige Finger: Grund für Phänomen nach Baden

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    • 09.01.13
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Forscher ergründen Phänomen

Warum wir wirklich Schrumpel-Finger kriegen

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Von Veronika Hueber

Newcastle - Beim Spülen ohne Handschuhe oder wenn wir in der Badewanne sitzen, kommen sie plötzlich zum Vorschein: schrumpelige Finger. Forscher haben nun herausgefunden, was wirklich hinter dem Phänomen steckt.

© dpa

Schrumpelige Finger ermöglichen einen besseren Griff bei nassen Gegenständen.

Wir haben es alle schon erlebt: Wir steigen nach einem ausgiebigen Bad aus der Wanne und scheinen um Jahrzehnte gealtert zu sein: Unsere Finger und Zehen haben sich in schrumpelige Dinger verwandelt. Doch warum ist das so? Viele glauben, dass die Ursache für die seltsame Verwandlung in der Hornhaut liegt, die sich mit Wasser vollsaugt und dadurch aufquillt. Doch entgegen der weitläufigen Meinung, ist der Grund für die Faltenbildung ein ganz anderer, wie eine Forschergruppe der Universität Newcastle in den "Biology Letters" berichten.

Bei der Entstehung der Schrumpel-Finger ziehen sich die Blutgefäße unter der Haut zusammen. Das diese Reaktion vom autonomen Nervensystem gesteuert wird, wird dahinter eine bestimmte Funktion vermutet. 2011 nahm bereits eine andere Forschungsgruppe an, dass die Rillen wie eine Art Drainage funktionieren, durch die Wasser schneller von den Fingerkuppen abgeleitet wird.

Rillen helfen, nasse Gegenstände besser zu greifen

So weit so gut. Doch gibt es auch einen praktischen Grund für diese Reaktion? Ja, wie Forscher der Universität Newcastle jetzt herausgefunden haben. Offenbar helfen die Rillen in der Haut, nasse Gegenstände besser greifen zu können. "Geht man in der Zeit zurück, könnte das Phänomen bei der Nahrungssammlung in feuchten Umgebungen oder an Bächen hilfreich gewesen sein", erklärt Dr. Tom Smulders von der Forschungsgruppe. Schrumpelige Haut an den Füßen könnte demnach eine ähnliche Funktion haben und bei der Fortbewegung in feuchten Gebieten einen verbesserten Halt bieten.

Die Forscher ließen in einer Versuchsreihe 20 Testpersonen trockene sowie nasse Murmeln und Bleigewichte verschiedener Größen von einem Behälter in einen anderen bewegen, einmal mit schrumpeligen Fingern und einmal mit trockenen Händen. Das Ergebnis: Mit schrumpeligen Fingern, die zuvor eine halbe Stunde in warmen Wasser eingeweicht wurden, ließen sich die nassen Murmeln deutlich schneller bewegen. Trockene Murmeln konnten die Probanden mit nassen und trockenen Fingern gleich schnell transportieren.

Warum haben wir nicht immer Schrumpel-Finger?

Offenbar hat die faltige Haut auf den Fingern also nur Vorteile. Stellt sich die Frage, warum wir dann nicht immer die Furchen in der Haut haben. Die Forscher sehen den wahrscheinlichsten Grund dafür in einer verminderten Sensibilität. Ein weiterer Aspekt könnte in einer höheren Verwundbarkeit der schrumpeligen Haut liegen. Die Forscher kündigten dazu weitere Untersuchungen an.

vh

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