Landesamt für Gesundheit schlägt Alarm: Die Blitz-Grippe hat München im Würgegriff

    • aHR0cDovL3d3dy5tZXJrdXItb25saW5lLmRlL3NlcnZpY2UvZ2VzdW5kaGVpdC9sYW5kZXNhbXQtZ2VzdW5kaGVpdC1zY2hsYWVndC1hbGFybS1ibGl0ei1ncmlwcGUtbXVlbmNoZW4td3VlcmdlZ3JpZmYtMjc2Mzc2Ny5odG1s2763767Die Blitz-Grippe hat München im Würgegriff0true
    • 22.02.13
    • News
    • 2
    • Drucken
Landesamt für Gesundheit schlägt Alarm

Die Blitz-Grippe hat München im Würgegriff

    • recommendbutton_count100
    • 0

München - Influenza-Alarm – jetzt leiden auch immer mehr Münchner und Oberbayern unter der Virenexplosion: Das Landesamt für Gesundheit schlägt Alarm!

Influenza-Alarm – jetzt leiden auch immer mehr Münchner und Oberbayern unter der Virenexplosion: „Die Grippewelle ist bei uns angekommen“, berichtet Claudia Schuller vom Landesamt für Gesundheit. „Seit Jahresbeginn sind schon 3311 Menschen im Freistaat daran erkrankt.“ Und die meisten Patienten hat’s blitzschnell erwischt.

"Es ging so unfassbar schnell"

Dino Konrad (41) ist das, was er gerade am eigenen Leib erfahren hat, fast ein bisserl unheimlich: „Ich habe im Büro innerhalb von gerade mal einer Stunde so stark abgebaut, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Es ging alles so unfassbar schnell“, erzählt der Münchner. Und Leidensgenossin Christa Hecht weiß sogar noch fast auf die Minute genau, wann ihre Beschwerden losgingen: „Ich bin nachts um 0.30 Uhr aufgewacht, fühlte mich unwohl. Kurz darauf hatte ich Schüttelfrost und hohes Fieber.“

Überfallartige Symptome – die Erlebnisse der beiden Patienten sind typisch für den Verlauf der echten Virus-Grippe. „Die Influenza beginnt oft wie aus heiterem Himmel“, berichtet Professor Georg E. Vogel (siehe Interview unten). Der Experte hat derzeit alle Hände voll zu tun, sogar samstags ist sein Wartezimmer rappelvoll. „Derzeit testen wir praktisch jeden Zweiten, der zur Tür hereinkommt, positiv auf Influenza.“

Andere Münchner Ärzte bestätigen die Entwicklung. „Unsere Praxis platzt aus Nähten. Wir haben etliche Influenza-Fälle“, sagt der Sendlinger Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Ritter. „Viele Patienten haben hohes Fieber und klagen über brennende Schmerzen hinterm Brustbein.“

Dazu kommen noch tausende Münchner, die „nur“ unter normalen Erkältungskrankheiten leiden. „Wir sehen verstärkt Patienten mit Infekten und Symptomen wie Reizhusten“, berichtet Dr. Karlheinz Zeilberger, der am Altheimer Eck in der Innenstadt praktiziert.

Insbesondere die Influenza dürfe man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, warnen die Ärzte unisono. Professor Vogel: „Es handelt sich um eine gefährliche Infektionskrankheit, die sogar tödlich enden kann."

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

"Influenza beginnt wie aus heiterem Himmel"

Als seine Tochter noch ein Baby war, da hat er sie fast verloren. Die kleine Chiara, davon ist Professor Georg E. Vogel (66) überzeugt, litt damals an einer Influenza mit schwerem Verlauf, überlebte nur knapp. Seitdem hat sich der Münchner Mediziner die Bekämpfung der Krankheit zur Lebensaufgabe gemacht. Seine Erkenntnisse stoßen weltweit auf Beachtung, im Herbst wird er sie beim größten internationalen Influenza-Kongess in Kapstadt vorstellen. In der tz erklärt der Wissenschaftler, was die Viruserkrankung so gefährlich macht.

Woran erkennt man eine Influenza?

Professor Georg Vogel: Sie beginnt sehr häufig mit einem sudden onset. Der englische Begriff bedeutet so viel wie plötzlicher Beginn. Wie aus heiterem Himmel schwinden alle Kräfte, man fühlt sich unglaublich schwach. Viele Patienten können sich genau an den Moment erinnern, als es sie erwischt hat.

Wie muss man sich das vorstellen?

Vogel: Die Leistungsfähigkeit sinkt brutal schnell. Ich habe mal eine Putzfrau behandelt, die sich vor lauter Erschöpfung ins Bett eines Bankdirektors gelegt hat. Ein Handwerker konnte sich nicht mehr auf der ­Leiter halten. Manche Patienten geraten in Panik und bekommen sogar Todesangst, weil sie sich nicht erklären können, was gerade mit ihnen geschieht.

Was passiert nach diesem plötzlichen Beginn?

Vogel: Oft bekommen die Patienten binnen weniger Stunden unkontrollierbaren Schüttelfrost und hohes Fieber. Die Viren greifen die Zellen in den oberen Atemwegen an und zerstören deren Oberfläche. In den vorgeschädigten Zellen können sich Bakterien einnisten, die nicht selten eine Lungenentzündung verursachen. Wir Ärzte sprechen von einer Superinfektion.

Wie kann man diese Kettenreaktion stoppen?

Vogel: Nur, indem man sie bereits im ­Anfangsstadium bekämpft. Betroffene müssen frühzeitig zum Arzt gehen, die Diagnose muss schnell gestellt werden, am besten direkt in der Praxis mit einem Schnelltest. Wenn der positiv ausfällt, muss man sofort eine Behandlung mit Tamiflu einleiten.

Aber dieses Medikament ist nicht unumstritten. Kritiker bezweifeln die Wirksamkeit und warnen vor Nebenwirkungen.

Vogel: Ich halte es für unverantwortlich, Tamiflu zu verteufeln. Denn nach wie vor ist dieser sogenannte Neuraminidasehemmer das einzige Medikament, das die Vermehrung der Grippeviren stoppen kann. Vor allem für Patienten mit Vorerkrankungen kann dies lebensrettend sein.

Andreas Beez

 

Die größten Irrtümer über Schnupfen

Rubriklistenbild: © dpa

zurück zur Übersicht: News

Kommentare

  • Neueste Kommentare
  • Beliebteste Kommentare
Wadlbeissa23.02.2013, 15:10
(0)(0)

Die ist bei uns schon wieder durch...

abcde22.02.2013, 14:57
(2)(0)

Dank der grandiosen Idee der Krankenkassen in Bayern, den Grippeimpfstoff von nur einer Pharmafirma zu bezahlen, der dann Monate zu spät erst geliefert werden konnte, haben sich viele Leute gleich gar nicht impfen lassen. Jetzt haben die Krankenkassen die Kosten für die vielen Grippekranken in Bayern zu bezahlen. (Ob das jetzt günstiger ist ????) Leider wird eine Einsparmaßnahme der Krankenkassen auf dem Rücken der Patienten ausgetragen !!!! Wo führt das noch hin ??? Es werden immer die Ärzte als Buhmänner hingestellt, dabei sind es die Krankenkassen die den Ärzten das Leben schwer machen.

Alle Kommentare anzeigen

Ort des Geschehens

48.1366069,11.5770851

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Notrufnummern

  • Polizei: 110
  • Feuerwehr: 112
  • Apotheken-Notdienst: 0 800 288 288 0
  • Telefonseelsorge: 0 800 111 011 1
  • Giftnotruf: 089 192 40
  • Caritas Suchttelefon: 0 800 887 760 00
  • Aids-Beratung: 0 1805 555 444
  • Kinder-Notruf: 0 800 151 600 1

Meistgelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Letzter Monat
  • Themen
Pilze

Pilzvergiftung? Bei Übelkeit sofort zum Arzt

"Herbst Trompete", "Judasohr" oder "Marone" - es gibt viele essbare Pilze. Doch viele Pilze haben giftige Doppelgänger, warnen Experten.  Mehr...

Bessere Chancen bei Leukämie

Blutkrebs: In der tz erklärt ein Experte, wie die Unterarten heute behandelt werden können.Mehr...

Trotz Urlaub gestresst? Das hilft!

Der große Sommerurlaub ist vorbei. Hoffenlich, liebe User, hatten Sie eine gute Zeit. Die meisten mögen Erholung gefunden haben, andere dagegen merken: Immer noch fehlt die Kraft für den Alltag. Wir haben Tipps!Mehr...

"Ebola bestraft jeden kleinsten Fehler"

München - Ebola breitet sich immer schneller aus. In drei Wochen hat sich die Zahl der Todes- und Infektionsfälle in Westafrika mehr als verdoppelt – aktuell ist die Rede von rund 2300 Toten und knapp 4300 Infizierten.Mehr...

Zahl der Ebola-Fälle im Kongo steigt

Zahl der Ebola-Fälle im Kongo steigt

Genf - Die Zahl der Ebola-Toten im Kongo steigt schnell an. Jetzt sind es schon 35, die wegen des tödlichen Virus starben. Das berichtet am Donnerstag die Weltgesundheitsorganisation in Genf.Mehr...

Studie zeigt, wo am meisten operiert wird

Berlin/Gütersloh - Kindern werden in manchen Regionen Deutschlands Studien zufolge achtmal häufiger die Mandeln herausgenommen als anderswo. Ähnlich große regionale Unterschiede gebe es bei Blinddarm- oder Prostata-Operationen.Mehr...

Das Ebola-Virus

Ebola-Verdachtsfall in Ghana: US-Bürger gestorben

Ein US-Bürger mit Symptomen der Ebola-Erkrankung ist im westafrikanischen Ghana in einer Klinik gestorben. Dies berichtete der Radiosender Joy FM am Dienstag in der Hauptstadt Accra.Mehr...

Stiftung Warentest

Das ist die beste Sonnencreme für mein Kind

Kinderhaut ist besonders empfindlich, ein sicherer Schutz vor Sonnenstrahlen ist wichtig. Die Stiftung Warentest hat nun 19 Sonnenschutzmittel für Kinder mit hohem und sehr hohem Lichtschutzfaktor geprüft. Mehr...

Deutsche Fußballfans auf der Fanmeile vor dem Brandenburger Tor 2006.

Giftige Stoffe in WM-Fanschminke gefunden

Trikot und Schwarz-Rot-Gold im Gesicht sind für leidenschaftliche Fußball-Fans der deutschen Nationalmannschaft ein Must. Doch Vorsicht! Experten warnen vor der Schminke. Sie kann krebserregend sein.Mehr...

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.