Landkreis - In München haben sich die Olympia-Kritiker am Montag zu einem Aktionsbündnis gegen die Winterspiele 2018 zusammengeschlossen. Konkrete Pläne über das weitere Vorgehen gibt es nicht.

© Hutter
An der Romanshöhe bei Oberammergau sollen die Biathlon- und Langlaufwettbewerbe ausgetragen werden.
Axel Doering ist zufrieden. Gegner und Kritiker der Bewerbung von München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee für die Winterspiele 2018 haben am späten Montagnachmittag in der Landeshauptstadt das Netzwerk „NOlympia 2018“ gegründet (wir berichteten). Für den Kreisvorsitzenden des Bundes Naturschutz (BN) kommt diese Initiative dem von ihm geforderten Aktionsbündnis gleich, das zu einem Bürgerbegehren führen soll. Ob es soweit kommt, ist allerdings noch immer nicht klar.
„Das zu entscheiden, war auch nicht der Grund unseres Treffens“, betont Doering. „Es ist aber eine Möglichkeit, die wir uns weiterhin offen halten.“ Fürs Erste haben es sich der Umweltschützer und seine Mitstreiter auf die Fahnen geschrieben, die Bürger über die vermeintlichen Schattenseiten der Olympischen Spiele zu informieren, die von der Bewerbungsgesellschaft gerne mal unter den Tisch gekehrt werden würden. Konkrete Pläne, wie das weitere Vorgehen aussehen soll, gibt es noch nicht. „Wir müssen uns jetzt erst mal strukturieren und untereinander abstimmen.“ In diesem Prozess kommt dem Garmisch-Partenkirchner eine wichtige Rolle zu. Doering wurde zum Ansprechpartner von „NOlympia“ in der Marktgemeinde ernannt.
Rolf Beuting meint, dass sich daran bis zum Frühjahr auch nichts ändern wird. „Die Teilnehmer des Treffens müssen erst die Zustimmung ihrer Organisationen einholen, ehe sie dem Netzwerk offiziell beitreten können“, weiß der ÖDP-Kreisvorsitzende. „Das dauert seine Zeit.“ Erst im März, so schätzt der Murnauer, könnten erste konkrete Aktivitäten geplant werden. „Die große Frage wird dann sein, wann und in welchem Umfang ein Bürgerbegehren stattfindet.“
Während der BN- und der Grünen-Kreisverband bereits offizielle Mitglieder von „NOlympia“ sind, muss Beuting noch auf das Okay aus dem Vorstand warten. Er geht aber davon aus, dass einem Beitritt nichts im Wege steht. „Ein Rückzieher wäre schon eine große Überraschung.“
Dem Aktionsbündnis sicher nicht beitreten werden der SPD-Ortsverein Garmisch-Partenkirchen sowie der Kreisverband der Sozialdemokraten. „Wir sind gar nicht nach München gefahren“, erzählt Elisabeth Maise-Ball. „Wir haben der Einladung entnommen, dass es sich um ein Treffen der Gegner handelt, und wollten uns nicht so ohne Weiteres in diese Kategorie einreihen“, begründet die stellvertretende Kreisvorsitzende, die die SPD eher in einer kritischen Rolle sieht.
Ganz ähnlich lautet die Begründung von SPD-Gemeinderätin Sigrid Meierhofer, die ebenfalls nicht nach München gefahren war. „Ich dachte zunächst, dass bei dem Treffen Argumente ausgetauscht werden, die für mich interessant sein könnten.“ Als ihr klar geworden sei, dass sich die Gegner nur vernetzen wollten, sagte die Garmisch-Partenkirchner Kommunalpolitikerin ab. Sie sieht es gelassen, dass sich ein Aktionsbündnis gegründet hat. „Jetzt müssen sich die Befürworter richtig anstrengen, um die Argumente pro Olympia auf den Tisch zu bringen“, hofft Meierhofer. „Und das finde ich gar nicht so verkehrt.“ (sis)




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