München - Das Münchner Bundeswehrverwaltungszentrum muss zusammenrücken oder umziehen, um Platz für das Olympische Dorf zu machen, wenn München den Zuschlag für die Winterspiele 2018 erhält. Das ist auf Ministeriums-Ebene vereinbart worden. OB Christian Ude ist unterdessen mit Olympia-Gegnern hart ins Gericht gegangen.

Ein Treffen der Staatssekretäre von Finanz-, Verteidigungs- und Innenministerium habe den Durchbruch gebracht. Das berichtete Jörg Weber, Leiter der Stabsstelle „München 2018“ im Münchner Rathaus, am Freitag auf Anfrage. „Man hat sich grundsätzlich auf den Korridor der Bedingungen geeinigt, innerhalb derer das Grundstück zur Verfügung gestellt wird.“
700 Wohnungen will die Stadt bauen lassen, und zwar als „ökologische Mustersiedlung“, die nach dem Abzug der Athleten hilft, den Münchner Wohnungsmangel zu lindern. Rathaus und Staatskanzlei werten die Einigung als wichtigen Etappensieg. Die Frage, wer wie viel für das Projekt zu zahlen hat, könne nun zügig in einer Arbeitsgruppe geklärt werden. Bis Mitte März will das IOC konkrete Zahlen sehen. Am 6. Juli 2011 entscheidet das IOC dann über die Münchner Bewerbung. Nur wenn das Dreigestirn München, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgadener Land den Zuschlag für die Spiele 2018 erhält, werde gebaut, versichert Weber.
Münchens OB Christian Ude hat am Freitag Kritik an der Münchner Bewerbung scharf zurückgewiesen. Beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt am Main sagte er, es sei „sträflich“, wegen einzelner Kritikpunkte „die olympische Idee infrage zu stellen“. Dass München die Chance habe, als erste Stadt Sommer- und Winterspiele auszurichten, sollte schwerer wiegen „als die Bedenken des einen oder anderen Umweltschützers“. Die Mehrheit der Bevölkerung sei für die Spiele. Udes Prognose: „Wenn es 2018 zur Eröffnung der Winterspiele in München kommt, wird sich niemand mehr daran erinnern, dagegen gewesen zu sein. Es wird nur noch ein Gerangel um die Platzkarten geben.“
Peter T. Schmidt




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