Trendsport Nummer eins in den Bergen? Ganz klar die Klettersteige! Darunter versteht man alpine Routen, die mit Seilen und künstlichen Tritthilfen ausgestattet wurden. So können auch Nicht-Kletterer steiles Felsgelände erklimmen.

© fkn
Eine luftige Stelle am Isidorklettersteig. Man sieht das Sicherungsseil, in das beide Karabiner eingehängt werden, und die Klammern als Tritthilfen.
Hans Stöckl, der staatlich geprüfte Bergführer, machtunsfünf Novizen zunächst mit der Ausrüstung vertraut. Dann demonstriert der 28-Jährige an einem mit Seilen, Klammern und Stahlstiften gespickten Übungsfelsen den wichtigsten Handgriff: das Umhängen der Karabiner an den Bohrhaken, mit denen das Sicherungsseil im Fels fixiert ist. „Niemals beide Karabiner gleichzeitig öffnen!“, mahnt Hans. Zweite goldene Regel: Zwischen zwei Fixpunkten darf immer nur je eine Person klettern. Damit im Falle eines Falles der Hintermann nicht mitgerissen wird.
Bei der Bewertung der Schwierigkeit eines Klettersteigs haben sich die Buchstaben A (wenig schwierig) bis E (extrem schwierig) durchgesetzt. Zwischen B und C rangiert der Isidorsteig, den Hans am Nachmittag mit uns angeht. Alle Kursteilnehmer gewinnen rasch Trittsicherheit auf den Eisenstiften und -klammern. Konzentriertes Umhängen der Karabiner. Und so wird die Vertikale allmählich zur Vertrauten. Ein prickelnder Cocktail aus Endorphin und Adrenalin durchströmt den Körper. Sind wir nicht alle ein bisschen Huber- Bua?
Nach knapp drei Stunden haben wir die 700 Höhenmeter durchklettert. Am Gipfel des Grünsteins präsentiert sich der Watzmann von seiner schönsten Seite. Etwas unterhalb lockt eine Hütte, wo sich jeder Kletterer ein Weißbier gönnen darf – schließlich verläuft der Abstieg ganz sanft über einen Wanderweg.



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