Strompreis: So funktioniert der Anbieter-Wechsel

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    • 16.10.12
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Große Preisunterschiede

Strompreis: Tipps zum Anbieter-Wechsel

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Berlin - Die Strompreise werden 2013 deutlich steigen. Durch den Wechsel des Anbieters lassen sich allerdings oftmals Kosten sparen. Was es zu beachten gilt, zeigt unser Überblick.

© dpa

Durch den Wechsel des Anbieters lassen sich Stromkosten sparen.

Die Preis-Differenz ist gewaltig: Zwischen dem billigsten und dem teuersten Stromanbieter können bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden (Vier-Personen-Haushalt) durchaus mehrere hundert Euro liegen. Dennoch sind immer noch rund 40 Prozent der Haushalte beim meist deutlich teureren Grundversorger. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Stromanbieterwechsel:

Mit welchen Mehrkosten muss beim Strom 2013 gerechnet werden?

Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Umlage wird auf 5,277 Cent je Kilowattstunde steigen. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, so dass dieser Posten knapp 6,3 Cent ausmachen wird. Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden steigt damit die jährliche Belastung durch die EEG-Umlage um rund 100 Euro auf 314 Euro im Jahr (siehe Grafik). Da zugleich wegen der schwankenden Wind- und Solarstromerzeugung immer häufiger in den Netzbetrieb eingegriffen und das Stromnetz ausgebaut werden muss, wird auch mit stark steigenden Netzentgelten gerechnet. Strom dürfte 2013 also deutlich teurer werden. Ob die Anbieter die Kosten allerdings 1:1 weitergeben, ist noch offen. Der Energiekonzern RWE kündigte an, trotz höherer EEG-Umlage den Strompreis in der Grundversorgung vorerst stabil zu halten.

Was bedeutet das in Zahlen?

Der Durchschnitts-Haushalt (zwei bis drei Personen) verbraucht pro Jahr etwa 3500 Kilowattstunden. Mit einer guten Kilowattstunde lässt sich zum Beispiel eine Maschine Wäsche waschen. Derzeit zahlt er etwa 25,5 Cent je Kilowattstunde – rund 50 Prozent davon sind Steuern, Ökostrom-Umlage und andere Abgaben. Insgesamt zahlt ein Durchschnitts-Haushalt also rund 890 Euro pro Jahr. Steigt der Strompreis, wie einige Experten erwarten, um zehn Prozent, droht ein Anstieg um etwa 90 Euro.

Wo kann man sich über günstigere Stromanbieter informieren?

Einen guten Überblick über die Preise der verschiedenen Stromanbieter finden sich bei Vergleichsportalen im Internet. Entscheidend für den Preis sind unter anderen der jährliche Stromverbrauch und der Wohnort.

Welche Kündigungsfristen gelten?

Wer noch von seinem Grundversorger Strom bezieht, hat in der Regel eine Kündigungsfrist von sechs Wochen. Das heißt: Wer jetzt kündigt, kann frühestens zum 1. Dezember wechseln. „Sonst hilft nur der Blick in den Vertrag“, sagt Simone Vintz, Energieexpertin bei der Stiftung Warentest. Bei den meisten Anbietern sind die Kunden für ein Jahr gebunden. Es gibt aber auch Tarife mit halbjährlicher Kündigungsfrist.

Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Erhöht der Anbieter den Preis, haben Kunden prinzipiell ein Sonderkündigungsrecht. Dies gelte aber nicht, wenn der Anbieter nur die höhere EEG-Umlage an seine Kunden weitergebe, sagt Vintz. Die Frist für das Sonderkündigungsrecht ist zudem sehr knapp bemessen. „Vier Wochen bis Monatsende.“ Das heißt: Wer jetzt ein Schreiben von seinem Anbieter mit einer Preiserhöhung bekommt, muss bis Ende Oktober sein Sonderkündigungsrecht wahrnehmen.

Was sollte man beim Wechsel des Anbieters beachten?

Wer den Anbieter wechseln will, sollte zunächst gründlich recherchieren und nicht beim erstbesten Angebot zuschlagen. „Vorsicht vor Lockangeboten“, warnt Vintz. Oft würden Kunden über einen Bonus geködert, der im ersten Jahr den Strompreis deutlich senkt. „Im zweiten Jahr fallen dann höhere Kosten an.“ Auch vor Tarifen mit Vorkasse sollte man besser die Finger lassen. Geht der Anbieter pleite, ist das Geld weg. Kritisch sieht die Energieexpertin auch sogenannte Paket-Tarife. Hier legt sich der Kunde auf einen bestimmten jährlichen Stromverbrauch fest. Benötigt er mehr, muss meist kräftig nachgezahlt werden.

Welche Laufzeit ist ratsam?

Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, umso günstiger der Strom. Vintz empfiehlt daher einen Mittelweg. „Ich würde mich maximal für ein Jahr binden.“ Flexibler seien natürlich Tarife mit einer halbjährlichen Kündigungsfrist, erläutert die Energieexpertin.

Was ist von Preisgarantien zu halten?

Viele Stromanbieter geben eine Preisgarantie. „Die Frage ist aber, auf was bezieht sich die Garantie“, sagt Vintz. Oftmals umfasst die Garantie nur einen Teil des Strompreises. Hier hilft nur ein Blick ins Kleingedruckte.

Wie funktioniert der Wechsel konkret?

Wer einen neuen Anbieter gefunden hat, kann direkt über das Internetvergleichsportal den Wechsel beantragen. Vintz empfiehlt allerdings, die wichtigsten Tarifmerkmale nochmals auf der Internetseite des Anbieters zu prüfen. Der neue Anbieter kümmert sich um die Formalitäten und kündigt dem alten Stromversorger. „Eigentlich ist der Anbieterwechsel nur eine Vertragsumstellung.“ Zur Kontrolle sollte man möglichst zum Stichtag des Wechsels den Zählerstand ablesen.

Können Probleme beim Wechsel dazuführen, dass man überhaupt keinen Strom bekommt?

Nein. Gibt es Probleme beim Wechsel, springt wieder der Grundversorger ein. Es sei daher nicht möglich, dass ein Haushalt von der Stromversorgung abgeschnitten ist, betont Vintz.

MM

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