Mortara wünscht sich Stadtkurs

Video: So war das DTM-Event im Oly

München - Die DTM im Olympiastadion – ein kleiner Kreis verrückter Motorsportfans? Nein, das wäre wirklich untertrieben. Dennoch blieb die Zuschauerzahl unter den Erwartungen.

Geburtstagskind Mattias Ekström feierte seinen Ehrentag am Samstag mit vielen Menschen auf den Tribünen. Wobei, waren es wirklich so viele – eher Ansichtssache… Für eine Geburtstagsfeier schon, für ein Motorsportspektakel war der Zuschauerzuspruch eher dürftig. Im vergangenen Jahr kamen offiziell 54 000 Zuschauer, um die riesigen DTM-Boliden im kleinen Stadion zu sehen – an diesem Wochenende waren es gut gemeinte 45 000.

Aus sportlicher Sicht macht die Veranstaltung wenig Sinn, wer fährt schon gerne mit 500 PS unterm Hintern, maximal im zweiten Gang, mit der ständigen Angst, sein Auto in eine Betonwand zu fahren? Daran ändern auch die positiven Bekenntnisse vieler Fahrer vor der Kamera nichts, im Grunde ist klar: Dieses Event hat wenig Daseinsberechtigung.

DTM-Event im Olympiastadion - die Bilder

DTM-Event im Olympiastadion - die Bilder

„Wir fahren hier eine Spitzengeschwindigkeit bis zu 130 km/h. Die Aerodynamik unserer Autos beginnt aber erst bei 140 km/h“, sagt Martin Tomczyk. Ähnlich denkt auch Edoardo Mortara: „Der Speed ist sehr gering, das ist ein bisschen langweilig, es wäre cool, wenn wir auf einem Stadtkurs fahren könnten.“ Als Sieger der Samstags-Langeweile ging Mercedes hervor. Ralf Schumacher und Jamie Green gewannen den neu gestalteten Staffel-Wettbewerb gegen Timo Scheider und Adrien Tambay im Audi. Ausgerechnet Schumacher, denn der hatte durch seine Aussage im Vorfeld – in München gehe es nur um die Show und nicht um den Sport – für Aufsehen gesorgt. Gefreut hat er sich trotzdem, kommt ja auch nicht allzu oft vor, wie Moderatorin Christina Surer feststellte: „Ralf Schumacher gewinnt ein Rennen der DTM, das ist ja sensationell.“ War sicher nicht böse gemeint, entsprach aber der Wahrheit.

Der Sonntag, traditionell der eigentliche Renntag der DTM, entschädigte etwas für den schwachen Auftakt. Aber nur bis zum großen Show-Act. Stefanie Heinzmann kam mit ihrem Lippen-Piercing und den weichgespülten Pop-Songs auch nicht wirklich über den zweiten Gang hinaus. Jetzt wurde es auch Petrus zu dumm, der Himmel weinte – es regnete wie aus Kübeln. Auf nasser Strecke setzte sich dann im Finale Audi-Pilot Mathias ­Ekström gegen Mercedes-Benz-Fahrer Jamie Green durch. Die Motorsportchefs Jens Marquardt (BMW), Wolfgang Ullrich (Audi) und Norbert Haug (Mercedes) sprachen schon zuvor allesamt von einer gelungen Veranstaltung, sie würden die Idee schätzen, die DTM und den Motorsport weiter publik zu machen.

Ein bisschen Kritik bleibt allerdings auch bei ihnen im Hinterkopf hängen. Mercedes-Mann Haug: „Ich hoffe, dass es diese Veranstaltung noch viele Jahre geben wird. Aber es hätten auch ein paar Zuschauer mehr sein dürfen, das muss man auch mal sagen.“

Mathias Müller

Rubriklistenbild: © getty

  • 0 Kommentare
  • 0 Google+
    schließen