Deutsche schlucken immer mehr Medikamente

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    • 21.08.13
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Report: Diese Krankheiten nehmen zu

Deutsche schlucken immer mehr Medikamente

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Berlin - Auch 2012 wurden wieder mehr Medikamente verschrieben. Am stärksten war der Anstieg bei der Behandlung der Multiplen Sklerose, bei Erkrankungen des Immunsystems sowie Bluthochdruck.

© dpa

Deutsche schlucken immer mehr Medikamente

Aber auch bei HIV-Erkrankungen stiegen die Ausgaben durch höheren Verbrauch. Zu diesem Ergebnis kommt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) in seinem Arzneimittelreport 2013.

Der verbrauchsbedingte Ausgabenanstieg war 2012 mit 729 Millionen Euro aber schwächer als im Vorjahr. „Technische Einsparungen“, wie zum Beispiel durch einen höheren Anteil größerer Packungen, minderten die Ausgaben um 190 Millionen Euro. Neue Arzneimittel führten bei vielen Erkrankungen ebenfalls zu Ausgabenseigerungen. Den höchsten Effekt gab es 2012 bei Arzneimitteln zur Behandlung erhöhter Thrombozytenaggregationsneigung. Ebenso sorgten neue Arzneimittel bei der Behandlung von Krebs für Ausgabensteigerungen.

Im Vergleich zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Regionen bezogen auf die Ausgaben je gesetzlich Versicherten. Tendenziell sind die Ausgaben pro Kopf im Osten Deutschlands höher als im Westen. In der Grundversorgung betrug die Differenz zwischen der Region mit den höchsten (Mecklenburg-Vorpommern) und niedrigsten Pro-Kopf-Ausgaben (Bayern) 93 Euro im Jahr. Für die Spezialversorgung zeigten sich neben den ostdeutschen Bereichen der kassenärztlichen Vereinigungen für die Stadt Hamburg überdurchschnittliche Ausgaben: Die Differenz in diesem Versorgungssegment betrug zwischen Berlin und Rheinland-Pfalz 63 Euro. Besonders auffällig waren schließlich die Pro-Kopf-Ausgaben für die HIV-Versorgung in Berlin und Hamburg.

Insgesamt sind die Ausgaben für Arzneien in den vergangen Jahren weniger geworden. Prof. Bertram Häussler, Leiter der Untersuchung: „Seit Einführung der erhöhten Herstellerabgaben 2010 ist im Arzneimittelmarkt eine massive Ausgabendämpfung zu beobachten. In den vergangenen drei Jahren entlastete dies die GKV um acht Milliarden Euro. 2012 gingen die Ausgaben der Fertigarzneimittel um 64 Millionen Euro zurück, obwohl zahlreiche neue Präparate auf den Markt gekommen sind.“

Arzneimittelausgaben

Bereich Ausgaben 2012 in Mio. Euro Veränderungen zu 2011 Anteil am Umsatz Bemerkung
Antidiabetika 1658,1 + 4,2% 6,2 % Verbrauch hat sich seit 1996 verdoppelt, niedrigster Verbrauch in Baden-Württemberg , höchster in Sachsen
Antivirale Mittel (HIV, Hepatitis) 974,1 20,0% 3,7 % Extreme Unterschiede: Berlin 2,49 Tagesdosen pro Versichertem, in Brandenburg nur 0,12 Tagesdosen
Antineoplastika (Krebsmittel) 930,6 + 7,8% 7,8 % Ausgabenerhöhung durch höheren Anteil innovativer Wirkstoffe
Antithrombotische Mittel 910,2 + 15,8% 3,4 % Kontinuierlicher Verbrauchsanstieg um das Fünffache von 1996 bis 2012
Bluthochdruck 2.819,2 -9,31% 10,5 % Mittel bei Hypertonie sind die am häufigsten verordneten Arzneimittel: 2011 ca. 207 Tagesdosen pro Versicherten
Brust- und Prostatakrebs 461,5 -1,1% 1,73 % 2012 insgesamt Ausgaben stabil; Anstieg bei Mitteln gegen Prostatakarzinom, Rückgang bei Brustkrebsmitteln.
Immunsuppressiva (Athritis) 1.242,05 11,43% 4,65 % Höchster Verbrauch in Berlin und Hamburg (je 2,2 Dosen/Versicherten), niedrigster Verbrauch Rheinland-Pfalz (1,27 Dosen)
Psycholeptika (Nervenkrank,) 935,1 -15,8 3,5 % Höchster Verbrauch Saarland (10,92 Tagesdosen, niedrigster Brandenburg (6,3 Dosen)
Magen- und Darmerkrankung 627,4 -19,4 % 2,4 % 2012 insgesamt erheblicher Ausgabenrückgang trotz weiterhin steigenden Verbrauchs. Höhere Generikaquote
Antiphlogistika, Antirheumatika (Schmerzmittel) 546,87 6,75 % 2,05 % 2012 wieder Ausgabenanstieg, nach einem Rückgang im Vorjahr
Quelle: vfa

KHD

 

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