Löwen-Legende Berg kommt nach Neuried

Neuried - Der TSV Neuried hat sich einen prominenten Ausbilder ins Haus geholt. Ex-Löwe Rainer Berg trainiert ab sofort den Torhüter-Nachwuchs der Fußball-Abteilung.

Die Buben können mit dem Namen nicht viel anfangen. Das sei immer so, sagt der 1,94 Meter große Mann, der inmitten einer Hand voll Neurieder Nachwuchsfußballer steht. Kein Wunder, immerhin liegt sein letztes Profispiel über 15 Jahre zurück. Luka, Philipp, Sebastian, Ferdinand und Markus waren da noch gar nicht geboren.

Fünf Spiele absolvierte Rainer Berg zum Ende seiner Laufbahn in der Saison 1997/1998 für den 1. FC Nürnberg. Davor hatte er fünf Jahre lang das Tor des TSV 1860 gehütet. Er war mit den Münchner Löwen aus der Bayernliga in die Bundesliga aufgestiegen. In Giesing ist Berg seitdem eine Legende. Nach seiner aktiven Laufbahn arbeitete er als Versicherungsmakler und insgesamt elf Jahre lang als Torwarttrainer für den SSV Jahn Regensburg und die SpVgg Unterhaching. Heute betreibt Berg eine Torwartschule, die Amateurvereine bei der Ausbildung unterstützt.

Seit dieser Woche zählt auch der TSV Neuried zu Bergs Kunden. Der 47-Jährige hatte seine Dienste angeboten, und der Verein ließ sich begeistern. Berg, der in Oberpframmern im Kreis Ebersberg wohnt, hatte im Großraum München nach Vereinen mit guter Ausstattung und Interesse an der Ausbildung der eigenen Jugend gesucht und den TSV gefunden.

Einmal pro Woche, immer dienstags, üben die Torleute mit Berg. Erst sind die männliche B- und C-Jugend dran, dann folgen die Mädchen und die Frauen. Als Letztes arbeitet der Ex-Profi dann mit den Schlussmännern der A-Jugend und der Herren. Die Gruppen sollen nicht zu groß werden. Vier Mitglieder wären optimal, fünf waren es in seiner ersten Einheit in Neuried. Die Anforderungen seien je nach Alter sehr unterschiedlich, sagt Berg. Für alle gelte aber: Ein Torwart muss auch ein guter Fußballer sein.

Zu Beginn seiner aktiven Zeit galt das noch nicht in dem Maße. Als 1992 die Rückpassregel eingeführt wurde und nach und nach der mitspielende Torwart zum Standard wurde, hatte Berg auf einmal ein Problem. Das gesteht er heute gerne ein.

Als Sechsjähriger begann Berg mit dem Fußball. Er hatte sich ein Dreivierteljahr vorher beim Skifahren ein Bein gebrochen und immer noch Schwierigkeiten mit dem Laufen. Also ging er ins Tor und blieb dort. Im Feld hat er nie gespielt, die fußballerischen Fähigkeiten blieben, gemessen am Niveau auf dem er später spielte, bescheiden. Seinen Zöglingen soll das nicht passieren. Er will sie vielseitig ausbilden. Auch die Trainingsmethodik hat sich grundlegend gewandelt. „Damals wurden Torhüter geradezu kaputt trainiert.“ Übungen mit zehn Paraden in Folge, kaum Pausen, das gebe es in keinem Spiel, sagt Berg. „Ich möchte praxisnah ausbilden. Ein, zwei Aktionen, das reicht. Die aber dafür mit 100 Prozent Konzentration“, erklärt er. „Nur so kann man die Technik etwa beim Absprung sauber erlernen.“

Zu Bergs Referenzen als Nachwuchsausbilder gehört auch die Mitarbeit an der Entwicklung von Raphael Wolf. Der 24-Jährige ging bis 2003, erst im Rahmen eines Förderprojektes im Raum Ingolstadt, später bei der Spielvereinigung Unterhaching durch Bergs Schule und ist heute nach Stationen beim Hamburger SV und im österreichischen Kapfenberg zweiter Torwart beim SV Werder Bremen.

Quelle: fussball-vorort.de

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