Bundesliga: 117,45 Millionen Euro für neue Spieler

Bundesliga: 117,45 Millionen Euro für neue Spieler

008.08.08|Mehr SportFacebook
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Düsseldorf - Der Branchenriese FC Bayern München zeigt auf dem Transfermarkt Enthaltsamkeit, doch die Kluft zwischen Arm und Reich in der Bundesliga bleibt enorm. Eine Woche vor dem Start in die Saison haben die 18 Vereine insgesamt 117,45 Millionen Euro in 124 neue Spieler investiert.

Wie eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab, sind auch die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr (110,25 Millionen Euro) stark gesunken. Die Clubs erlösten nur 47,60 Millionen Euro, gaben insgesamt 132 Profis ab.

Maßhalten statt Kaufrausch, Klasse statt Masse - in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schauen die Manager und Trainer genau hin, für wen sie ihr Geld ausgeben. Dennoch: Hätten die Bayern ähnlich tief in die Schatulle gegriffen wie im Vorjahr, als der Titelverteidiger allein für 72,2 Millionen Euro auf internationale Shopping-Tour ging, wäre die die Rekordmarke von insgesamt 171,63 Millionen Euro (eine Woche vor dem Saisonstart 2007/2008) erneut deutlich übertroffen worden.

Doch erstmals in der jüngeren Bundesliga-Geschichte rangiert der Münchner Edelclub ganz am Ende der Rangliste, gab als einziger Verein keinen Cent Ablösesumme aus. Nationalspieler Tim Borowski kam zum "Nulltarif" von Werder Bremen, Jörg Butt (Benfica Lissabon) und Thomas Kraft aus der zweiten Mannschaft sind nur Ergänzungen des im Vorjahr unter anderem mit Franck Ribéry, Luca Toni, Miroslav Klose und Hamit Altintop aufgerüsteten Elite-Kaders.

Viel Geld gab Bayern-Manager Uli Hoeneß in diesem Jahr lieber für den neuen Chefcoach Jürgen Klinsmann, dessen stark erweitertes Trainerteam und den Umbau des nun hochmodernen Zentrums an der Säbener Straße aus. Die Saisonziele in der Ära nach Ottmar Hitzfeld sind klar definiert: "Bei Bayern werden Titel erwartet", sagt Klinsmann, der bei einer erfolgreichen Umsetzung seiner Fußball- Philosophie den Angriff auf Europas Thron plant.

Die Rangfolge bei den Ausgaben für Neuzugänge führt diesmal der ambitionierte VfL Wolfsburg (25,50 Millionen Euro) vor dem FC Schalke 04 (15,50) und Bayer Leverkusen (11,40) an. Mit Hilfe von Hauptsponsor VW konnte sich Felix Magath fast jeden Wunsch erfüllen: Italiens Weltmeister Andrea Barzagli (14,0) und Cristian Zaccardo (7,0) sollen die Defensive stabilisieren, Zvjezdan Misimovic (4,0/Nürnberg) soll das Wolfsburger Kreativspiel beleben. "Unser Ziel war und ist es, uns in der Bundesligaspitze zu etablieren und international zu spielen. Wir mussten trotzdem neue Spieler holen, um unsere Position zu verteidigen", sagt Magath, der die "Wölfe" in der Vorsaison in den UEFA-Cup führte.

Dank der Champions-League-Einnahmen konnte sich auch Schalke mit Jefferson Farfan (10,0/Eindhoven) und Orlando Engelaar (5,5/Enschede) zwei Hochkaräter leisten. Zu den teuersten und attraktivsten Einkäufen der Liga gehören zudem der Brasilianer Renato Augusto (Leverkusen/10,0), Khalid Boulahrouz (Stuttgart/5,0) und Neven Subotic (Dortmund/4,0).

Während sich Vizemeister Werder Bremen (3,40) bislang zurückhielt, startete Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim mit den Millionen von SAP- Gründer Dietmar Hopp und Investitionen von 10,70 Millionen Euro auf Platz vier der Geldrangliste durch. Trainer Ralf Rangnick bekam nun auch noch den Brasilianer Wellington (4,5/Porto Alegre), zudem waren Andreas Beck (3,2) und drei weitere Akteure (je 1,0) ablösepflichtig.

Von solchen Summen können andere nur träumen. Gleichwohl gibt es anders als in den vergangenen Jahren keinen Club, der nur ablösefreie Profis holte. Dies kann an den gestiegenen TV-Einnahmen liegen, spricht aber in jedem Fall für etwas mehr Ausgeglichenheit in diesem Bereich. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt sicher beim prominentesten Zugang des 1. FC Köln. Denn EM-Star Petit, den Manager Michael Meier trotz laufenden Vertrags von Benfica Lissabon loseiste, kam kostenfrei. Erst beim Weiterverkauf würde der Ex-Club des Portugiesen profitieren.

Die beste Transferbilanz weist derzeit der Hamburger SV auf, der nach langem Poker und schweren Herzens seinen Star Rafael van der Vaart für das "Schmerzensgeld" von mehr als 15,0 Millionen Euro zu Real Madrid ziehen lassen musste. Doch Veränderungen sind auch hier noch möglich, denn die Transferliste schließt erst am 31. August.

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