AOK: Warnung vor unerkannten Arznei-Wechselwirkungen

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL3NlcnZpY2UvZ2VzdW5kaGVpdC9hb2std2FybnVuZy11bmVya2FubnRlbi1hcnpuZWktd2VjaHNlbHdpcmt1bmdlbi16ci0yNzIwOTc3Lmh0bWw=2720977Warnung vor unerkannten Wechselwirkungen0true
    • 28.01.13
    • News
    • 1
    • Drucken
Tödlicher Pillen-Mix auf Rezept

Warnung vor unerkannten Wechselwirkungen

    • recommendbutton_count100
    • 2

Berlin - Arzneimittel können wegen Nebenwirkungen riskant sein. Besondere Gefahren gehen allerdings von mehreren Pillen auf einmal aus. Manchmal verschreiben Ärzte sogar den tödlichen Pillen-Mix.

Viele Patienten gehen mit ihren Arzneimitteln laut einer neuen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) das Risiko von Wechselwirkungen ein. Jede sechste Verordnung berge die Gefahr, dass die Pille unerwünscht mit anderen Mitteln zusammenwirkt, geht nach Angaben der „Rheinischen Post“ vom Montag aus der Erhebung hervor. Ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen seien besonders gefährdet, vor allem Pflegeheim-Bewohner.

In drei von tausend Fällen verschrieben die Ärzte sogar einen Pillen-Mix, der lebensbedrohlich sein könne. In 3,5 Prozent der Fälle wurden Kombinationen mit dem Risiko schwerer Folgen verordnet. Ausgewertet wurden demnach die rund 65 Millionen verordneten Verpackungen für die 24 Millionen AOK-Versicherten aus dem ersten Quartal 2012. Pflegeheim-Bewohner bekommen laut AOK teilweise Dosierungen und Kombinationen, die unter Körperverletzung fielen.

Die hohe Verschreibungsrate bei älteren Patienten erhöht auch nach bisherigen Studien das Risiko, dass Arzneimittel selbst zur Ursache von Krankenhauseinweisungen werden. Nach Angaben des Kieler Pharmakologen Ingolf Cascorbi sind sieben Prozent aller Krankenhausaufnahmen arzneimittelbedingt.

Auch während der stationären Behandlung stellen laut Cascorbi unerwünschte Arzneiwirkungen ein teils vermeidbares Problem dar - besonders auch falsche Dosierungen, speziell bei eingeschränkter Nierenfunktion.

Ärzten wird immer wieder vorgeworfen, sie fragten ihre Patienten zu wenig, was sie neben den verschriebenen Medikamenten sonst noch kaufen und einnehmen, beispielsweise auch rezeptfreie Mittel. Verschiedene Arzneimittelreports berichteten wiederholt von spürbaren Anteilen riskanter oder unnötiger Medikamente im Gebrauch der Bundesbürger.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

zurück zur Übersicht: News

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Hausarzt28.01.2013, 16:52
(0)(0)

Das Problem liegt sehr oft weniger bei den Ärzten, sondern bei den Patienten selbst, die Chipkarte machts möglich! Durch das beliebte Ärztehopping wissen Ärzte oft nicht mehr, welche Medikamente sonst noch verordnet wurden. Die Patienten, gerade die älteren, können in aller Regel darüber keine Auskunft geben, außer vielleicht: "die kleinen roten in der Blauen Packung". Wenn jeder Arzt wüsste, welche Medikamente von anderer Seite verordnet wurden, gäbe es deutlich weniger Probleme, da die gängigen Praxisverwaltungsprogramme bei jeder Verordnung eine Überprüfung der Wechselwirkung mit anderen Medikamenten vornehmen und bei einer unverträglichen Kombination deutlich warnen. Daher wäre die Medikamentenverordnung heutzutage viel sicherer, als früher ohne EDV. Noch vor zehn bis 15 Jahren ging man davon aus, dass schon ab dem dritten Medikament keine Vorhersage über die Wechselwirkungen mehr gemacht werden könnte. Heute wäre das eigentlich gar kein Problem mehr, wenn eben der Arzt über alle anderen Medikationen des Patienten informiert wäre.
Der oft gefährlichen Polymedikation könnte man ganz einfach vorbeugen, indem sich jeder Patient vor jedem Facharztbesuch eine Überweisung vom Hausarzt geben ließe. Dann nämlich erhält der Hausarzt i.d.R. einen Bericht vom Kollegen und kann bei einem weiteren Medikament bei Bedarf sofort die Notbremse ziehen. Ohne Überweisung weiß aber der eine Arzt nichts von der Therapie des anderen. Es würde ja sogar schon ausreichen, wenn sich Patienten vor der Konsultation eines anderen Arztes von ihrem Hausarzt eine Medikationsliste ausdrucken ließen.

Ergo: die Hauptursache für die gefährliche Polymedikation mit unabsehbaren Wechselwirkungen ist in erster Linie die Chipkarte und der Deutschen liebstes Hobby: das Aufsuchen möglichst vieler Ärzte pro Jahr. Nicht umsonst sind wir diesbezüglich mit über 18 Arztbesuchen pro Jahr unangefochtene Weltmeister!

Alle Kommentare anzeigen

Ort des Geschehens

52.519171,13.4060912

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Notrufnummern

  • Polizei: 110
  • Feuerwehr: 112
  • Apotheken-Notdienst: 0 800 288 288 0
  • Telefonseelsorge: 0 800 111 011 1
  • Giftnotruf: 089 192 40
  • Caritas Suchttelefon: 0 800 887 760 00
  • Aids-Beratung: 0 1805 555 444
  • Kinder-Notruf: 0 800 151 600 1

Meistgelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Letzter Monat
  • Themen

Trotz Urlaub gestresst? Das hilft!

Der große Sommerurlaub ist vorbei. Hoffenlich, liebe User, hatten Sie eine gute Zeit. Die meisten mögen Erholung gefunden haben, andere dagegen merken: Immer noch fehlt die Kraft für den Alltag. Wir haben Tipps!Mehr...

Pharmaverband klagt über Regeln für neue Arzneimittel

Berlin/München - Die Pharmaindustrie sieht in den Regeln zur Nutzenbewertung neuer Arzneimittel eine Innovationsbremse. Die Krankenkassen loben die preisdämpfende Wirkung.Mehr...

Wellness-Hotels-Deutschland GmbH

Wenn die Puste wegbleibt: Sport trotz Atemnot

Lungenkranke meiden oft große Anstrengungen. Ein Fehler, warnen Experten. Der Deutsche Lungentag am 20. September will zeigen, wie wichtig eine gesunde Lunge ist.Mehr...

Zahl der Ebola-Fälle im Kongo steigt

Zahl der Ebola-Fälle im Kongo steigt

Genf - Die Zahl der Ebola-Toten im Kongo steigt schnell an. Jetzt sind es schon 35, die wegen des tödlichen Virus starben. Das berichtet am Donnerstag die Weltgesundheitsorganisation in Genf.Mehr...

"Ebola bestraft jeden kleinsten Fehler"

München - Ebola breitet sich immer schneller aus. In drei Wochen hat sich die Zahl der Todes- und Infektionsfälle in Westafrika mehr als verdoppelt – aktuell ist die Rede von rund 2300 Toten und knapp 4300 Infizierten.Mehr...

Studie zeigt, wo am meisten operiert wird

Berlin/Gütersloh - Kindern werden in manchen Regionen Deutschlands Studien zufolge achtmal häufiger die Mandeln herausgenommen als anderswo. Ähnlich große regionale Unterschiede gebe es bei Blinddarm- oder Prostata-Operationen.Mehr...

Das Ebola-Virus

Ebola-Verdachtsfall in Ghana: US-Bürger gestorben

Ein US-Bürger mit Symptomen der Ebola-Erkrankung ist im westafrikanischen Ghana in einer Klinik gestorben. Dies berichtete der Radiosender Joy FM am Dienstag in der Hauptstadt Accra.Mehr...

Stiftung Warentest

Das ist die beste Sonnencreme für mein Kind

Kinderhaut ist besonders empfindlich, ein sicherer Schutz vor Sonnenstrahlen ist wichtig. Die Stiftung Warentest hat nun 19 Sonnenschutzmittel für Kinder mit hohem und sehr hohem Lichtschutzfaktor geprüft. Mehr...

Deutsche Fußballfans auf der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor 2006.

Giftige Stoffe in WM-Fanschminke gefunden

Trikot und Schwarz-Rot-Gold im Gesicht sind für leidenschaftliche Fußball-Fans der deutschen Nationalmannschaft ein Must. Doch Vorsicht! Experten warnen vor der Schminke. Sie kann krebserregend sein.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.