Oberammergau - Begeisterung wecken für eine Idee - dafür treten die Befürworter einer Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 in München ein. Bei vielen Grundeigentümern sind aber noch ebenso viele Fragen offen.

„Das wäre für die ganze Region ein riesiger Gewinn“Florian Streibl
Das Thema schlägt hohe Wellen. Beileibe nicht nur in Oberammergau. Seitdem die Bewerbungsgesellschaft für Olympische Winterspiele 2018 in München, Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land der Gemeinde Oberammergau am 4. Juni vergangenen Jahres mitgeteilt hat, dass – im Falle eines Zuschlags – die Langlauf- und Biathlonwettbewerbe auf ihrer Flur bei den Romanshöhen stattfinden sollen, ist für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Insbesondere auch bei den Grundeigentümern und Bauern, die um ihre Wiesen fürchten. „Mir unterschreib’n nix, solang’ nix klar ist“, polterte einer von ihnen bei einer Infoveranstaltung im November.
Inzwischen gab es diverse Besprechungen, Treffen und umfangreichen Schriftwechsel. Das gesamte Areal umfasst 60 Hektar, das entspricht rund 100 Fußballplätzen. Die 422 Grundstücke teilen sich 188 Eigentümer. Das macht ein Übereinkommen auch so schwierig, wie jetzt vor dem Gemeinderat bei einem Sachstandsbericht Bürgermeister Arno Nunn ausführte. „Viele, viele offene Fragen“ gebe es zu klären.
In der Verwaltung im Rathaus schultert „Olympia-Sachbearbeiter“ Andreas Eitzenberger die Hauptlast der Verhandlungen, für das Verkehrskonzept mit den Parkplätzen ist Georg Niggl zuständig. Eitzenberger war es auch, der das erste Ergebnis einer Befragung der Grundeigentümer in diesem Bereich vorstellte.
Einig waren sich die Gemeinderäte in einer kurzen Diskussion, dass neben der Wahrung der Interessen der Bauern und Eigentümer auch die Haftungsfreistellung der Gemeinde oberste Priorität haben müssten. Nunn: „Ohne dass wir finanziell von Land und Bund abgesichert sind, können wir es nicht machen.“ Die Kosten für die temporären Sportstätten unter der Romanshöhe mit allen „Nebengeräuschen“ sind auf 21 bis 32 Millionen Euro taxiert. Zehn Prozent entfielen laut Information des Bürgermeisters zu gleichen Teilen auf Bund, Land und Kommune. Damit blieb für Oberammergau eine Million . . .
Florian Streibl (Freie Wähler) appellierte, „eine positive Stimmung zu schaffen“. Man müsse sich auch der Verantwortung gegenüber dem Landkreis bewusst sein, „denn alle angedachten Straßenbau- und Infrastrukturmaßnahmen stehen in einem engen Zusammenhang mit Olympia 2018“. Christl Freier (Mit Profil) sieht in der Angelegenheit „nur das ganz große Geschäft für das IOC“, während Wolfgang Proksch (Mit Profil) noch einmal die Haftungsfrage für die Gemeinde thematisierte. Der an die Grundeigentümer versandte Nutzungsvereinbarungs-Entwurf sei nur als Grundlage für weitere Verhandlungen gedacht: „Wir werden doch selber genügend in der Lage sein, aufzupassen, dass hier nichts passiert . . .“
Ludwig Hutter




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