München - Die Olympischen Winterspiele in Vancouver leiden an Schneemangel. Die „grünen Spiele“ könnten auch Auswirkungen auf die Münchner Bewerbung haben.

Schneelandschaft Olympiapark: So stellt sich IOC-Präsident Rogge Austragungsorte für Winterspiele vor. Foto: Gebhardt
Im Olymp läuten bereits die Alarmglocken. „Wir müssen bei der Entscheidung über Gastgeber von Winterspielen auf die Verhältnisse in Bezug auf Klima, Schnee und geographische Lage sowie die Möglichkeiten zum Ausgleich von Schneemangel achten“, sagte Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge.
Der Belgier will den Faktor Erderwärmung bei der Vergabe von Winterspielen stärker in die Überlegungen mit einbeziehen. „Langfristig betrifft das die Ausrichtung von Winterspielen“, sagte Rogge. Die IOC-Gremien sollen sich bereits mit Fragen zum Klimawandel beschäftigen: „Wir untersuchen die Problematik sehr genau. Wir möchten zu bestimmten Regionen exakte Informationen zu den Schneeverhältnissen in der Vergangenheit haben, auch wenn diese Zahlen keine Garantie für die Zukunft bedeuten.“
Dass München ähnliche „Regenspiele“ wie jetzt Vancouver erleben und deshalb bei der Vergabe der Spiele am 6. Juli 2011 Schiffbruch erleiden könnte, glauben die Macher an der Isar aber nicht. „Wenn man sich die letzten Winter in München und Garmisch-Partenkirchen anschaut, gibt es absolut keine Bedenken, dass das IOC unsere Bewerbung am Wetter scheitern lassen könnte“, sagte Bernhard Schwank, einer von drei Geschäftsführern der Bewerbungsgesellschaft und in Vancouver Chef de Mission der deutschen Mannschaft.
Das dachten die Organisatoren in Vancouver wohl auch, nachdem der Winter die Stadt im Februar 2009 fest im Griff hatte. Damals lag in der Metropole an der kanadischen Westküste fast ein halber Meter Schnee. Schwank: „Vancouver hat einfach etwas Pech.“ Nun müssen die Snowboard- und Freestyle-Arenen am Cypress Mountain mit Schnee aus höheren Regionen und Kunstschnee präpariert werden. Diese Probleme kann sich auch Willy Bogner nicht vorstellen. „München und Garmisch-Partenkirchen bieten da andere Voraussetzungen, schon wegen der Höhenlage“, sagte der Chef der Münchner Olympiabewerbung.
Ralf Loweg




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