Vorsicht bei Schmierblutungen

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    • 22.04.09
    • Gebärmutterkrebs
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Infektion mit Humanen Papillomviren ist an Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt

Vorsicht bei Schmierblutungen

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Spätestens seit der Heidelberger Mediziner Harald zur Hausen für seine Forschung mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2008 geehrt wurde, ist das Thema Gebärmutterhalskrebs in aller Munde.

© dpa

Schmierblutungen können ein Hinweis auf Gebärmutterkrebs sein. Die Papillomviren im Bild sind dessen Auslöser.

Zur Hausen publizierte bereits 1976 seine Theorie, dass so genannte Humane Papillomviren maßgeblich mit an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sind. Seine Erkenntnisse, die ihn damals zum Einzelgänger machten, sind heute weltweit anerkannt.

Generell ist die Ursache für die Entstehung von bösartigen Tumoren, also Krebs, eine Veränderung des Erbmaterials einzelner Körperzellen. Diese Veränderungen führen zum Verlust der Wachstumskontrolle, so dass sich betroffene Zellen ungebremst teilen und somit wuchern können. In der Regel müssen viele Faktoren zusammenwirken, um eine Zelle in eine Krebszelle umzuwandeln.

Aus Infektion kann sich Krebs entwickeln

Für Gebärmutterhalskrebs, medizinisch Zervixkarzinom, gilt heute als gesichert, dass eine Infektion mit Humanen Papillomviren, kurz HPV, an der Entstehung beteiligt ist. Allerdings haben nur die als Hochrisikotypen bezeichneten Erreger HPV-16 und -18 die Fähigkeit, Zellen zur Entartung anzuregen. Diese beiden Virustypen sind in über 70 Prozent der Gewebeproben von Gebärmutterhalskrebs nachweisbar.

Im Durchschnitt dauert es 15 Jahre, bis sich aus einer chronischen Infektion Gebärmutterhalskrebs entwickelt. Durch die langsame Entwicklung des Tumors ist es bei regelmäßigen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen möglich, dass der Krebs in einem frühen Stadium rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden kann.

Schmerzen und Blutungen sind erste Symptome

Typische Symptome bei Gebärmutterhalskrebs sind Schmierblutungen, untypische Genitalblutungen, Schmerzen im Becken-Kreuzbereich sowie Schmerzen beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen. Eine sorgfältige gynäkologische Untersuchung bildet die Grundlage für die Diagnosesicherung und die genaue Bestimmung eines Tumors.

Dabei tastet der Frauenarzt durch die Scheide den Gebärmutterhals und den Gebärmutterkörper ab und entnimmt mit einem Spatel etwas Gewebe aus dem Gebärmutterhalskanal. Zur genaueren Betrachtung des äußeren Muttermundes und seiner Umgebung dient eine meist mit einer Lichtquelle kombinierte Vergrößerungslupe, das so genannte Kolposkop. Abschließend wird eine Ultraschalluntersuchung über die Scheide durchgeführt und das Untersuchungsergebnis mit der Patientin besprochen.

Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17

Gegen eine HPV-Infektion wurden in den vergangenen Jahren Impfstoffe entwickelt. In Deutschland stehen zwei zur Verfügung, die eine Ansteckung mit den beiden HPV-Hochrisikotypen HPV-16 und -18 verhindern. Diese sind nicht nur für die Mehrzahl von Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich, sondern vermutlich auch an der Entstehung weiterer, seltener Tumorerkrankungen beteiligt. Einer der Impfstoffe schützt darüber hinaus vor einer Infektion mit den Virustypen HPV 6 und 11, die gutartige Genitalwarzen auslösen. Ziel der Impfung ist die Verhinderung von Veränderungen am Gebärmutterhals, die als Krebsvorstufen gelten.

Offiziell empfohlen wird die HPV-Impfung in Deutschland für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Grund: Die Viren werden hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragen und die Impfung ist nur vollumfänglich wirksam, wenn noch keine Infektion mit den Viren vorliegt. Dennoch kann sich eine HPV-Impfung auch noch bei Mädchen oder jungen Frauen eignen, die bereits Geschlechtsverkehr hatten. In den vorliegenden Studien zeigten sich die beiden Impfstoffe als sehr wirksam gegen die Infektion. So waren nahezu alle geimpften Frauen vor länger anhaltenden Infektionen mit HPV-Viren geschützt, sofern sie vor der Impfung noch nicht mit HPV in Kontakt gekommen waren.

Die vollständige Impfung umfasst drei Einzeldosen. Der volle Impfschutz beginnt nach der dritten Spitze und hält, wie wir heute wissen, weit über fünf Jahre an. Geimpfte Frauen sollten auch weiterhin an der jährlichen Früherkennungsuntersuchung teilnehmen, da in 30 Prozent andere, seltene HPV-Typen an einer Krebsentstehung beteiligt sein können. Wermutstropfen: Beide derzeit verfügbare Impfstoffe sind nicht zur Behandlung bereits bestehender Infektionen oder Gebärmutterhalskrebs geeignet.

Rauchen erhöht das Risiko

Gebärmutterhalskrebs ist mit 5000 bis 6000 Neuerkrankungen und etwa 2000 Todesfällen im Jahr bei Frauen in Deutschland die dritthäufigste Krebstodesursache. Neben der Infektion mit Humanen Papillomviren sind vor allem Rauchen und Passivrauchen sowie zusätzliche Infektionen im Genitalbereich mit anderen sexuell übertragbaren Erregern Faktoren, die das persönliche Risiko zu erkranken, steigern.

Wird Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, hängt die Therapie stark davon ab, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet. Operation, Strahlen-, Chemotherapie oder eine Kombination daraus sind die gängigen Behandlungsformen. Wie bei jeder Krebsart gilt auch beim Gebärmutterhalskrebs: Die Heilungschancen sind umso besser, je eher der Krebs erkannt wird. Wie auch Brustkrebs kann Gebärmutterhalskrebs schon bei jüngeren Frauen auftreten. Prominentes Beispiel ist die Schauspielerin Dana Vávrová, die im Februar mit nur 41 Jahren dem Gebärmutterhalskrebs erlag. Gerade deshalb sollte eine regelmäßige, konventionelle gynäkologische Vorsorgeuntersuchung für jede Frau ein echtes „Muss“ sein.

Von Prof. Dr. Michael Butterwegge.

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