
München - In den vergangenen Wochen ist Dirk Bauermann auf Abwegen gewandelt: Der Trainer der Basketballer des FC Bayern ist Buchautor geworden. Ende Februar wird das Werk auf dem Markt erscheinen.

© Rauchensteiner
Mit Gebrüll zum Auswärtssieg: Mit Je'kel Foster (r.) meldete sich ein Faustpfand im Bayern-Team zurück.
In dem literarischen Erstlingswerk hat Bauermann wechselweise sich selbst und seine bewährten Motivationsstrategien verewigt. „Mission Erfolg“ heißt das Buch. Was zur Person des Trainers ganz gut passt, auch Bauermanns aktuelles sportliches Engagement beim FC Bayern ist eigentlich mit diesem Titel überschrieben. Bis jetzt hat das allerdings nur bedingt geklappt, bis jetzt finden sich die Münchner vor allem wegen ihrer frappierenden Auswärtsschwäche noch im gehobenen Niemandsland der Tabelle wieder.
Doch das soll sich in den nächsten Wochen grundlegend ändern. Am heutigen Freitag (20 Uhr) will man bei den Tübingen Tigers das ärgerliche Schwächeln in fremden Hallen beenden. Die Chancen scheinen durchaus günstig, die Baden-Württemberger verloren zuletzt drei Spiele in Folge und rutschten in der Tabelle bis auf Platz 15 ab. Die Münchner Generalprobe ging allerdings schief. Ein Freundschaftsspiel bei den Crailsheim Merlins verloren die Bayern mit 88:95. Was Bauermann allerdings mäßig stört. Der Coach hatte den Test nach der All-Star-Pause am vergangenen Wochenende vor allem wegen der traditionell aufgeheizten Atmosphäre in der engen Halle des Zweitliga-Dritten ausgewählt, bei dem der FC Bayern im Vorjahr den Aufstieg ins Oberhaus endgültig perfekt gemacht hat. „Tübingen hat zuletzt keine gute Phase gehabt, aber das sagt überhaupt nichts aus. Wenn wir irgendwohin kommen, dann ist Zirkus in der Stadt. In Tübingen wird es sicher genauso aussehen wie in Crailsheim“, sagte Bauermann, „wenn du darauf nicht vorbereitet bist, dann haut dir die Energie von den Tribünen ein Loch in den Kopf.“
Dass es auch im Test eine Niederlage setzte, dürfte kaum am Selbstvertrauen nagen. Spätestens seit dem Kantersieg vor zwei Wochen gegen den Titelaspiranten Oldenburg Baskets wähnen sich die schon in den Spitzenspielen in Ulm und Bamberg deutlich verbesserten Bayern (Bauermann: „Ärgerlich, dass wir dort diesen Affen nicht von der Schulter bekommen haben“) in der richtigen Spur. „Wir sind definitiv stabiler geworden, und vor allem Oldenburg war sicher ein Mosaikstein, der uns nun auch auswärts helfen wird“, betonte Bauermann.
Und die Rückkehr des Mannes, den Sportdirektor Marko Pesic zuletzt als „unseren vielleicht wichtigsten Spieler“ bezeichnete, könnte auch die zuletzt etablierte Münchner Startbesetzung durcheinanderwirbeln. Nominell müsste der starke Demond Greene seinen Platz räumen, doch ob es tatsächlich so kommt, da will sich der Bayern-Coach vorerst noch nicht in die Karten schauen lassen: „Da muss man sich am Freitag überraschen lassen“, betonte Bauermann.
Noch so ein Schachzug, über den nachzulesen sein wird. Spätestens Ende Februar, wenn Bauermans Buch „Mission Erfolg“ auf dem Markt erscheint.
Patrick Reichelt



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