Die häufigsten Tumore - Woran die meisten sterben Wie Sie Ihr Risiko senken

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    • 11.04.13
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So können Sie Ihr Risiko senken

Krebs in Bayern

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Albtraum Krebs – allein im Freistaat müssen derzeit circa 350.000 Menschen mit der Schockdiagnose ­leben. Lesen Sie hier, wie sich das Krebsrisiko senken lässt und ­Patienten ihre Heilungschancen verbessern können.

Darmkrebszellen

© dpa

Darmkrebszellen unter dem Mikroskop. In Bayern müssen 350.000 Menschen mit der Schockdiagnose Krebs leben. 

Grafik Anteil der Erwachsenen mit starkem Übergewicht in Bayern© GrafikDatenquelle: Mikrozensus, Berechnungen LGL

 „Das entspricht der Einwohnerzahl einer Großstadt – zum Vergleich: Augsburg hat etwa 270.000 Einwohner“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber (CSU) gestern bei der Vorstellung des 1. Bayerischen Krebsberichts. Jährlich kommen 68.000 neue Tumorpatienten dazu, rund 32.000 ­Menschen verlieren den Kampf gegen die Killer-Krankheit. Nur an Herz-Kreislauf-Leiden sterben noch mehr Bayern.

Die Datensammlung (siehe Grafiken und Tabellen) bildet die Basis für eine große Aufklärungs- und Präventionskampagne, die das Ministerium gemeinsam mit 20 Partnerorganisationen auf die Beine gestellt hat. Unter dem ­Motto „Aktiv gegen Krebs“ laufen bis zum 20. April bayernweit 160 ­Veranstaltungen. Das ganze Programm und weitere Infos gibt’s im Internet unter www.aktiv- gegen-krebs.bayern.de.

Hier erklären Experten, wie sich das Krebsrisiko senken lässt und wie ­Patienten ihre Heilungschancen verbessern können.

Alkoholkonsum in BayernDatenquelle: Epidemiologischer Suchtsurvea, Konsum in letzten 30 Tagen

„Noch vor wenigen Jahren haben wir Krebspatienten geraten, sich zu schonen“, erklärte der Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft, Professor Günter Schlimok. „Aber diese Zeiten sind definitiv vorbei.“ Heute wissen die Ärzte aus wissenschaftlichen Studien, dass Sport die Heilungschancen von Tumorpatienten verbessern kann. Und mehr noch: „Wer sich regelmäßig bewegt, der verringert sein Risiko, überhaupt an Krebs zu erkranken, um bis zu 30 Prozent“, so Schlimok.

Grafik: Altersverteilung der Krebsneuerkrankung in Bayern 2010Datenquelle: Krebsregister Bayern, Bearbeitungsstand Dezember 2012

Das Kuriose an dieser Erkenntnis: Die Wissenschaftler können zwar eindeutig sagen, dass Bewegung im Kampf gegen Krebs hilft – aber nicht genau warum. „Wir vermuten, dass ein Zusammenhang mit dem Stoffwechselsystem besteht“, erläuterte Professor Martin Halle, Chef des Zentrums für Prävention und Sportmedizin der TU. Offenbar könne regelmäßige Bewegung den Körper beim Abbau von Krebszellen unterstützen. „Entscheidend ist, Bewegung in den Alltag zu integrieren. Wir alle haben unsere Gesundheit ein Stückweit selbst in der Hand“, sagte Halle weiter. Ebenso wichtig sei, drei weitere wesentliche Risikofaktoren zu bekämpfen:

Rauchen: Bis zu 40 Prozent aller Krebsfälle seien dem Schadstoff Tabak zuzuordnen, heißt es im Krebsbericht. Aber noch immer greift etwa jeder 4. Bayer regelmäßig zum Glimmstengel.

Falsche Ernährung und Übergewicht: „Wir wissen, dass Übergewichtige häufiger an Brust-, Darm- oder Prostatakrebs erkranken“, so Prof. Halle. Besorgniserregend: Der Anteil zu dicker Menschen mit einem Body-Mass-Index von über 30 steigt in Bayern seit Jahren an. Er liegt bei 14 Prozent.

Alkohol: Bier, Wein und Schnaps spielen bei der Entstehung verschiedener Krebsarten eine entscheidende Rolle. Studien zufolge geht jede zehnte Krebserkrankung bei Männern auf übermäßigen Alkoholkonsum zurück.

Andreas Beez

Jährliche Krebsneuerkrankungen in Bayern bei Frauen *

Krebsart/ Betroffenes Organ Anzahl Anteil
Brust 10.067 31,6 %
Darm 3995 12,5 %
Lunge 1973 6,2 %
Gebärmutterkörper 1670 5,2 %
Schwarzer Hautkrebs 1461 4,6 %
Bauchspeicheldrüse 1203 3,8 %
Eierstöcke 1171 3,7 %
Magen 1026 3,2 %
Lymphome 926 2,9 %
Niere 902 2,8 %
Schilddrüse 889 2,8 %
Harnblase 825 2,6 %
Sonstige (ohne andere Hauttumoren) 5764 18,1 %
Insgesamt (ohne andere Hauttumoren) 31.872 100 %

Quelle: Krebsregister Bayern. Zahlen für 2010. Bearbeitungsstand: Dezember 2012.

Jährliche Krebsneuerkrankungen in Bayern bei Männern *
Krebsart/ Betroffenes Organ Anzahl Anteil
Prostata 8508 24,1 %
Darm 5107 14,5 %
Lunge 3933 11,2 %
Harnblase 2458 7,0 %
Schwarzer Hautkrebs 1629 4,6 %
Lippe, Mundhöhle, Rachen 1422 4,0 %
Niere 1415 4,0 %
Magen 1320 3,7 %
Bauchspeicheldrüse 1173 3,3 %
Lymphome 1107 3,1 %
Leber 895 2,5 %
Leukämien 871 2,5 %
Sonstige (ohne andere Hauttumoren) 5417 15,4 %
Insgesamt (ohne andere Hauttumoren) 35.255 100 %

*Quelle: Krebsregister Bayern. Zahlen für 2010. Bearbeitungsstand: Dezember 2012.

An Krebs verstorbene Frauen

in Bayern*

Sterblichkeits-Statistik für das Jahr 2011
Krebsart/Betroffenes Organ Anzahl Anteil
Brust 2672 17,9 %
Lunge 1740 11,7 %
Darm 1606 10,8 %
Bauchspeicheldrüse 1207 8,1 %
Eierstöcke 901 6,1 %
Magen 653 4,4 %
Leukämien 515 3,5 %
Lymphome 381 2,6 %
Gebärmutterkörper 379 2,5 %
Gehirn, Auge, Nervensystem 374 2,5 %
Leber 313 2,1 %
Niere 289 1,9 %
Gebärmutterhals 224 1,5 %
Schwarzer Hautkrebs 173 1,2 %
Sonstige 3465 23,3 %
Insgesamt 14.892 100 %

An Krebs verstorbene Männer in Bayern*
Sterblichkeits-Statistik für das Jahr 2011
Krebsart/Betroffenes Organ Anzahl Anteil
Lunge 3394 20,1 %
Darm 2033 12,0 %
Prostata 1883 11,1 %
Bauchspeicheldrüse 1193 7,1 %
Magen 873 5,2 %
Leber 803 4,7 %
Leukämien 615 3,6 %
Lippe, Mundhöhle, Rachen 607 3,6 %
Speiseröhre 518 3,1 %
Harnblase 470 2,8 %
Niere 446 2,6 %
Gehirn, Auge, Nervensystem 429 2,5 %
Lymphome 423 2,5 %
Schwarzer Hautkrebs 267 1,6 %
Sonstige 2954 17,5 %
Insgesamt 16908 100 %

*Quellen: Krebsregister Bayern/Statistisches Landesamt

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